{"id":29047,"date":"2016-05-03T16:02:51","date_gmt":"2016-05-03T14:02:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=29047"},"modified":"2025-08-13T10:00:30","modified_gmt":"2025-08-13T08:00:30","slug":"positionspapier-vollautonomie-und-selbstbestimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=29047","title":{"rendered":"\u203aVollautonomie und Selbstbestimmung\u2039."},"content":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der <a title=\"Teilnehmende der thematischen Workshops.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=28946\">thematischen Workshops<\/a>, die im Rahmen des <em>S\u00fcdtirolkonvents<\/em> stattfinden, wurden die teilnehmenden Organisationen\/Vereine gebeten, jeweils ein Positionspapier vorzubereiten.<\/p>\n<p><img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\"> nimmt an den beiden Workshops \u00bbVollautonomie und Selbstbestimmung\u00ab sowie \u00bbSchule und Bildung\u00ab teil.<\/p>\n<p>Das <a title=\"Positionspapier Vollautonomie und Selbstbestimmung.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/positionspapier_vollautonomieselbstbestimmung.pdf\" rel=\"noopener noreferrer\">Positionspapier<\/a> zum heute ab 16.00 Uhr stattfindenden Workshop (\u00bbVollautonomie und Selbstbestimmung\u00ab) ver\u00f6ffentlichen wir hiermit:<\/p>\n<blockquote><p>Grunds\u00e4tzliches: Die \u00bbVollautonomie\u00ab ist ein (inhaltliches) politisches Ziel, die \u00bbSelbstbestimmung\u00ab ein (formelles) Verfahren bzw. ein Prozess.<\/p>\n<p>Im Rahmen der anstehenden Autonomiereform kann es deshalb darum gehen:<\/p>\n<ul>\n<li>die \u00bbVollautonomie\u00ab umzusetzen und\/oder<\/li>\n<li>die Grundlagen f\u00fcr die Aus\u00fcbung der Selbstbestimmung zu schaffen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unter der sogenannten \u00bbVollautonomie\u00ab wird in S\u00fcdtirol h\u00e4ufig \u2014 und f\u00e4lschlicherweise \u2014 eine etwas weitreichendere Form der innerstaatlichen Teilautonomie verstanden. Streng genommen w\u00e4re eine \u00bbvolle Autonomie\u00ab jedoch erst dann gegeben, wenn man keiner externen gesetzgebenden, vollziehenden oder rechtsprechenden Gewalt mehr unterst\u00fcnde (oder zumindest jederzeit die Macht h\u00e4tte, sich ihrem Einfluss zu entziehen). Etwas weiter gefasst k\u00f6nnte man eine Autonomie auch dann als \u00bbvoll\u00ab bezeichnen, wenn die Zugeh\u00f6rigkeit zu einem Staat nur noch formell besteht und man das verbriefte Recht hat, die Zugeh\u00f6rigkeit jederzeit mit einem definierten und demokratisch frei zug\u00e4nglichen Verfahren aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne geh\u00f6ren die \u00bbVollautonomie\u00ab und die \u00bbSelbstbestimmung\u00ab unzertrennlich zueinander.<\/p>\n<p>Als existierende Beispiele f\u00fcr diese Art von \u00bbVollautonomie\u00ab k\u00f6nnten Gr\u00f6nland, die F\u00e4r\u00f6er und Nordirland genannt werden. Letzterem wurde im Rahmen des \u00bbGood Friday Agreement\u00ab ein Recht auf Selbstbestimmung einger\u00e4umt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Konkret sollte im Rahmen der Autonomiereform aus Sicht von <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\">:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li>versucht werden, m\u00f6glichst viele Kompetenzen in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Landes zu holen (z.B. durch Definition einiger weniger Zust\u00e4ndigkeiten, die beim Staat verbleiben).\n<ul>\n<li>Beispiele f\u00fcr die an das Land zu \u00fcbertragenden Zust\u00e4ndigkeiten w\u00e4ren etwa die \u00f6ffentliche Sicherheit (einschlie\u00dflich Polizei, Gerichtspolizei), Finanz- und Steuerhoheit, Integration und Inklusion, Au\u00dfenbeziehungen des Landes, grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit, Sportautonomie, Mitbestimmung und Partizipation, Bildung\/Schule und Kultur, Gesundheit und Soziales, Justiz, Konsumentenschutz etc.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>ein gro\u00dfes Augenmerk auf die Qualit\u00e4t der Zust\u00e4ndigkeiten gelegt werden:\n<ul>\n<li>Abschaffung der Einschr\u00e4nkung prim\u00e4rer Zust\u00e4ndigkeiten durch \u00bbgrundlegende Reformen des Staates\u00ab und Aushebelung des \u00bbnationalen Interesses\u00ab bzw. der \u00bbSuprematie\u00ab;<\/li>\n<li>Abschaffung der Notwendigkeit von staatlichen Durchf\u00fchrungsbestimmungen zur Umsetzung des Autonomiestatuts;<\/li>\n<li>Schaffung eines Landesverfassungsgerichtes nach dem Vorbild der deutschen Landesverfassungsgerichte; dieses sollte die letzte Instanz bei Streitigkeiten bez\u00fcglich der Deutung\/Auslegung des Autonomiestatuts und bei rechtlichen Konflikten zwischen Staat und Land sein;<\/li>\n<li>Internationale Verankerung des \u00fcberarbeiteten Autonomiestatuts.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>ein Verfahren zur Umsetzung der Selbstbestimmung (demokratische Entscheidungsm\u00f6glichkeit \u00fcber den staatlich-institutionellen Rahmen bis hin zur staatlichen Unabh\u00e4ngigkeit) definiert und verankert werden:\n<ul>\n<li>Als Beispiel kann hier das \u00bbjurassische Modell\u00ab (Jura\/Schweiz) genannt werden, ein mehrstufiges Verfahren, an dessen Anfang <span style=\"text-decoration: underline;\">und<\/span> an dessen Ende je eine Volksabstimmung steht. Mit der ersten Abstimmung kann die Bev\u00f6lkerung dar\u00fcber befinden, <span style=\"text-decoration: underline;\">ob<\/span> ein Losl\u00f6sungs- bzw. ein konstitutiver Prozess in Gang gesetzt werden soll, in dessen Verlauf \u2014 z.B. mit einem partizipativen Verfahren \u2014 alle wesentlichen Details der Staatswerdung (einschlie\u00dflich einer Verfassung, der Verhandlungen mit dem Staat \u00fcber die Aufteilung von Aktiva und Passiva und\/oder mit der EU \u00fcber die Konditionen der Mitgliedschaft etc.) definiert werden sollten. Am Ende dieses Prozesses m\u00fcsste dann die Bev\u00f6lkerung noch einmal konkret dar\u00fcber befinden, ob das Ergebnis angenommen und somit die Staatswerdung vollzogen wird oder nicht. Damit wird der Ungewissheit einer einstufigen Abstimmung vorgebeugt.<\/li>\n<li>Sowohl an den Abstimmungen (Maximalforderung), als auch am konstitutiven Prozess (Minimalforderung) sollten alle in S\u00fcdtirol ans\u00e4ssigen Menschen (bzw. deren VertreterInnen) beteiligt werden. Dies umfasst ausdr\u00fccklich auch die ZuwandererInnen und sogenannte \u00bbRandgruppen\u00ab wie Roma\/Sinti.<\/li>\n<li>Von herausragender Wichtigkeit wird sein, dass dieses Recht nicht der Region, sondern dem Land bzw. den L\u00e4ndern zuerkannt wird.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/blockquote>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"\u00bbBildung und Schule\u00ab.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=29069\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Vorfeld der thematischen Workshops, die im Rahmen des S\u00fcdtirolkonvents stattfinden, wurden die teilnehmenden Organisationen\/Vereine gebeten, jeweils ein Positionspapier vorzubereiten. nimmt an den beiden Workshops \u00bbVollautonomie und Selbstbestimmung\u00ab sowie \u00bbSchule und Bildung\u00ab teil. 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