{"id":29017,"date":"2016-05-02T22:10:11","date_gmt":"2016-05-02T20:10:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=29017"},"modified":"2025-06-26T20:43:45","modified_gmt":"2025-06-26T18:43:45","slug":"iatzzeitungs-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=29017","title":{"rendered":"iatz!ZEITUNGs-Interview."},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Titel <em>\u00bbZukunftsweisende Ideen\u00ab<\/em> ist in der diesj\u00e4hrigen Ausgabe der <em>iatz!ZEITUNG,<\/em> die anl\u00e4sslich des <a title=\"Iatz-Fest.\" href=\"https:\/\/www.iatz.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>iatz!<\/em><\/a>-Fests 2016 gedruckt wurde, ein Interview mit mir erschienen, das ich an dieser Stelle wiedergebe.<\/p>\n<p>Die Links wurden nachtr\u00e4glich hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><hr class=\"dotted-hr\" style=\"height: 4px; width: 100%; border: none; margin-top: 0em; margin-bottom: 0em; background-color: black;\"\/><\/p>\n<p><strong>Herr Constantini, in dem von \u201cBrennerbasisdemokratie\u201d ver\u00f6ffentlichten <a title=\":BBD:-Manifest.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=183\">Manifest<\/a> w\u00fcnschen Sie sich ein mehrsprachiges, nicht mehr ethnozentrisch ausgerichtetes S\u00fcdtirol, das losgel\u00f6st von jeglichem Nationalstaat sein soll. Welche Vorteile versprechen Sie sich von diesem Zukunftsmodell im Vergleich zu einem weiteren Ausbau der S\u00fcdtirol-Autonomie?<\/strong><\/p>\n<p>Die Autonomie ist die bestm\u00f6gliche Antwort auf ein falsches System. Und dieses falsche System ist der Nationalstaat, also ein Staat, der sich aufgrund einer vorherrschenden Sprache und Kultur definiert. Unserer Auffassung nach w\u00e4re es besser, das falsche System zu \u00e4ndern, anstatt weiter an der Autonomie herumzubasteln.<\/p>\n<p>Minderheitenschutz in einem Nationalstaat macht Schutzmechanismen notwendig, die dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, dem sogenannten Zusammenleben, im Weg stehen. Nachdem uns die Autonomie zusteht, weil wir \u201canders\u201d sind, als die restliche \u201cNation\u201d, werden wir dazu animiert, unsere Andersartigkeit immer und immer wieder zu betonen, anstatt die internen Widerspr\u00fcche zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Wenn wir uns jedoch aus freien St\u00fccken als einschlie\u00dfendes und bewusst mehrsprachiges Gebilde konstituieren, w\u00fcrde dieser Unterscheidungsdruck wegfallen. Stattdessen k\u00f6nnten wir konstruktiv an einer den Bed\u00fcrfnissen unseres mehrsprachigen Landes ausgerichteten L\u00f6sung arbeiten. Vorbilder k\u00f6nnten dann bereits existierende Staaten sein, die sich nicht \u201cnational\u201d aufgrund einer einzigen Sprache definieren.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4re da ein Anschluss an \u00d6sterreich nicht einfacher und damit auch der historischen Tiroler Landeseinheit ein St\u00fcck weit Rechnung getragen?<\/strong><\/p>\n<p>Auch \u00d6sterreich hat viele Merkmale eines Nationalstaates, wie die bereits erw\u00e4hnte Orientierung an <span style=\"text-decoration: underline;\">einer<\/span> Sprache und Kultur. So gesehen w\u00e4re ein Anschluss an \u00d6sterreich, der aus historischer Sicht durchaus nicht abwegig w\u00e4re, lediglich die Umkehrung der heutigen Situation. Wir m\u00fcssten dann Schutzmechanismen f\u00fcr die italienische und ladinische Sprachgruppe einf\u00fchren, was wiederum dem gesellschaftlichen Miteinander im Wege st\u00fcnde. Das Freistaatsmodell der Freiheitlichen folgt \u00fcbrigens einer \u00e4hnlichen Umkehrlogik: So bliebe zum Beispiel der Proporz erhalten und der Nationalstaat Italien w\u00e4re die Schutzmacht der S\u00fcdtiroler italienischer Muttersprache. Sie wollen also <a title=\"Alles \u00e4ndern, damit alles gleich bleibt.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=10569\">alles \u00e4ndern, damit alles gleich bleibt.<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Umsetzung Ihres Projekts w\u00fcrde aber direkt in die Kleinstaaterei und zu einer Zersplitterung Europas f\u00fchren&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Das leugne ich keineswegs. Aber ich finde nicht, dass uns die Gro\u00dfstaaterei, gerade im Rahmen einer gr\u00f6\u00dferen Union, \u00fcberhaupt Vorteile bringt. Es sind die gro\u00dfen Nationalstaaten Europas, die das weitere Zusammenwachsen und die bitter notwendige Demokratisierung der EU verhindern, weil sie glauben, es auch allein zu schaffen. Kleinere Einheiten, die zudem n\u00e4her an den Menschen dran sind, haben ein wesentlich gr\u00f6\u00dferes Interesse an politischer Integration, weil ihnen bewusst ist, dass sie allein nicht so leicht \u00fcberlebensf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>In Europa sind es \u00fcbrigens die kleinen Staaten, die im Durchschnitt in Rankings zu Lebensqualit\u00e4t, B\u00fcrokratie, Korruption oder Transparenz die besten Werte erzielen.<\/p>\n<p><strong>Die Plattform \u201cBrennerbasisdemokratie\u201d ist weder eine Partei noch eine organisierte B\u00fcrgerbewegung. Wie sollen ihre Ziele und Ideen mehrheitsf\u00e4hig und verwirklicht werden?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen uns in erster Linie als \u00fcberparteiliche Denkfabrik, die ihre Ziele nicht unmittelbar selbst erreichen muss, sondern durch Meinungsbildung gesellschaftlichen Einfluss aus\u00fcben kann.<\/p>\n<p>Was die Verwirklichung betrifft, berufen wir uns nicht auf das ethnisch begr\u00fcndete \u201cSelbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker\u201d aus dem vergangenen Jahrhundert, sondern <a title=\"Ein modernes \u00bbB\u00fcrgerrecht\u00ab.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=16850\">auf die Grundprinzipien der Demokratie<\/a>, die es der Bev\u00f6lkerung eines jeden Gebiets gestatten m\u00fcssen, letztendlich auch \u00fcber den Rahmen ihrer Selbstregierung frei zu befinden.<\/p>\n<p><strong>Mittlerweile haben Sie auf ihrem Blog, zusammen mit einer kleinen Gruppe von Autoren, knapp 3.000 Artikel und Beitr\u00e4ge zur Eigenstaatlichkeit S\u00fcdtirols ver\u00f6ffentlicht. Warum tun Sie sich das an?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist eine gute Frage&#8230; es ist vermutlich die Lust, gemeinsam mit anderen interessante und zukunftsweisende Ideen zu entwickeln. Und ein St\u00fcck weit auch die Einsicht, dass gewisse Positionen ohne unseren Blog in S\u00fcdtirol unterrepr\u00e4sentiert w\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><hr class=\"dotted-hr\" style=\"height: 4px; width: 100%; border: none; margin-top: 0em; margin-bottom: 0em; background-color: black;\"\/><\/p>\n<p><em>Brennerbasisdemokratie ist <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> Teil des <\/em>iatz!-<em>Fests.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Titel \u00bbZukunftsweisende Ideen\u00ab ist in der diesj\u00e4hrigen Ausgabe der iatz!ZEITUNG, die anl\u00e4sslich des iatz!-Fests 2016 gedruckt wurde, ein Interview mit mir erschienen, das ich an dieser Stelle wiedergebe. Die Links wurden nachtr\u00e4glich hinzugef\u00fcgt. 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