{"id":27202,"date":"2016-02-26T17:40:35","date_gmt":"2016-02-26T16:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=27202"},"modified":"2024-11-26T09:05:41","modified_gmt":"2024-11-26T08:05:41","slug":"gelebte-direkte-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=27202","title":{"rendered":"Gelebte direkte Demokratie."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>Gastbeitrag von Adelheid Mayr, S\u00fcdtirol\/Schweiz<\/em><\/p>\n<p>Die Schweiz ist das einzige Land der Welt, in dem das Volk selbst als h\u00f6chste Instanz \u00fcber eingebrachte Sachfragen abschlie\u00dfend entscheiden kann.<\/p>\n<p>Am Sonntag, 28. Februar findet die erste von vier Volksabstimmungen f\u00fcr 2016 statt. Die Inhalte sind diesmal mehr als brisant: So kann das Schweizer Stimmvolk entscheiden ob f\u00fcr den Gotthard-Stra\u00dfentunnel eine zweite Tunnelr\u00f6hre gebaut wird oder aber ob kriminelle Ausl\u00e4nder mit sofortiger Wirkung ausgeschafft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Solche Initiativen k\u00f6nnen auf Landes-, Kantons- oder Gemeindeebene eingebracht werden. Einige Initiativen sind obligatorisch, z.B. bei Verfassungs\u00e4nderungen muss das Volk dieser zustimmen. Bei Bundesgesetz\u00e4nderungen durch das Parlament reichen 50.000 Unterschriften von stimmberechtigten Personen aus, um diese dem Volk vorzulegen und dadurch gegebenenfalls deren Inkrafttreten zu verhindern. F\u00fcr andere Themen und Vorschl\u00e4ge m\u00fcssen auf Landesebene mindestens 100.000 Unterschriften stimmberechtigter B\u00fcrger gesammelt werden. Auf Kantons- und Gemeindeebene sind die Quoten geringer.<\/p>\n<p>Jeder stimmberechtigte Schweizer B\u00fcrger im In- oder Ausland kann f\u00fcr oder gegen die einzelnen eingebrachten Initiativen abstimmen. Die Abstimmung erfolgt entweder vorab per Briefwahl oder am Abstimmungstag in den von der Gemeinde ausgewiesenen Stellen.<\/p>\n<p>Pionierarbeit leistet die Schweiz vor allem im Aufarbeiten von Themen, \u00fcber die abgestimmt wird. Auf Schweizer, Kantons- und Gemeindeebene werden Brosch\u00fcren erstellt, wo die einzelnen Initiativen neben dem Gesetzestext volksnah und verst\u00e4ndlich erkl\u00e4rt werden. F\u00fcr jede Initiative ist auch eine Stellungnahme der Initiatoren sowie eine Empfehlung des jeweilig zust\u00e4ndigen politischen Organs (z.B. des Regierungsrats) aufgef\u00fchrt. Diese Brosch\u00fcren sind auch online zug\u00e4nglich und k\u00f6nnen unter folgenden Links eingesehen werden (ein Blick lohnt sich; vor allem die S\u00fcdtiroler Politik kann von dieser volksnahen Kommunikationsart noch sehr viel lernen):<\/p>\n<ul>\n<li><strong><a title=\"Schweizweite Initiativen.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/ch_volksabstimmung16.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweizweite Initiativen<\/a>;<\/strong><\/li>\n<li><strong><a title=\"Kantonsebene.\" href=\"http:\/\/www.sk.zh.ch\/internet\/staatskanzlei\/de\/die_staatskanzlei\/veroeffentlichungen\/abstimmungszeitung\/_jcr_content\/contentPar\/downloadlist\/downloaditems\/abstimmungszeitung_v.spooler.download.1450270772721.pdf\/KantVolksAbst_Februar_2016.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kantonsebene,<\/a> am Beispiel des Kantons Z\u00fcrich;<\/strong><\/li>\n<li><strong><a title=\"Gemeindeebene.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/urnengang_kilchberg.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gemeindeebene,<\/a> am Beispiel der Z\u00fcricher Gemeinde Kilchberg <\/strong>(sehr lesenswert ist die Stellungnahme einer unabh\u00e4ngigen Rechnungspr\u00fcfungskommission \u00fcber Kosten\/Nutzen der Instandsetzung eines \u00f6ffentlichen Geb\u00e4udes auf der letzten Seite. Eine solche Kosten-\/Nutzenrechnung h\u00e4tte vielen kleinen S\u00fcdtiroler Gemeinden gut getan, deren Feuerwehrautos in top-modernen, eigens gebauten Holz-\/Glasbauten stehen).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier als Beispiel die Veranschaulichung der Bau- und Sanierungsetappen der Gotthard-Tunnelr\u00f6hre:<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-27205 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/gotthard_sanierung.gif\" alt=\"Gotthard-Sanierung.\" width=\"750\" height=\"857\"\/><\/p><\/blockquote>\n<p>Am Schweizer System der direkten Demokratie wird auch viel Kritik ausge\u00fcbt: Zum Beispiel entscheidet immer die Mehrheit der Stimmen. Bei einer durchschnittlichen Wahlbeteiligung von 44%, entscheidet also nicht einmal die H\u00e4lfte der stimmberechtigen B\u00fcrger \u00fcber die Mehrheit (inkl. Ausl\u00e4nder und Minderj\u00e4hrige). Diese geringe Wahlbeteiligung ist auch ein Indiz, dass die Mehrzahl der B\u00fcrger entweder nicht an den Initiativen interessiert ist oder aber von den Abstimmungen \u00fcberfordert ist. Zu dieser \u00dcberforderung tragen teilweise auch Parteien bei, die im Vorfeld zu den Abstimmungen mit Wahlpropaganda Empfehlungen aussprechen. Einige b\u00f6se Zungen behaupten, das Stimmvolk w\u00fcrde durch diese Interessensgruppen manipuliert. Bef\u00fcrworter der direkten Demokratie halten dagegen, dass es schwerer ist, ein ganzes Volk zu manipulieren, als eine begrenzte Zahl an Abgeordneten und Parlamentariern.<\/p>\n<p>Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die direkte Demokratie zu langsam sei. Es dauert Zeit, bis gen\u00fcgend Unterschriften gesammelt sind, die Initiativen aufbereitet werden und zur Abstimmung kommen. Dem entgegenzuhalten ist, dass die Gesetze dann auch entsprechend durchdacht sind und vom Volk verstanden und mitgetragen werden.<\/p>\n<p>Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Forderungen des Volkes immer h\u00e4ufiger und extremer werden und auch fremden- und wirtschaftsfeindliche Ergebnisse m\u00f6glich sind (z.B. Abstimmung zu Minarettverbot oder <a title=\"Von Schotten und Spinnern.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=18295\">Stoppen der Masseneinwanderung<\/a>). Dadurch steigt der administrative und regulatorische Aufwand, aber auch der internationale Erkl\u00e4rungsbedarf. Wie ich die Schweizer kenne, wird es auch daf\u00fcr eines Tages eine gute neue Initiative geben, die diesen Punkt aufgreifen wird.<\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Adelheid Mayr, S\u00fcdtirol\/Schweiz Die Schweiz ist das einzige Land der Welt, in dem das Volk selbst als h\u00f6chste Instanz \u00fcber eingebrachte Sachfragen abschlie\u00dfend entscheiden kann. 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