{"id":24071,"date":"2015-06-11T19:40:31","date_gmt":"2015-06-11T17:40:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=24071"},"modified":"2023-07-20T19:04:38","modified_gmt":"2023-07-20T17:04:38","slug":"zwangsehe-gemeindeordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=24071","title":{"rendered":"Zwangsehe Gemeindeordnung?"},"content":{"rendered":"<p>Die Region S\u00fcdtirol-Trentino war von Anfang an dazu gedacht, die deutsche Sprachgemeinschaft \u2014 entgegen der elementarsten Minderheitenschutzprinzipien \u2014 auch in ihrer \u00bbeigenen\u00ab Verwaltungseinheit zu minorisieren und unter die Obhut der nationalen Mehrheit zu stellen. Erst allm\u00e4hlich gelang es (unter anderem durch \u00d6sterreichs Vorsto\u00df bei der UNO und der darauffolgenden L\u00e4nder-Autonomie) diese Fessel zu lockern, doch gel\u00f6st ist sie bis heute nicht. Einige wichtige Zust\u00e4ndigkeiten, wie die Gemeindeordnung, obliegen nach wie vor der Region, obschon die einschl\u00e4gigen Regionalgesetze in wesentlichen Punkten zwischen S\u00fcdtirol und Trentino unterscheiden und somit der Tatsache Rechnung tragen, dass die beiden L\u00e4nder wesentliche Unterschiede pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Makel an dieser Situation ist vor allem, dass nach wie vor die Abgeordneten des einen Landes mitentscheiden, wenn es um Belange geht, die im Grunde nur das andere Land betreffen. Immerhin werden die Schlachten \u2014 meist \u2014 nicht mehr entlang ethnischer Trennlinien ausgetragen, bedenklich ist die Lage aber nach wie vor.<\/p>\n<p>Die l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Aufl\u00f6sung der Region, die sich seit ihrer weitgehenden Aush\u00f6hlung vor allem mit Renten- und Versicherungsfragen ihrer Abgeordneten befasst, wird schon seit Jahren verschleppt \u2014 einmal aus <a title=\"Region: Angst vor Autonomiefeindlichkeit.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=15935\">Angst vor dem ach so autonomiefreundlichen Zentralstaat<\/a>, dann wieder aus Respekt vor den Trentinern, die bef\u00fcrchten, ihre Autonomie zu verlieren, wenn sie sich nicht auf immer und ewig an S\u00fcdtirol ketten. Was sich daraus ergibt, ist eine faktische Zwangsehe, die die L\u00e4nder immer noch wesentlicher Teile ihrer Autonomie beraubt. So bestimmen die Trentiner Abgeordneten mit, wie Gemeindewahlen in S\u00fcdtirol abzulaufen haben oder ob eine Kommune ihren Namen \u00e4ndern darf. Und umgekehrt. Dass die lahme Region noch die \u00bbOrganisation\u00ab der Kommunalwahlen \u00fcbernimmt, ist das T\u00fcpfelchen auf dem i.Nun liegt im r\u00f6mischen Parlament ein Verfassungsgesetzentwurf der SVP auf, der zwar noch immer nicht die Einmottung der Region, aber immerhin den \u00dcbergang der Gemeindeordnung (Ordnung der \u00f6rtlichen K\u00f6rperschaften, um genau zu sein) an die beiden L\u00e4nder vorsieht. Auch dar\u00fcber befindet Rom. Doch w\u00e4hrend vorgestern der S\u00fcdtiroler Landtag eine positive Stellungnahme an das Parlament schickte, taten die Trentiner das genaue Gegenteil und stellten sich einstimmig gegen das Vorhaben.Im Scheidungsrecht reicht es, wenn einer der beiden Partner die Ehe beenden will \u2014 ob es im Falle der Gemeindeordnung auch so ist oder ob man sich in Rom erneut dazu entscheiden wird, uns eine Zwangsehe mit Trient aufzuzwingen, werden wir schon bald zur Kenntnis nehmen d\u00fcrfen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Region S\u00fcdtirol-Trentino war von Anfang an dazu gedacht, die deutsche Sprachgemeinschaft \u2014 entgegen der elementarsten Minderheitenschutzprinzipien \u2014 auch in ihrer \u00bbeigenen\u00ab Verwaltungseinheit zu minorisieren und unter die Obhut der nationalen Mehrheit zu stellen. 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