{"id":22584,"date":"2015-02-16T15:29:32","date_gmt":"2015-02-16T14:29:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22584"},"modified":"2019-06-19T09:24:57","modified_gmt":"2019-06-19T07:24:57","slug":"vermoegenssteuern-warum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22584","title":{"rendered":"Verm\u00f6genssteuern \u2014 warum?"},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>von Sigmund Kripp<\/em><\/p>\n<p>Verm\u00f6genssteuern werden oft als Wirtschaftskiller angesehen. Warum bin ich \u2014 als Besitzender \u2014 trotzdem daf\u00fcr?<\/p>\n<p>Folgende Annahmen setze ich voraus:<\/p>\n<ol>\n<li>Das Wirtschaftswachstum ist in vielen Industriel\u00e4ndern zum Stillstand gekommen.<\/li>\n<li>Die Geldmenge in den einzelnen Volkswirtschaften nimmt nicht mehr zu, eher sehen wir Deflation.<\/li>\n<li>Trotzdem konzentriert sich das Verm\u00f6gen seit Jahren stark zunehmend auf immer weniger Personen. In vielen Industriel\u00e4ndern besitzen 5% der Menschen 40% des Verm\u00f6gens, die reichsten 15% oft sogar schon 80%.<\/li>\n<li>Das hei\u00dft im Umkehrschluss: Menschen ohne jegliches Verm\u00f6gen nehmen an Anzahl zu (siehe entsprechende Grafiken im Internet unter \u00bbVerm\u00f6gensverteilung in XY\u00ab).<\/li>\n<li>Gleichzeitig wird Kapital kaum besteuert, Arbeit hingegen immer noch sehr hoch.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Was sind die Folgen dieser Entwicklung?<\/p>\n<ol>\n<li>Die besitzlosen Menschen verarmen zusehends. In den allermeisten Haushalten ist das Auto oder sogar der Fernseher die wertvollste Kapitalanlage!<\/li>\n<li>Durch die hohe Besteuerung der Arbeit wird diese in Industriel\u00e4ndern zu teuer und wandert in Billiglohnl\u00e4nder ab: Als Folge entsteht in den Hochpreisl\u00e4ndern zunehmende Arbeitslosigkeit.<\/li>\n<li>Arbeitslose kommen nicht mehr \u00bb\u00fcber die Runden\u00ab und ben\u00f6tigen staatliche Hilfsleistungen. F\u00fcr diese m\u00fcssen (neue) Steuern verwendet werden.<\/li>\n<li>Da das Kapital nicht \u2014 oder nur kaum \u2014 besteuert wird, und es sich gleichzeitig auf immer weniger Steuersubjekte konzentriert, fehlt den Staaten das Geld f\u00fcr die Hilfsleistungen.<\/li>\n<li>Als Folge m\u00fcssen die Staaten Kredite aufnehmen, verschulden sich also zugunsten der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschichten.<\/li>\n<li>Es kommt zur allgemeinen und europaweiten \u00dcberschuldungsproblematik, die gerade in der griechischen Krise gipfelt.<\/li>\n<li>Es tauchen Robin-Hood-Gestalten wie Tsipras auf und das Bankeneuropa schaut unverst\u00e4ndig aus der ma\u00dfgeschneiderten W\u00e4sche!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Was tun?<\/p>\n<ol>\n<li>Wenn wir wohlwollend davon ausgehen, dass die Kapitalakkumulation legal passiert ist, basiert sie also auf den von den Staaten gemachten Gesetzen. Diese Gesetze existieren offenbar schon seit Langem, da sich ja auch das Kapital seit L\u00e4ngerem konzentriert.<\/li>\n<li>Also m\u00fcssen diese Gesetze langfristig wirksam abge\u00e4ndert werden:\n<ol>\n<li>Arbeitslohn muss steuerlich stark entlastet werden, vor allem im Bereich unter 40.000\u00e2\u201a\u00ac<\/li>\n<li>Kapitaleink\u00fcnfte m\u00fcssen h\u00f6her besteuert werden.<\/li>\n<li>Zinseink\u00fcnfte d\u00fcrfen nicht mehr \u00fcber die anonyme und sehr niedrige Kapitalertragssteuer (ca. 25%) direkt besteuert werden, sondern m\u00fcssen in die allgemeine, pers\u00f6nliche Einkommenssteuererkl\u00e4rung wandern, wo sie die gesamte Steuergrundlage mitbestimmen. Der Kleinsparer h\u00e4tte so die Zinsen brutto f\u00fcr netto, Gro\u00dfanleger dagegen m\u00fcssten Steuern zahlen.<\/li>\n<li>Es braucht eine Erbschaftssteuer von z.B. 10% ab 1 Mio. \u00e2\u201a\u00ac. Damit gehen die klassischen Kleinh\u00e4uslerverm\u00f6gen frei, und die wirklich gro\u00dfen Verm\u00f6gen kommen zum Handkuss, ohne \u00bbzerst\u00f6rt\u00ab zu werden. Der Vorteil der Erbschaftssteuer liegt darin, dass der Erblasser davon nichts mitbekommt und ein Erbe immer noch einen arbeits- und leistungsfreien Verm\u00f6genszuwachs von 90% [der urspr\u00fcnglichen Erbschaft] hat. Da braucht niemand klagen. \u00dcber eine weitere Progression kann man nachdenken.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Greifen die Staaten nicht bald und massiv in ihre Steuergesetze ein, verschlechtert sich die Situation hyperbolisch: Wir steuern auf einen Zustand hin, wo vielleicht 1% der Bev\u00f6lkerung 99% des privaten Verm\u00f6gens in einem Staat besitzt.<\/p>\n<p>Das ist aber ein ungesundes Verh\u00e4ltnis und f\u00fchrt unweigerlich zu sozialen Unruhen oder Gewalt, in welcher Form auch immer und wie auch immer motiviert. Denn eines d\u00fcrfen die Verm\u00f6genden nicht vergessen: Die Nichtbesitzenden haben zwar wenig oder nichts Materielles, aber eines haben sie in gro\u00dfem Ausma\u00df: N\u00e4mlich die (Stimmen-)Mehrheit in der Demokratie!<\/p>\n<p>Da in Europa die Kapitalbesteuerung fast \u00fcberall durch sich \u00bbchristlich\u00ab nennende Parteien verhindert wird, m\u00f6chte ich mit einem Christuszitat schlie\u00dfen:<\/p>\n<blockquote><p>Eher geht ein Kamel durch ein Nadel\u00f6hr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt!<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Relationen.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=14289\"><code>01<\/code><\/a><\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Sigmund Kripp Verm\u00f6genssteuern werden oft als Wirtschaftskiller angesehen. 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