{"id":25378,"date":"2015-09-27T12:47:41","date_gmt":"2015-09-27T10:47:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25378"},"modified":"2022-05-20T14:38:53","modified_gmt":"2022-05-20T12:38:53","slug":"was-koennen-suedtirol-und-europa-von-der-schweiz-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25378","title":{"rendered":"Was k\u00f6nnen S\u00fcdtirol und Europa von der Schweiz lernen?"},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>Gastbeitrag von Adelheid Mayr, S\u00fcdtirol\/Schweiz<\/em><\/p>\n<p>Autonomie und Unabh\u00e4ngigkeit sind in der Schweiz keine Besonderheit, sondern Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Denn jeder Kanton (so \u00e4hnlich wie bei uns die L\u00e4nder und Provinzen), ja sogar jede Gemeinde ist ein St\u00fcck weit unabh\u00e4ngig. Aber wie funktioniert dieses dezentrale System und was kann S\u00fcdtirol daraus lernen?<br \/>\nFolgende Prinzipien sind im politischen System der Schweiz verankert:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Weitgehender F\u00f6deralismus:<\/strong> F\u00f6deralismus bedeutet, dass jeder Kanton und sogar die Gemeinden stark autonom sind. Die Verantwortung f\u00fcr die Erstellung von Gesetzen wird wenn m\u00f6glich an diese \u00fcbertragen. Ziel davon ist es, dass Regelungen auf lokale Bed\u00fcrfnisse zugeschnitten, n\u00e4her am Betroffenen erstellt werden und dadurch die Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung erh\u00f6ht wird. Andererseits wird damit eine fruchtbare Konkurrenz zwischen Kantonen und Gemeinden angestrebt; z.B. Konkurrenz \u00fcber niedrigere Steuern oder effizientere \u00f6ffentliche Verwaltung. Die Nachteile, die dadurch entstehen, z.B. erschwerter Wohnortwechsel wegen kantonal unterschiedlichem Schulsystem, k\u00f6nnen durch die vielen genannten Vorteile leicht wettgemacht werden.<\/li>\n<li><strong>Aus\u00fcbung der direkten Demokratie:<\/strong> Durch Referenden (Abstimmungen in jedem Quartal) und Volksinitiativen k\u00f6nnen B\u00fcrger direkt in die T\u00e4tigkeiten auf Kantons- und Gemeindeebene Einfluss nehmen. Alle Teile der Bev\u00f6lkerung werden st\u00e4ndig in den politischen Prozess eingebunden. Die Arbeit der Politiker ist es, komplexe Sachverhalte so zu formulieren, dass die B\u00fcrger sie verstehen, ein Konsens gefunden werden kann und die B\u00fcrger entsprechend abstimmen k\u00f6nnen. Die Regierung bilden also die Politiker aller Parteien, die Opposition ist das Volk.<\/li>\n<li><strong>Vernehmlassung:<\/strong> Neue Gesetzesvorschl\u00e4ge werden unter Einbezug verschiedenster Interessens- und Expertenkreise gepr\u00fcft. Auch Einzelpersonen haben die M\u00f6glichkeit, sich zu einem Gesetzesvorschlag zu \u00e4u\u00dfern. Alle erhaltenen Anregungen werden bearbeitet und es wird dazu Stellung genommen. Dies ist ein hoher Aufwand, jedoch f\u00fchrt es auch dazu, dass Gesetzesinitiativen entsprechend durchdacht sind und von der Bev\u00f6lkerung eher akzeptiert werden.<\/li>\n<li><strong>Kollegialit\u00e4tsprinzip:<\/strong> Alle Mitglieder eines Entscheidungsgremiums k\u00f6nnen ihre Meinung gleichberechtigt vorbringen. Beschl\u00fcsse werden nach Meinungsmehrheit getroffen. Die Abstimmung erfolgt geheim. Nach au\u00dfen hin wird der Entschluss von allen Mitgliedern mit einer Stimme mitgetragen und mit den Hauptargumenten begr\u00fcndet. Dies garantiert eine Diskussion auf Sachebene, \u00fcberparteiliche Einigkeit und Vermeidung von Silo-\/Parteidenken.<\/li>\n<li><strong>Milizsystem:<\/strong> Schweizer Politiker (National- und St\u00e4nderat) \u00fcben ihr Mandat nur nebenberuflich aus. Sie kassieren f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit keinen fixen Lohn, sondern bekommen Sitzungsgelder und Entsch\u00e4digungen f\u00fcr anfallende Spesen. Dadurch dass die Politiker hauptberuflich einer anderen Besch\u00e4ftigung nachgehen, bleiben sie volksnah und sind den Anliegen der Arbeiterschaft nahe.<\/li>\n<li><strong>J\u00e4hrlich wechselnde Pr\u00e4sidentschaften:<\/strong> Um nicht zu viel Macht und Einfluss zu erlangen wechseln Pr\u00e4sidentschaften sowohl auf Kantons- als auch auf Bundesratsebene j\u00e4hrlich.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Durch diese Konzepte wird sichergestellt, dass das Volk als der \u201cKunde\u201d wahrgenommen wird und die Politiker als Dienstleister agieren, die liefern m\u00fcssen. Die Steuern sind so gering (z.B. Mehrwertsteuer 8%, auf Lebensmittel 2,5 %) dass sich das Risiko von Schwarzverk\u00e4ufen oder Schwarzarbeit nicht lohnt. Die Gegenleistung f\u00fcr diese geringe Steuerlast ist daf\u00fcr sehr hoch: Stra\u00dfen, Infrastrukturen und \u00f6ffentliche Verwaltung funktionieren ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Es dauert sicher einige Zeit, diese Prinzipen in anderen Regionen wie in S\u00fcdtirol zu \u00fcbernehmen. Zweifelsohne ist es f\u00fcr S\u00fcdtriol, ja f\u00fcr ganz Europa lohnend, sich am erfolgreich etablierten System der Schweiz zu orientieren. Nur schon durch die Umsetzung der direkten Demokratie, die Einf\u00fchrung der Vernehmenlassung sowie das Milizsystem w\u00e4ren einige Probleme in S\u00fcdtirol nie entstanden (wie z.B der Rentenskandal) bzw. w\u00fcrden sie sich recht schnell l\u00f6sen lassen.<\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Adelheid Mayr, S\u00fcdtirol\/Schweiz Autonomie und Unabh\u00e4ngigkeit sind in der Schweiz keine Besonderheit, sondern Selbstverst\u00e4ndlichkeit. 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