{"id":25011,"date":"2015-08-25T08:25:52","date_gmt":"2015-08-25T06:25:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25011"},"modified":"2020-02-16T22:19:36","modified_gmt":"2020-02-16T21:19:36","slug":"doppelstaatsbuergerschaft-eine-chance-zum-innereuropaeischen-grenzabbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25011","title":{"rendered":"Doppelstaatsb\u00fcrgerschaft \u2014 eine Chance zum innereurop\u00e4ischen Grenzabbau?"},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>ein Gastbeitrag von Oliver Hopfgartner<\/em><\/p>\n<p>Ich tue mich schwer, in dieser Debatte Position zu beziehen. Ob mein Reisepass das italienische, deutsche oder \u00f6sterreichische Wappen tr\u00e4gt, ist rational betrachtet v\u00f6llig egal.<\/p>\n<p>Die Vorteile einer Doppelstaatsb\u00fcrgerschaft sind wohl eher emotionaler denn praktischer Natur.<br \/>\nAusgehend von einem humanistisch-liberalen Menschenbild ist das Konzept der individuellen Selbstbestimmung wichtig und in vielen Lebensbereichen bereits rechtsstaatlich verankert, beispielsweise im Bereich Sexualit\u00e4t und Religion. Wieso sollte man dieses Konzept nicht auch auf die Staatsb\u00fcrgerschaft ausweiten? Die M\u00f6glichkeit, Doppel- oder gar Mehrfachstaatsb\u00fcrgerschaften zu beantragen ist in dieser Hinsicht ein Schritt hin zur \u00dcberwindung der Nationalstaaten.<br \/>\nDas Prinzip der individuellen Selbstbestimmtheit gilt als linkes Konzept. Gerade deshalb finde ich die vehemente Ablehnung der Gr\u00fcnen kurios.<br \/>\nGeorg Willi von den \u00f6sterreichischen Gr\u00fcnen warnt davor, dass eine S\u00fcdtiroler Doppelstaatsb\u00fcrgerschaft \u00bbin Italien zu gr\u00f6\u00dften Irritationen f\u00fchren w\u00fcrde\u00ab. Diese Aussage ist Ausdruck einer Schere im Kopf. Was ist von einer italienischen Regierung zu halten, der man nicht zumuten kann, ihren B\u00fcrgern eine Doppelstaatsb\u00fcrgerschaft anzubieten, obwohl sie selbst Doppelstaatsb\u00fcrgerschaften an ausl\u00e4ndische Staatsb\u00fcrger vergibt?<br \/>\nMan kann heute problemlos in anderen EU-L\u00e4ndern wohnen, arbeiten und an politischen Wahlen teilnehmen. Die M\u00f6glichkeit eine doppelte Staatsb\u00fcrgerschaft zu beantragen kann insofern ein weiteres Mittel dazu sein, um innereurop\u00e4ische Grenzen abzubauen.<br \/>\nAuch aus liberaler Sicht stellt sich die Frage aus welchen Gr\u00fcnden ein Staat seinen B\u00fcrgern verbieten sollte eine zweite Staatsb\u00fcrgerschaft anzunehmen? Schadet ein in S\u00fcdtirol lebender Austro-Italiener seinen Mitb\u00fcrgern bzw. dem Staat in dem er lebt? F\u00fcr den Staat sollte nur von Belang sein, ob seine Einwohner Steuern zahlen und Gesetze befolgen, egal welche Staatsb\u00fcrgerschaft im Reisepass vermerkt ist.<\/p>\n<p>Gerade die Kritiker der Doppelstaatsb\u00fcrgerschaft argumentieren oft mit nationalistischen Ressentiments. Nur ein Nationalist w\u00fcrde die S\u00fcdtiroler Gesellschaft \u00bbin Patrioten und vaterlandslose Gesellen\u00ab einteilen \u2013 wie Florian Kronbichler es bef\u00fcrchtet. Eine Regierung, die ihren B\u00fcrgern keine Doppelstaatsb\u00fcrgerschaft erlaubt, kann aus aufgekl\u00e4rter, demokratischer Sicht nicht koscher sein, sondern muss von Nationalismus gepr\u00e4gt sein.<br \/>\nGerade deshalb ist es wichtig, endlich die starren staatlichen Grenzen aufzuweichen. Doppelstaatsb\u00fcrgerschaften \u2014 nicht nur italienisch-\u00f6sterreichische \u2014 k\u00f6nnten diesen Prozess bei richtiger Umsetzung beschleunigen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Vergleichsweise heftig.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=24988\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Der \u00bbgr\u00fcne\u00ab Unionspass.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=24945\"><code>02<\/code><\/a><\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ein Gastbeitrag von Oliver Hopfgartner Ich tue mich schwer, in dieser Debatte Position zu beziehen. 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