{"id":25792,"date":"2015-10-28T19:57:47","date_gmt":"2015-10-28T18:57:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25792"},"modified":"2025-11-22T07:23:12","modified_gmt":"2025-11-22T06:23:12","slug":"territoriale-identitaet-schwaechelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25792","title":{"rendered":"Territoriale Identit\u00e4t schw\u00e4chelt."},"content":{"rendered":"<p>Im Zuge der Realisierung des Sprachbarometers wurde auch die \u00bbterritoriale, ethnische und nationale Identit\u00e4t\u00ab der S\u00fcdtirolerinnen erhoben. Konkret lautete die diesbez\u00fcgliche Frage: \u00bbIn S\u00fcdtirol ist oft von territorialer und ethnischer Zugeh\u00f6rigkeit die Rede. Als was f\u00fchlen Sie sich?\u00ab Es gab elf Antwortm\u00f6glichkeiten, zudem die Kategorien \u00bbandere\u00ab und \u00bbinteressiert mich nicht\u00ab.<\/p>\n<p>Im Unterschied zum Sprachbarometer von 2004 waren im Jahr 2014 Mehrfachnennungen erlaubt, weshalb ein Vergleich der beiden Erhebungen nur sehr bedingt m\u00f6glich und sinnvoll ist.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt jedenfalls auf, dass eine <em>allgemeine<\/em> territoriale Identifikation mit S\u00fcdtirol nicht gegeben ist, wobei die Ergebnisse je nach Sprachgruppe der Befragten \u00e4u\u00dferst stark variieren.<\/p>\n<p>Eine deutliche Mehrheit (59%) der S\u00fcdtirolerinnen italienischer Muttersprache identifiziert sich ethnisch-national, n\u00e4mlich als \u00bbItalienerin\u00ab. Dagegen ist die ethnisch-nationale Zuordnung der S\u00fcdtirolerinnen deutscher Muttersprache verschwindend klein: Nur 4 Prozent definieren sich als \u00bbDeutsche\u00ab \u2014 obschon, wie bereits erw\u00e4hnt, Mehrfachnennungen, also zum Beispiel die gleichzeitige Einordnung als \u00bbS\u00fcdtirolerin\u00ab und als \u00bbDeutsche\u00ab m\u00f6glich waren.<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-96303 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_ethnisch_14.png\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"498\" srcset=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_ethnisch_14.png 950w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_ethnisch_14-768x403.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 950px) 100vw, 950px\" \/><\/p><\/blockquote>\n<p>Bei den Ladinerinnen ist die ethnische Identifikation zwar (mit \u00fcber 80%) am ausgepr\u00e4gtesten, doch muss man sich hier vor Augen halten, dass in diesem Fall die ethnische bzw. sprachliche und die territoriale Ebene (Ladinien) koinzidieren.<\/p>\n<p>Dass die Autonomie nur sehr bedingt imstande ist, eine sprachgruppenunabh\u00e4ngige territoriale Identifikation mit S\u00fcdtirol zu generieren, zeigt folgende Grafik:<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-96305 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_territorial_14.png\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"510\" srcset=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_territorial_14.png 950w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_territorial_14-768x412.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 950px) 100vw, 950px\" \/><\/p><\/blockquote>\n<p>Nur die Mitglieder der deutschen Sprachgemeinschaft identifizieren sich <em>gro\u00dfmehrheitlich<\/em> mit unserem Land. Aufgrund der M\u00f6glichkeit von Mehrfachnennungen ist allerdings selbst hier Vorsicht geboten: Die Grafik zeigt das, was ich eine \u00bboptimistische\u00ab Annahme nennen w\u00fcrde, also die <em>Summe<\/em> der Zuordnungsm\u00f6glichkeiten \u00bbS\u00fcdtirolerin\u00ab, \u00bbitalienischsprachige S\u00fcdtirolerin\u00ab, \u00bbladinischsprachige S\u00fcdtirolerin\u00ab und \u00bbAltoatesina\u00ab. <em>H\u00f6chstens<\/em> 84,6 Prozent der Deutschsprachigen, <em>h\u00f6chstens<\/em> 55,4 Prozent der Ladinerinnen und <em>h\u00f6chstens<\/em> 43,2 Prozent der Italienischsprachigen ordnen sich (mindestens) einer dieser Kategorien zu. Es k\u00f6nnten auch noch sehr viel wenigere sein, die sich jeweils f\u00fcr zwei oder mehr der genannten Zuordnungsm\u00f6glichkeiten entschieden haben.<\/p>\n<p>Nicht einmal bei Anwendung der \u00bboptimistischen\u00ab Annahme identifizieren sich die H\u00e4lfte der S\u00fcdtirolerinnen italienischer Zunge mit S\u00fcdtirol.<\/p>\n<p>Aufsehenerregend ist jedoch insbesondere die Entwicklung bei der Zuordnung als \u00bbS\u00fcdtiroler\/in\u00ab im Vergleich zwischen 2004 und 2014:<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-96304 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_suedtirolerin_04-14.png\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_suedtirolerin_04-14.png 950w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/identitaet_suedtirolerin_04-14-768x428.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 950px) 100vw, 950px\" \/><\/p><\/blockquote>\n<p>Noch einmal: Im Jahr 2014 waren Mehrfachnennungen m\u00f6glich, 2004 hingegen nicht. Also sind <em>steigende<\/em> Zuordnungszahlen bei einer speziellen Kategorie nicht erstaunlich. Umso \u00fcberraschender ist dann jedoch, dass die Antwortm\u00f6glichkeit \u00bbS\u00fcdtiroler\/in\u00ab bei den Deutschsprachigen \u2014 <em>trotz<\/em> der nunmehrigen M\u00f6glichkeit von Mehrfachnennungen \u2014 im Jahr 2014 <em>abgenommen<\/em> hat. W\u00e4hrend sich also nicht einmal die H\u00e4lfte der italienischsprachigen S\u00fcdtirolerinnen mit diesem Land identifiziert, nimmt selbst die territoriale Identifikation der Deutschsprachigen in zehn Jahren deutlich ab. Dies wirkt sich selbstverst\u00e4ndlich auch auf das Gesamtergebnis aus, sodass sich nur etwas mehr als die H\u00e4lfte der insgesamt in S\u00fcdtirol lebenden Menschen (55,4%) <em>auch<\/em> mit diesem Land identifizieren.<\/p>\n<p>Das sind keine guten Voraussetzungen f\u00fcr ein gelingendes Zusammenleben. Und die Autonomie scheint \u2014 wenigstens im Moment \u2014 au\u00dferstande, hier noch etwas zum Positiven zu ver\u00e4ndern. Im Gegenteil.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Wichtigste Sprache: Italienisch.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25469\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Zweisprachigkeit im Amt deutlich verschlechtert.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25426\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Zweitsprachkenntnisse nehmen zu.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25517\"><code>03<\/code><\/a> <span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-weight: normal;\">||<\/span> <a title=\"Kein Vertrauen in diesen Staat.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=83815\" rel=\"\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Assimilierung der Minderheiten schreitet voran.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=96290\"><span style=\"color:#ff8c00; text-decoration:underline; text-decoration-color:#ff8c00; text-decoration-thickness:3px;\"><code>02<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge der Realisierung des Sprachbarometers wurde auch die \u00bbterritoriale, ethnische und nationale Identit\u00e4t\u00ab der S\u00fcdtirolerinnen erhoben. 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