{"id":30297,"date":"2016-07-16T23:47:30","date_gmt":"2016-07-16T21:47:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=30297"},"modified":"2019-01-20T00:38:05","modified_gmt":"2019-01-19T23:38:05","slug":"wie-kann-er-nur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=30297","title":{"rendered":"Wie kann er nur?"},"content":{"rendered":"<p>In der Radiosendung <em><a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/442478\">&#8220;Im Journal zu Gast&#8221;<\/a><\/em> auf \u00d61 lie\u00df Pr\u00e4sidentschaftskandidat Alexander van der Bellen mit bemerkenswerten, wenngleich nicht neuen, Aussagen aufhorchen.<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00d61: Herr van der Bellen, wir sprechen rund zw\u00f6lf Stunden nach dem Putschversuch in der T\u00fcrkei und keine 40 Stunden nach den Vorf\u00e4llen in Nizza. Wie bewerten Sie denn beide Vorf\u00e4lle? Vielleicht beginnen wir mit der T\u00fcrkei.<\/strong><\/p>\n<p>VdB: [\u2026] Ich glaube, eine demokratisch gew\u00e4hlte Regierung kann nur \u00fcber die Wahlurne sozusagen abgel\u00f6st werden und nicht durch milit\u00e4rische Gewalt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob die derzeitige t\u00fcrkische Regierung demokratisch zustande gekommen ist, hat Van der Bellen in der Sache nat\u00fcrlich absolut recht. Umso erstaunlicher, weil irgendwie gegens\u00e4tzlich, seine folgenden Aussagen:<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00d61: W\u00fcrden Sie Strache, Hofer, jemanden von der FP\u00d6 derzeit angeloben?<\/strong><\/p>\n<p>VdB: Es geht hier nicht um Personen, sondern es geht darum, dass jede \u00f6sterreichische Bundesregierung sich doch bewusst sein muss, \u00fcber die Rolle \u00d6sterreichs in der Europ\u00e4ischen Union, \u00fcber die Bedeutung eines vereinten Europas.<\/p>\n<p><strong>\u00d61: Aber das kann man ja umlegen, nach der j\u00fcngsten \u00d6XIT-Debatte, auf Norbert Hofer. Ganz konkret gefragt: Erf\u00fcllt er diese Kriterien, die sie selbst genannt haben, oder nicht \u2013 beziehungsweise Strache?<\/strong><\/p>\n<p>VdB: Meiner Ansicht nach erf\u00fcllt kein Politiker, der mit dem Austritt aus der Union leichtfertig spielt, die Kriterien f\u00fcr einen Bundesminister, geschweige denn Bundeskanzler.<\/p>\n<p><strong>\u00d61: Das hei\u00dft, das schlie\u00dfen sie aus, eine Angelobung.<\/strong><\/p>\n<p>VdB: Ja.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das kann er doch nicht machen! Vor allem nicht mit <em>der<\/em> Begr\u00fcndung. Ich bin f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union und halte sie f\u00fcr eine gro\u00dfe Errungenschaft. Sie jedoch derart &#8220;absolut&#8221; zu setzen, als dass man wegen ihr eine parlamentarische Mehrheit \u00fcbergehen muss, ist Schwachsinn und undemokratisch. Jemanden nicht angeloben, weil er\/sie offen rassistisch ist. Ok. Jemanden nicht angeloben, weil er\/sie die Menschenrechte nicht achtet. Ok. Jemanden nicht angeloben, weil er\/sie sich nicht zu den demokratischen Grundprinzipien bekennt. Ok. Aber jemanden aufgrund seiner\/ihrer Einstellung zur Mitgliedschaft in einem Staatenverbund nicht anzugeloben, ist hirnrissig. Ein Austritt w\u00e4re meiner Meinung nach zwar auch hirnrissig, ist aber eine v\u00f6llig legitime demokratische Position, die gegen keine Grundrechte verst\u00f6\u00dft. Deswegen den Frieden im Land aufs Spiel zu setzen, ist fahrl\u00e4ssig. Abgesehen davon, dass die Nichtangelobung ja prophylaktisch und nicht anlassbezogen erfolgen w\u00fcrde. Umso erstaunlicher ist Van der Bellens Sakrosanktisierung der Europ\u00e4ischen Union, wenn man wei\u00df, dass die Gr\u00fcnen 1994 im Vorfeld der EU-Volksabstimmung \u2014 teilweise mit guten (\u00f6kologischen, antikapitalistischen, solidarischen) Gr\u00fcnden \u2014 als vehemente Gegner eines Beitritts \u00d6sterreichs aufgetreten sind und die FP\u00d6 anf\u00e4nglich sogar daf\u00fcr war, ehe sie dann doch auf ein Nein umgeschwenkt hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_30302\" aria-describedby=\"caption-attachment-30302\" style=\"width: 251px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/005-plakat-gruene-gg-EU-so-nicht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-30302\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/005-plakat-gruene-gg-EU-so-nicht.jpg\" alt=\"Das Wahlplakat der Gr\u00fcnen zur EU-Volksabstimmung 1994\" width=\"251\" height=\"350\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30302\" class=\"wp-caption-text\">Das Plakat der Gr\u00fcnen zur EU-Volksabstimmung 1994<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_30305\" aria-describedby=\"caption-attachment-30305\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/plakate_eu_volksabstimmung-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-30305\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/plakate_eu_volksabstimmung-3.jpg\" alt=\"Plakate der FP\u00d6 zur EU-Volksabstimmung 1994\" width=\"500\" height=\"349\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30305\" class=\"wp-caption-text\">Plakate der FP\u00d6 zur EU-Volksabstimmung 1994<\/figcaption><\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Radiosendung &#8220;Im Journal zu Gast&#8221; auf \u00d61 lie\u00df Pr\u00e4sidentschaftskandidat Alexander van der Bellen mit bemerkenswerten, wenngleich nicht neuen, Aussagen aufhorchen. \u00d61: Herr van der Bellen, wir sprechen rund zw\u00f6lf Stunden nach dem Putschversuch in der T\u00fcrkei und keine 40 Stunden nach den Vorf\u00e4llen in Nizza. 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