{"id":22963,"date":"2015-03-20T22:00:11","date_gmt":"2015-03-20T21:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22963"},"modified":"2018-04-04T18:07:30","modified_gmt":"2018-04-04T16:07:30","slug":"schliessung-geburtshilfe-innichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=22963","title":{"rendered":"Schlie\u00dfung Geburtshilfe Innichen."},"content":{"rendered":"<p><em>von Pro Krankenhaus Innichen<\/em><\/p>\n<p>Kein Kind wird mehr das Licht der Welt in Innichen erblicken. Zumindest nicht auf unserer Geburtenstation. Doch noch schmerzlicher als dieses j\u00e4he Ende ist das destruktive Kalk\u00fcl, mit dem diese Schlie\u00dfung heraufbeschworen wurde.<\/p>\n<p>Jahrzehntelange ausgezeichnete Auf- und Ausbauarbeit wurde innerhalb k\u00fcrzester Zeit zunichte gemacht. Wie stolz waren wir alle auf unser Krankenhaus und seine zertifizierte Geburtsabteilung! Und nun ist alles nur mehr Vergangenheit \u2014 \u00bbmit der Schlie\u00dfung der Geburtenstation Innichen stirbt ein Teil von uns allen\u00ab, um es mit den Worten eines jungen Vaters auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Entscheidung von vergangenem Montag, dem 09. M\u00e4rz 2015, war eine erzwungene, aber bestimmt von Niemandem in Innichen oder dem Oberpustertal gewollte Entscheidung! Die aktuelle personelle Unterbesetzung, welche letzten Endes zur Schlie\u00dfung der Abteilung f\u00fchrt, scheint gerade zum richtigen Zeitpunkt eingetroffen zu sein. Zufall? Die Auswirkungen dieser Entscheidung auf die restlichen Abteilungen an unserem Spital sind indes mehr als ungewiss. Der Anfang vom Ende? Eine Schlie\u00dfung in Etappen?<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns des Eindrucks nicht erwehren, dass in den letzten Jahren gezielt auf diese Situation hingearbeitet worden ist. Eine systematische Demontage nicht nur der Geburtenstation, sondern vielmehr eine bewusste und verantwortungslose Dezimierung und Zerlegung des Gesundheitssystems auf dem Lande, verantwortungslos jedem und jeder einzelnen B\u00fcrgerIn gegen\u00fcber. Werden die daf\u00fcr Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden? Oder werden es gar diese Personen sein, die das Zukunftsprofil f\u00fcr unser kleines Spital erarbeiten und vorantreiben sollen?<\/p>\n<p>In den letzten Jahren sind von Seiten der Politik sehr viele Versprechungen gemacht worden \u2014 eingehalten wurden bisher allerdings keine, angefangen von den baulichen Aspekten bis hin zu den versprochenen personellen Ver\u00e4nderungen und Aufstockungen. Mit einer Ausnahme: das, von uns von Anfang sehr kritisch und ablehnend gesehene, Doppelprimariat f\u00fcr die Abteilung Gyn\u00e4kologie\/Geburtshilfe ist realisiert worden &#8211; mit welch \u00bbeinschlagendem\u00ab Erfolg, sehen wir jetzt an der aktuellen Situation dieser Abteilung in Innichen.<\/p>\n<p>Auf einen Umstand weisen wir noch mit Nachdruck hin: Es d\u00fcrfte eigentlich den Verantwortlichen in Politik und Sanit\u00e4t nicht verborgen geblieben sein, dass eines der gravierendsten Probleme im S\u00fcdtiroler Gesundheitsswesen die fehlenden \u00c4rzte sind. Diese Situation wurde sicherlich noch versch\u00e4rft durch das jahrelange Schlechtreden von Leistungen an den kleinen Krankenh\u00e4usern, die Aush\u00f6hlung von Diensten und Strukturen und die damit einhergehende Verunsicherung von PatientInnen und Bediensteten und nicht zuletzt durch die onkologische Zertifizierung, aber auch durch die ausufernde B\u00fcrokratie und die sogenannte \u00bbSpending Review\u00ab. Letztere war und ist den Verantwortlichen in Politik und Sanit\u00e4t, so hat es den Anschein, gar nicht so ungelegen &#8211; oder wie ist es sonst zu verstehen, dass der Bettenabbau im selben Zug mit der Schlie\u00dfung der Geburtsabteilung in Innichen wieder zum Thema f\u00fcr Landesr\u00e4tin Stocker wird?<\/p>\n<p>Wir fordern mit Nachdruck eine zeitnahe, klare, im Landesgesundheitsplan verankerte Definition <u>aller<\/u> Dienste, die in Zukunft in den S\u00fcdtiroler Krankenh\u00e4usern angeboten werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Innichen geht es im Besonderen:<\/p>\n<ul>\n<li>um den von der Politik bereits zugesicherten Erhalt der beiden bettenf\u00fchrenden Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie\/Orthop\u00e4die;<\/li>\n<li>um die Beibehaltung der Ersten Hilfe in der derzeitigen Form, mit Notarztdienst und Fach\u00e4rzten in Hintergrundbereitschaft;<\/li>\n<li>um die rasche Umsetzung des Frauengesundheitszentrums wie im Konzept vorgesehen, den Erhalt der Gyn\u00e4kologie und den Aufbau des Hebammensprengels;<\/li>\n<li>um den Erhalt der P\u00e4diatrie: Wie werden die Kinder im Hochpustertal k\u00fcnftig versorgt? Der n\u00e4chste Kinderarzt au\u00dferhalb des Krankenhauses befindet sich in Olang;<\/li>\n<li>um die rasche Umsetzung der seit l\u00e4ngerem geplanten und versprochenen Adaptierungsarbeiten der Operationss\u00e4le;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Glaubw\u00fcrdigkeit von Politik und Sanit\u00e4t werden wir an diesen Entscheidungen messen.<\/p>\n<p>Eines zeichnet sich bereits jetzt deutlich ab: dass die Entscheidungen, die f\u00fcr die kleinen Krankenh\u00e4user getroffen werden, sich auch unmittelbar auf die gr\u00f6\u00dferen H\u00e4user auswirken.<\/p>\n<p>Mit deutlichen Folgen f\u00fcr die betroffenen Patienten. Die Situation an der Geburtenstation in Bruneck ist ein erstes Beispiel daf\u00fcr.<br \/>\nEine Schlacht ist leider verloren \u2014 der Einsatz f\u00fcr unser Krankenhaus und eine wohnortnahe Grundversorgung geht weiter!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Pro Krankenhaus Innichen Kein Kind wird mehr das Licht der Welt in Innichen erblicken. 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