{"id":27494,"date":"2016-03-09T14:48:51","date_gmt":"2016-03-09T13:48:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=27494"},"modified":"2024-05-05T10:30:30","modified_gmt":"2024-05-05T08:30:30","slug":"die-vielgescholtenen-treffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=27494","title":{"rendered":"Die Vielgescholtenen treffen."},"content":{"rendered":"<p>Georg Mair <em>(ff)<\/em> und Ulrich Ladurner <em>(Die Zeit,<\/em> gelegentlich <em>ff)<\/em> sind zwei Vielgescholtene hier auf <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\">. Zu oft verstiegen sich die beiden S\u00fcdtiroler Journalisten in die Konstruktion abenteuerlicher Zusammenh\u00e4nge und Argumentationen bzw. Nicht-Zusammenh\u00e4nge und Nicht-Argumentationen. Von <a title=\"Titelgeschichte \u00fcber CLIL und Sprachunterricht.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=26991\">Bauchgef\u00fchlen<\/a> die zu (falschen) Fakten hochstilisiert werden, \u00fcber haltlose <a title=\"Das gute alte Autonomiestatut.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10557\">Behauptungen<\/a>, <a title=\"Pauschalisierungsprojekt ff-Georg Mair.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25435\">Pauschalisierungen<\/a> und <a title=\"Falle oder Chance?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=14963\">Vorurteilen<\/a> bis hin zu unverholenem Chauvinismus gepaart mit einer Art <a title=\"Quotation (222): Der Rassismuslackmustest.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=24898\">(Auto)-Rassismus<\/a>.<\/p>\n<p>In der <em>ff<\/em>-Ausgabe 02\/2016 jedoch sind zwei Artikel erschienen &#8211; einer von Mair und einer von Ladurner &#8211; die Aspekte der gegenw\u00e4rtigen Fl\u00fcchtlingskrise gekonnt und vor allem ehrlich beleuchten. Mair gei\u00dfelt in &#8220;Wer jetzt nicht zweifelt &#8230;&#8221; die Hetze der Rechtspopulisten und mahnt gleichzeitig zu n\u00fcchterner Besonnenheit ob der Gefahr der Aush\u00f6hlung unserer demokratischen Grundordnung.<\/p>\n<p><em>ad Demokratiegef\u00e4hrdung:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Der Jargon, den Rechtspopulisten (eigentlich ein verharmlosender Begriff) in ganz Europa anschlagen, ist durchg\u00e4ngig ekelhaft \u2013 und er hat das Zeug, den Grundkonsens in unserer Gesellschaft \u00fcber B\u00fcrger- und Menschenrechte zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><small><em>\u2013 Georg Mair<br \/>\n<\/em><\/small><\/p><\/blockquote>\n<p><em>ad straff\u00e4llige Asylwerber:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Es gibt kriminelle Asylwerber und Migranten. Es ist logisch, dass es sie gibt, so wie es Verbrecher unter deutschsprachigen S\u00fcdtirolern gibt. [\u2026] Doch unsere Gesellschaft zeichnet aus, dass jeder die gleichen Rechte hat, also auch auf die Unschuldsvermutung und ein faires Gerichtsverfahren.<\/p>\n<p><small><em>\u2013 Georg Mair<\/em><\/small><\/p><\/blockquote>\n<p><em>ad politischer Diskurs:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Rechtspopulisten sind nur allzu gerne dazu bereit, zu tun, was sie anderen vorwerfen: Gesetze zu beugen oder zu brechen, Recht zu verletzen oder auszuhebeln, Regeln eines friedlichen Zusammenlebens zu missachten (dazu geh\u00f6rt auch eine Wortwahl, die kein Ma\u00df kennt). F\u00fcr die dazwischen ist in der Diskussion oft kein Platz mehr, es bleibt kein Raum mehr f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><small><em>\u2013 Georg Mair<\/em><\/small><\/p><\/blockquote>\n<p>Ulrich Ladurner spart in seinem Beitrag nicht mit sympathischer Eigenkritik.<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe mich zwar viele Jahre lang mit der Welt \u201cda drau\u00dfen\u201d besch\u00e4ftigt, aber ich schrieb immer aus der Position eines Menschen, der \u201cdrinnen\u201d war.<\/p>\n<p><small><em>\u2013 Ulrich Ladurner<\/em><\/small><\/p><\/blockquote>\n<p>Und trotz seiner vielen Reisen in Kriegs- und Krisengebiete habe er die Fl\u00fcchtlingskrise so nicht kommen gesehen.<\/p>\n<blockquote><p>H\u00e4tte ich nicht wissen m\u00fcssen, was auf Europa zukommt?<\/p>\n<p><small><em>\u2013 Ulrich Ladurner<\/em><\/small><\/p><\/blockquote>\n<p>Als L\u00f6sung fordert Ladurner ein, dass Europa wieder zum Akteur &#8211; immer auf Basis des Rechts &#8211; werden muss, anstatt ein Getriebener zu sein, der nur reagiert.<\/p>\n<blockquote><p>Ja, wir sind alle in der Welt angekommen, mittendrin. Wir werden uns durch das Errichten von Mauern nicht wieder \u201cherausnehmen\u201d k\u00f6nnen \u2013 doch es ist gewiss keine L\u00f6sung, die Grenzen einfach einzurei\u00dfen. Denn EINE Welt, in der wir leben, braucht notwendigerweise eine Struktur, wenn sie nicht zum Chaos f\u00fchren soll. Und Grenzen geben ihr eine.<\/p>\n<p><small><em>\u2013 Ulrich Ladurner<\/em><\/small><\/p><\/blockquote>\n<p>Ladurner redet hier aber nicht der Abschottung das Wort. Die Anerkennung von Grenzen ist f\u00fcr Ladurner die R\u00fcckkehr zum geordneten Verfahrensablauf &#8211; und damit einhergehender Rechtssicherheit f\u00fcr alle Beteiligten, die im Moment nicht gegeben ist.<\/p>\n<blockquote><p>[Grenzen sind] notwendige Gestaltungsinstrumente. Sie dienen zum Beispiel dazu, dass Massenmigration so gesteuert werden kann, dass die europ\u00e4ischen Gesellschaften die vielen Hunderttausenden nach und nach absorbieren k\u00f6nnen. Dabei haben diese Ziell\u00e4nder der Migranten das Recht zu entscheiden, wer aufgenommen werden soll und wer nicht.<\/p>\n<p><small><em>\u2013 Ulrich Ladurner<\/em><\/small><\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg Mair (ff) und Ulrich Ladurner (Die Zeit, gelegentlich ff) sind zwei Vielgescholtene hier auf . Zu oft verstiegen sich die beiden S\u00fcdtiroler Journalisten in die Konstruktion abenteuerlicher Zusammenh\u00e4nge und Argumentationen bzw. Nicht-Zusammenh\u00e4nge und Nicht-Argumentationen. 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