{"id":22301,"date":"2015-01-21T17:36:24","date_gmt":"2015-01-21T16:36:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22301"},"modified":"2015-03-22T17:21:50","modified_gmt":"2015-03-22T16:21:50","slug":"achammers-dementi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22301","title":{"rendered":"Achammers Dementi."},"content":{"rendered":"<p>Phillip Achammer, Parteiobmann der SVP und Landesrat der S\u00fcdtiroler Landesregierung, dementiert eine Abkehr vom Ziel der Vollautonomie. <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22260\"><img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\"> berichtete<\/a> am 18. J\u00e4nner 2015 \u00fcber eine Veranstaltung in der <em>Cusanus-Akademie<\/em> in Brixen, wo Landeshauptmann Kompatscher laut Tageszeitung<em> A. Adige<\/em> die Vollautonomie als Illusion bezeichnete.<\/p>\n<p>Wir nehmen das Dementi zur Kenntnis und bedauern das Missverst\u00e4ndnis. Laut Achammer sei Kompatschers Aussage aus dem Zusammenhang gerissen worden. Hierzu folgendes:<\/p>\n<p>Es ist zwar f\u00fcr die Richtigkeit unserer Schlussfolgerungen, im Prinzip aber nicht f\u00fcr die reale Politik der SVP ausschlaggebend, ob der Landeshauptmann nun eine v\u00f6llige Abkehr von der Vollautonomie gemeint hat oder dieses Ziel f\u00fcr die SVP weiterhin aktuell bleibt. Die SVP h\u00e4lt ja in bestimmter Weise auch an der Selbstbestimmung fest, da diese als abstrakter Begriff immer noch Teil des Parteistatutes ist. Je nach Anlass greift man auf dieses Prinzip zur\u00fcck, ohne dass dies jemals konkrete Auswirkungen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen hat es nun auf die konkrete Politik, wenn die SVP zumindest offiziell keine Abkehr vom Ziel Vollautonomie vollzieht? Gemessen an den Ergebnissen der letzen vier Jahre: Keine. Man war bisher nicht einmal in der Lage ein ernstzunehmendes Arbeitspapier zum Thema Vollautonomie bzw. Autonomieausbau auf die Beine zu stellen. Zudem wurde in Rom anscheinend noch nie \u00fcber das Ziel Vollautonomie verhandelt. So gesehen w\u00e4re eine Abkehr von der Vollautonomie zumindest konsequenter gewesen.<\/p>\n<p>In seiner Stellungnahme bedient sich Achammer zudem einer etwas sonderbaren Rhetorik. Hier ein Auszug aus <em>S\u00fcdtirolNews<\/em> vom 21.01.2015:<\/p>\n<blockquote><p>Bei einer Veranstaltung des Brixner PD zur Autonomie vergangene Woche hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher auf die Frage des Moderators, ab wann S\u00fcdtirol alles entscheiden k\u00f6nne, geantwortet, dass man nie wird alles entscheiden k\u00f6nnen. Auch die EU-Mitgliedsstaaten k\u00f6nnten nicht alles entscheiden. Und wenn man die Vollautonomie in diesem Sinne verstehen wolle, dann werde es diese nie geben. Sehr wohl w\u00fcrde S\u00fcdtirol aber die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Entscheidungskompetenz im Rahmen des europ\u00e4ischen Mehrebenensystems und somit auch einen m\u00f6glichst weiten Autonomierahmen anstreben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diesbez\u00fcglich einige Festestellungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Es ist v\u00f6llig klar, dass souver\u00e4ne, unabh\u00e4ngige Staaten niemals v\u00f6llig losgel\u00f6st von internationalen Abkommen, Vertr\u00e4gen und Mitgliedschaften agieren k\u00f6nnen. Trotz diesen Einschr\u00e4nkungen der staatlichen Souver\u00e4nit\u00e4t verf\u00fcgen unabh\u00e4ngige Staaten in jedem Falle \u00fcber mehr Gestaltungsspielraum, als jede Art von Vollautonomie jemals bieten kann. Zudem verf\u00fcgen souver\u00e4ne Staaten in den meisten internationalen Gremien, die gleichzeitig Einschr\u00e4nkungen der staatlichen Souver\u00e4nit\u00e4t bedingen, wenigstens \u00fcber ein Mitspracherecht auf Augenh\u00f6he. Nicht umsonst unterstrich Prof. Nagel von der Universit\u00e4t Barcelona am 3. Oktober 2014 an der <em>Eurac<\/em> in Bozen, dass Katalonien sp\u00e4testens im Zuge der Finanzkrise schmerzlich feststellen musste, dass an allen wichtigen Verhandlungen nur souver\u00e4ne Staaten gleichberechtigt mitreden durften.<\/li>\n<li>Das Prinzip der Einschr\u00e4nkung der staatlichen Souver\u00e4nit\u00e4t wird dazu verwendet, um damit das Prinzip der Vollautonomie einzuschr\u00e4nken. Abgesehen davon, dass jede Art von Vollautonomie immer weniger Einfluss bedeuten wird als staatliche Souver\u00e4nt\u00e4t \u2014 und dies wohl auch jedem klar ist \u2014 kommt es darauf an, was die SVP unter gr\u00f6\u00dfm\u00f6glicher Entscheidungskompetenz versteht. Ersetzen die Begriffe wie &#8220;gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Entscheidungskompetenz&#8221; und &#8220;europ\u00e4isches Mehrebenensystem&#8221; den Begriff &#8220;Vollautonomie&#8221;?<\/li>\n<li>Unabh\u00e4ngig von Stellungnahmen und tagespolitischen Statements z\u00e4hlen glaubw\u00fcrdige Projekte und Ergebnisse. Was versteht die SVP unter gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Entscheidungskompetenz? Welche Zust\u00e4ndigkeiten strebt die SVP im Rahmen der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Entscheidungskompetenz an? Wer sorgt in Europa daf\u00fcr, dass das sogenannte Mehrebenenmodell, ich gehe davon aus, darunter versteht man die drei Ebenen EU &#8211; Nationalstaat &#8211; Region, mit Leben erf\u00fcllt wird? Anzeichen, dass die Ebene der Region im europ\u00e4ischen Kontext aufgewertet wird gibt es leider nicht. Ganz im Gegenteil. In Frankreich, immerhin einem der wichtigsten EU-Mitgliedsstaaten, sollen Regionen ohne jegliche R\u00fccksicht auf historische Tradition oder Bev\u00f6lkerungswillen zu Gro\u00dfregionen zusammengelegt werden.<\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Phillip Achammer, Parteiobmann der SVP und Landesrat der S\u00fcdtiroler Landesregierung, dementiert eine Abkehr vom Ziel der Vollautonomie. berichtete am 18. J\u00e4nner 2015 \u00fcber eine Veranstaltung in der Cusanus-Akademie in Brixen, wo Landeshauptmann Kompatscher laut Tageszeitung A. Adige die Vollautonomie als Illusion bezeichnete. Wir nehmen das Dementi zur Kenntnis und bedauern das Missverst\u00e4ndnis. 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