{"id":25505,"date":"2015-10-09T13:37:33","date_gmt":"2015-10-09T11:37:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25505"},"modified":"2024-01-26T14:52:12","modified_gmt":"2024-01-26T13:52:12","slug":"luftnummer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25505","title":{"rendered":"Luftnummer?"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-STA-Flirt_Suedtirol_Bahn.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-25509\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-STA-Flirt_Suedtirol_Bahn.jpg\" alt=\"Kabelleger \/ David Gubler (http:\/\/www.bahnbilder.ch)\" width=\"800\" height=\"494\" srcset=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-STA-Flirt_Suedtirol_Bahn.jpg 800w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/800px-STA-Flirt_Suedtirol_Bahn-486x300.jpg 486w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><small><em>Flirt der STA. Quelle: Wikicommons<\/em><\/small><\/p>\n<p>Im Landtag wurde gestern auf Betreiben von Josef <strong>Noggler<\/strong> und Albert <strong>Wurzer<\/strong> (<abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr>) <a title=\"Wasserstoffstudie\" href=\"http:\/\/www.suedtirolnews.it\/d\/artikel\/2015\/10\/08\/wasserstoff-fuer-die-vinschgerbahn-studie-wird-erstellt.html#.VhaY8KLWG0I\">beschlossen<\/a>, eine Studie in Auftrag zu geben, die die M\u00f6glichkeiten einer wasserstoffbetriebenen Vinschger Bahn ausloten soll. Die Vinschger Bahn, welche vor 10 Jahren mit Dieselfahrzeugen in Betrieb genommen wurde, hat alle damaligen Erwartungen \u00fcbertroffen und transportiert mittlerweile\u00a0 ca. 1,8 Mio. Passagiere j\u00e4hrlich. Die Fahrzeuge sind aber dem Ansturm vielfach nicht gewachsen und m\u00fcssen in Doppeltraktion fahren, zudem hat sich bereits nach 10 Jahren die Ersatzteillage als schwierig erwiesen. Das Land hat deshalb eine Elektrifizierung beschlossen, die neben der Umstellung auch neue Fahrzeuge und eine neue Signaltechnik erfordert. Die Kosten d\u00fcrften sich auf ca. 60 Mio. Euro belaufen, allerdings ergeben sich damit viele Vorteile:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Dieselbetrieb ist teuer, die Elektrifizierung d\u00fcrfte sich langfristig auch betriebswirtschaftlich auszahlen;<\/li>\n<li>Es kann in Zukunft durch den Einsatz der <em>Flirt<\/em>-Z\u00fcge auch auf der Vinschger Bahn von Mals mit Innichen durchgefahren werden, gleichzeitig werden weniger Reservefahrzeuge ben\u00f6tigt. Ein <em>Flirt<\/em> hat zudem wesentlich mehr Sitzpl\u00e4tze als ein GTW-Triebwagen;<\/li>\n<li>Der Einsatz des modernen <a title=\"ETCS\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/European_Train_Control_System\">ETCS<\/a>-Leitsystems ist zukunftsweisend, da dieses europ\u00e4ische Sicherungssystem in ganz Europa zunehmende Verbreitung findet. Die <em>Flirt<\/em>-Z\u00fcge m\u00fcssen daf\u00fcr umger\u00fcstet werden, allerdings k\u00f6nnen sie dann in Zukunft auch viele Netze au\u00dferhalb S\u00fcdtirols befahren;<\/li>\n<li>Das Stromsystem wird nicht mehr auf 3000V Gleichstrom ausgelegt, sondern auf den europ\u00e4ischen Industriestandard 25kV bei 50 Hz. Der Brennerbasistunnel wird in Zukunft auch mit diesem Stromsystem ausgestattet sein;<\/li>\n<li>Ein \u00e4hnlicher Ausbau des Sicherungs- und Stromsystems ist f\u00fcr die Bahnlinie Bozen-Meran geplant.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wieso gerade die beiden Abgeordneten angesichts dieser zukunftsweisenden Entscheidungen auf die Pr\u00fcfung eines wasserstoffbetriebenen Systems pochen, ist v\u00f6llig schleierhaft. Seit mehr als 20 Jahren wird immer wieder die Wasserstoffzukunft ausgerufen, allerdings ein um das andere Jahr verschoben. Au\u00dfer einiger Testz\u00fcge gibt es \u2014 soweit mir bekannt \u2014 keinen regul\u00e4ren Einsatz wasserstoffbetriebener Z\u00fcge. Es macht auch wenig Sinn: Allenfalls auf wenig befahrenen Strecken k\u00f6nnte in Zukunft der dieselbetriebene Zug ersetzt werden, die Vinschger Bahn aber ist mit einem Halbstundentakt eine vergleichsweise vielbefahrene Strecke. Neben der Nichtverf\u00fcgbarkeit der Technologie f\u00fcr Schienenfahrzeuge ist es vor allem energetisch ein Nonsens, denn f\u00fcr die Herstellung des Wasserstoffes geht rund die H\u00e4lfte der eingesetzten Energie verloren. Betriebswirtschaftlich, so h\u00f6rt man, w\u00fcrde sich die Umstellung auf Wasserstoff niemals rechnen, da die Fahrzeuge viel teurer (ein wasserstoffbetriebener Bus kostet etwa das drei- bis f\u00fcnffache eines herk\u00f6mmlichen Busses) und weniger leistungsf\u00e4hig w\u00e4ren. Ein sechsteiliger <em>Flirt<\/em> hat eine <a title=\"Flirt-STA\" href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20151008073918\/http:\/\/www.stadlerrail.com\/en\/references\/sudtiroler-transportstrukturen-ag-sta-bozen\/\">Leistung<\/a> von mehr als 2 MW, jeder kann sich ausmalen, wie teuer eine derartige Brennstoffzelle w\u00e4re; zudem m\u00fcsste der Tank auch ziemlich volumin\u00f6s ausfallen, damit ein Fahrzeug zumindest einen kompletten Tagesumlauf schafft. Nebenbei k\u00f6nnten alle bestehenden <em>Flirts<\/em> nicht das Schienennetz im Vinschgau befahren, wiederum m\u00fcssten mehr Reservefahrzeuge vorgehalten werden.<\/p>\n<p>Kurzum: Eine vollst\u00e4ndige Luftnummer, das kann auch ein Nichtexperte erkennen, das Geld f\u00fcr die Studie w\u00e4re besser in anderen Projekten investiert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flirt der STA. 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