{"id":21857,"date":"2014-12-06T12:14:44","date_gmt":"2014-12-06T11:14:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=21857"},"modified":"2022-07-08T20:47:03","modified_gmt":"2022-07-08T18:47:03","slug":"quotation-183-aosta-und-selbstbestimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=21857","title":{"rendered":"Aosta+Selbstbestimmung."},"content":{"rendered":"<p>Andere L\u00e4nder, andere Bewertung der politischen Lage in Italien und Europa. Offenbar teilt der langj\u00e4hrige politische Partner der <abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr> gegen\u00fcber Rom, die <em>Union Vald\u00f4taine,<\/em> die Einsch\u00e4tzung von Zeller und Konsorten nicht, was den Zustand von Autonomie und Dezentralisierung, aber auch die Selbstbestimmungstendenzen in Europa betrifft, wie einige Ausz\u00fcge aus der beachtlichen Rede des UV-Vorsitzenden Ennio Pastoret am diesj\u00e4hrigen Parteikongress zeigen:<\/p>\n<blockquote><p>Monti, Letta und die derzeit amtierende Regierung haben zu einem bisher ungekannten Kampf gegen die Autonomien gef\u00fchrt. Die Regionen sind mittlerweile die Sparb\u00fcchsen des Staates, der dort das Geld abholt, wenn er es braucht.<\/p>\n<p>Und der Staat, der den Regionen und Autonomien Moralpredigen h\u00e4lt, verschuldet sich selbst immer weiter. Letzthin wurden Steuersenkungen angek\u00fcndigt. Doch in Wirklichkeit wurden den Regionen und Gemeinden Gelder weggenommen und ihre Ressourcen gek\u00fcrzt. Die Lokalk\u00f6rperschaften waren gezwungen, Dienstleistungen zu streichen, und die B\u00fcrger [waren gezwungen], noch mehr zu zahlen, um sie aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Haltung ist es wichtig, eine gemeinsame Anstrengung zu unternehmen, um gegen unhaltbare und ungerechte Forderungen Widerstand zu leisten.<\/p>\n<p>Dies ist der Grund, warum wir unsere Bereitschaft angek\u00fcndigt haben, mit den anderen politischen Kr\u00e4ften in einen Dialog zu treten \u2014 denn nur mit einer breiteren politischen Basis ist es m\u00f6glich, im Umgang mit Rom st\u00e4rker zu werden.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Das Europa der V\u00f6lker, das wir bef\u00fcrworten, ist vielmehr ein Europa der M\u00e4rkte, der Finanzen und der Banken geworden. Die EU selbst ist es, die Schottland und Katalonien im Zuge ihrer Referenden am st\u00e4rksten gedroht hat.<\/p>\n<p>Und dies, weil sich w\u00e4hrend der kommenden Jahre der Drang nach Autonomie verst\u00e4rkt zeigen wird, den der [europ\u00e4ische] Integrationsprozess bis heute versteckt und heruntergespielt hat.<\/p>\n<p>Europa wei\u00df das und wird auch weiterhin versuchen, Drohungen auszusprechen und alles zum Schweigen zu bringen. Werden wir uns damit abfinden oder haben wir noch ein wenig Elan, um unsere Prinzipien nicht zu vergessen und sie laut und deutlich zu verteidigen?<\/p>\n<p>Werden wir noch um den Erhalt unserer Sprachen k\u00e4mpfen? Sicher, einige sagen uns: \u201dil francese lo parla solo pi\u00f9 una minimissima parte dei valdostani\u00e2\u20ac\u009d. Sehr schlecht! Das hei\u00dft, dass das Autonomiestatut, das unsere Kulturen und Sprachen verteidigen sollte, versagt hat und ein Betrug war.<\/p>\n<p>Doch dieser Refrain kommt, wir wissen es, von jenen die gegen uns sind, gegen Aosta, gegen unsere Kultur. Sie freuen sich dar\u00fcber, anstatt es zu bedauern.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>[Viele] Menschen vergessen, dass die Autonomie nicht eine Ansammlung von Privilegien ist, sondern das Recht, f\u00fcr sich selbst verantwortlich zu sein.<\/p>\n<p>Autonomie bedeutet, die M\u00f6glichkeit zu haben, der Allgemeinheit selbstverantwortlich n\u00fctzliche und notwendige Dienste anzubieten.<\/p>\n<p>Es ist das Bewusstsein dieses Unterschieds, das zur Grundlage unseres Handelns werden muss. Wir h\u00f6ren immer nur, dass die Sonderregionen privilegiert sind.<\/p>\n<p>Sogar hier bei uns gibt es Leute, die uns mit diesem Bl\u00f6dsinn den Kopf waschen wollen.<\/p>\n<p>Wir haben ihnen \u00fcber Jahre zugeh\u00f6rt, als sie sagten, wir seien privilegiert. Sie w\u00fcnschen sich, dass diese Privilegien abgestellt werden. Weil wir sie nicht verdienen. Und wir haben sie reden und uns sogar von diesem Diskurs t\u00e4uschen lassen.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Die Wahl liegt nur bei uns! Einzig und allein bei uns! Es liegt an uns zu beweisen, dass wir uns keine Privilegien erwarten, sondern R\u00fccksicht f\u00fcr unsere Rechte.<\/p>\n<p>Dem italienischen Staat und der Europ\u00e4ischen Union m\u00fcssen wir die Kraft unseres Willens und unseres autonomistischen Bewusstseins entgegenhalten, eines lebendigen Willens, unser Recht auf Eigenregierung und die Einhaltung des Subsidiarit\u00e4tsprinzips im Sinne eines vollst\u00e4ndigen F\u00f6deralismus, an den wir glauben, zu erhalten. Doch diese Aussagen sind bedeutungslos, solange sie Aussagen bleiben.<\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen sich in unserem politischen Handeln wiederfinden.<\/p>\n<p><strong>Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmung sind f\u00fcr uns kein Tabu und keine Blasphemie. Sie beinhalten unumg\u00e4ngliche Prinzipien, die wir nicht verschweigen d\u00fcrfen. F\u00fcr uns sind die Unabh\u00e4ngigkeitsw\u00fcnsche von Schottland, Katalonien und im Schweizer Jura legitim.<\/strong><\/p>\n<p>Gleicherma\u00dfen legitim werden dieselben Freiheits- und Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen auch sein, wenn sie von anderen Bev\u00f6lkerungen auf Grundlage der von uns mitgetragenen Prinzipien zum Ausdruck gebracht werden.<\/p>\n<p>Staaten existieren aufgrund einer gemeinsamen Inklusion und nicht aufgrund von Zw\u00e4ngen und arroganten Verpflichtungen.<\/p>\n<p>England hat Schottland die Abhaltung eines Unabh\u00e4ngigkeitsreferendums gestattet und hat in der Folge akzeptiert, neue Formen der Autonomie auszuhandeln. Das nennt man Demokratie. Das ist die Achtung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Staat und Autonomie. In Italien, in Spanien und anderswo ist dies noch nicht so.<\/p>\n<p>Wir stellen unsere Zugeh\u00f6rigkeit zu Italien nicht in Frage. Doch es ist der Staat, der unsere Inklusion und unsere Existenz in Frage stellt. Er stellt die Regionen in Frage, indem er sie finanziell erw\u00fcrgt und hat besonders die Autonomien ins Fadenkreuz genommen. Wie lange noch werden die Aostaner den Kopf einziehen und all dies akzeptieren?<\/p><\/blockquote>\n<p><em><small>\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen und Hervorhebungen: <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\"><\/small><\/em><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Aostanische Vorzeigeautonomie?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=29853\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Quotation (158): Tutto bene!\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=20330\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Quotation (80): Wahrheitsministerium.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=13963\"><code>03<\/code><\/a> <a title=\"Lokal sparen, zentral verprassen.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=16154\"><code>04<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andere L\u00e4nder, andere Bewertung der politischen Lage in Italien und Europa. 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