{"id":22429,"date":"2015-02-04T18:30:14","date_gmt":"2015-02-04T17:30:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22429"},"modified":"2020-10-20T11:46:11","modified_gmt":"2020-10-20T09:46:11","slug":"verbraucher-ohne-schutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22429","title":{"rendered":"Sprache: Verbraucherinnen ohne Schutz."},"content":{"rendered":"<p>Im September letzten Jahres hatte das Verwaltungsgericht Bozen <a title=\"Pflichtversicherung mit Sprachrecht.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=21834\">ein wichtiges Urteil gef\u00e4llt<\/a>, wonach bei sogenannten Pflichtversicherungen (also unter anderem KfZ-Haftpflichtpolizzen) s\u00e4mtliche Unterlagen auch auf Deutsch verf\u00fcgbar sein m\u00fcssen. Dies ist nicht nur eine St\u00e4rkung der Mehrsprachigkeit und der Autonomie unseres Landes, sondern auch ein richtungsweisender Entscheid f\u00fcr den Konsumentenschutz.<\/p>\n<p>Schon im Jahr 2006 hatte mir Walther Andreaus von der <em>Verbraucherzentrale S\u00fcdtirol<\/em> (VZS) zum Thema \u00bbSprachschutz als Konsumentenschutz\u00ab <a title=\"Eine Anfrage. Und ihre Antwort?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=28\">geschrieben<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>[D]a sich diesbez\u00fcglich immer wieder leidgepr\u00fcfte KonsumentInnen an uns wenden, sehen wir hier gro\u00dfen Handlungsbedarf.<\/p>\n<p>Es ist derzeit leider so, dass nicht einmal in jenen Bereichen wo es gesetzliche Vorgaben in Bezug auf die Zweisprachigkeitspflicht gibt (wie beispielsweise im delikaten Bereich der Arzneimittel oder bei den Konzession\u00e4ren von \u00f6ffentlichen Dienstleistungen) die Gesetze eingehalten werden und die Politik bzw. die Kontrollbeh\u00f6rden nichts unternehmen. Wir konnten bzw. k\u00f6nnen das Problem verst\u00e4ndlicherweise nicht schultern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn sich in einem Bereich, in dem die Konsumentensch\u00fctzer \u00bbgro\u00dfen Handlungsbedarf\u00ab orten, etwas Wesentliches tut, sollte man davon ausgehen, dass dies die Verbraucherzentrale auf den Plan ruft \u2014 schlie\u00dflich geh\u00f6rt dies zum Kernbereich ihres \u00f6ffentlichen Auftrags. Doch weit gefehlt: Auf der Homepage der VZS findet man weder in den \u00bbNews\u00ab noch im Men\u00fcpunkt \u00bbVersicherung\u00ab Informationen \u00fcber das Verwaltungsgerichtsurteil. Am 3. Dezember letzten Jahres habe ich mich zudem mit folgender Frage via E-Mail an die VZS gewandt:<\/p>\n<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>ich m\u00f6chte hiermit in Erfahrung bringen, ob Sie das j\u00fcngste Verwaltungsgerichtsurteil kennen, mit dem best\u00e4tigt wurde, dass Versicherungsunternehmen bei sogenannten Pflichtversicherungen s\u00e4mtliche relevanten Unterlagen zweisprachig vorhalten m\u00fcssen. Plant die Verbraucherzentrale, Versicherer und Konsumenten \u00fcber dieses wichtige Recht zu informieren? Werden Sie u. U. Musterbriefe vorbereiten, mittels derer Versicherte ihr Recht einfordern k\u00f6nnen und\/oder werden Sie sonstige Unterst\u00fctzung anbieten?<\/p>\n<p>Besten Dank im Voraus f\u00fcr Ihre Auskunft [\u2026]<\/p><\/blockquote>\n<p>Bis heute \u2014 also gut zwei Monate nach Ausgang meines Schreibens \u2014 gab es keine Reaktion. Von einem Verein, der sich unter anderem f\u00fcr einen funktionierenden und raschen Service von Unternehmen gegen\u00fcber ihren Kundinnen einsetzt, halte ich eine derartige Verz\u00f6gerung f\u00fcr kaum entschuldbar, auch wenn die Feiertage dazwischen lagen. Oder ist die Gleichberechtigung der Sprachen (die auch mit diesem Urteil noch bei weitem nicht hergestellt ist) inzwischen wirklich zu einem derart unwichtigen Thema verkommen, dass man sich davor dr\u00fccken kann, darauf \u00fcberhaupt noch einzugehen?<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Die SVP und die Fassadensprache.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=13892\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Packungsbeilagen: Gesetz als Placebo.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=19725\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Etikettierung, alles beim Alten.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=18858\"><code>03<\/code><\/a> <a title=\"Sprache: Das Fass l\u00e4uft \u00fcber.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=13150\"><code>04<\/code><\/a> <a title=\"Generalitat \u00fcberdenkt Ausschreibungen.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=11922\"><code>05<\/code><\/a> <a title=\"Qualit\u00e4tszeichen \u2014 bedingt.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=4243\"><code>06<\/code><\/a> <a title=\"Mit schlechtem Beispiel voran.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=655\"><code>07<\/code><\/a> <a title=\"Eine Anfrage. Und ihre Antwort?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=28\"><code>08<\/code><\/a> <a title=\"Nachgehakt.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=24\"><code>09<\/code><\/a> <a title=\"Sprachschutz als Konsumentenschutz again.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1060\"><code>10<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im September letzten Jahres hatte das Verwaltungsgericht Bozen ein wichtiges Urteil gef\u00e4llt, wonach bei sogenannten Pflichtversicherungen (also unter anderem KfZ-Haftpflichtpolizzen) s\u00e4mtliche Unterlagen auch auf Deutsch verf\u00fcgbar sein m\u00fcssen. Dies ist nicht nur eine St\u00e4rkung der Mehrsprachigkeit und der Autonomie unseres Landes, sondern auch ein richtungsweisender Entscheid f\u00fcr den Konsumentenschutz. 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