{"id":31659,"date":"2016-09-22T00:16:07","date_gmt":"2016-09-21T22:16:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=31659"},"modified":"2020-07-23T23:48:07","modified_gmt":"2020-07-23T21:48:07","slug":"hallo-polizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=31659","title":{"rendered":"Hallo, Polizei?"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe sowohl n\u00f6rdlich als auch s\u00fcdlich des Brenners als Journalist bei Zeitungen gearbeitet. Dabei ist mir der in erster Linie der unterschiedliche Umgang mit Pers\u00f6nlichkeitsrechten aufgefallen. Im Gegensatz zu Nordtirol stehen in S\u00fcdtirol Unfallopfer, Verbrechensopfer, Tatverd\u00e4chtige und mitunter sogar Zeugen mit vollem Namen in der Zeitung. Eine zutiefst unw\u00fcrdige Praxis, die ich schon mehrfach <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=14476\"><code>01<\/code><\/a> <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=23039\"><code>02<\/code><\/a> angeprangert habe. Ein weiteres Kapitel f\u00fcr sich ist die Abwicklung der so genannten &#8220;schwarzen Chronik&#8221; (Unf\u00e4lle, Kriminalit\u00e4t und dergleichen).<\/p>\n<p>In Nordtirol funktioniert das so: Es gibt eine zentrale, bei der Landespolizeidirektion angesiedelte <a href=\"http:\/\/www.polizei.gv.at\/tirol\/presse\/aussendungen\/presse.aspx\">Pressestelle<\/a>. Dort werden s\u00e4mtliche Ereignisse, bei denen Einsatzkr\u00e4fte (Bergrettung, Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz usw.) involviert waren, gesammelt und entsprechende Mitteilungen mehrmals t\u00e4glich an die Medien versandt. Es gibt einen Leiter und f\u00fcnf Pressesprecher. (Ein Amt, dessen Wichtigkeit jedem sp\u00e4testens seit dem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9vXkRITw9oc\">souver\u00e4nen Auftritt von <span class=\"st\">Marcus da Gloria Martins<\/span><\/a> im Zuge des Amoklaufes in M\u00fcnchen bewusst sein d\u00fcrfte.) Die Meldungen sind nat\u00fcrlich auch auf der Webseite der LPD abrufbar.<\/p>\n<blockquote><p>Verkehrsunfall mit Verletzten auf der B 179 in Nassereith<\/p>\n<p>Ein 63-j\u00e4hriger deutscher StA kam am 17.09.2016 gegen 08:25 Uhr mit seinem PKW auf der regennassen Fahrbahn der B 179 in Nassereith ins Schleudern und geriet \u00fcber den talseitigen Fahrbahnrand hinaus. Das Fahrzeug st\u00fcrzte \u2013 sich einmal \u00fcberschlagend \u2013 \u00fcber die Stra\u00dfenb\u00f6schung und kam ca f\u00fcnf Meter tiefer auf der dortigen Gemeindestra\u00dfe auf den R\u00e4dern zum Stillstand. Der Lenker und drei weitere Fahrzeuginsassen (alles deutsche StA &#8211; 79, 59 und 57 Jahre) wurden bei diesem Unfall unbestimmten Grades verletzt und in die Krankenh\u00e4user nach Garmisch-Partenkirchen und Zams eingeliefert. Am Fahrzeug entstand schwerer Sachschaden.<\/p>\n<p>Bearbeitende Dienststelle: PI Nassereith (BPK Imst)<br \/>\nTelNr: 059133 7103<\/p>\n<p class=\"reaktion\">Presseaussendung<br \/>\nvom 17.09.2016, 14:56 Uhr<\/p>\n<p class=\"reaktion\">Reaktionen bitte an <a href=\"mailto:LPD-T-Oeffentlichkeitsarbeit@polizei.gv.at\">Die Redaktion<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<div class=\"info_pa\">\n<p class=\"reaktion\">Diese Praxis hat zur Folge, dass sich die Einsatzkr\u00e4fte auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren k\u00f6nnen und nicht dauernd von Journalisten behelligt werden, da in einem Gro\u00dfteil der F\u00e4lle die Pressemeldung ausreichend ist, um \u00fcber ein Chronik-Ereignis wie einen gew\u00f6hnlichen Verkehrsunfall berichten zu k\u00f6nnen. Die LPD informiert somit auch alle Medien im Lande gleichberechtigt und es ist sichergestellt, dass ausschlie\u00dflich offizielle polizeiliche Meldungen und nicht die bisweilen divergierenden, individuellen Darstellungen Einzelner an die \u00d6ffentlichkeit gelangen. Sollte es dennoch offene Fragen geben, steht meist auch die Kontaktnummer der bearbeitenden Dienststelle dabei.<\/p>\n<p class=\"reaktion\">Daneben gibt es eine auf Blaulichteins\u00e4tze diverser Einsatzorganisationen spezialisierte <a href=\"http:\/\/www.zoom-tirol.at\/\">Bild- und Nachrichtenagentur<\/a>, \u00fcber die man Fotos von Unf\u00e4llen, Br\u00e4nden usw. beziehen kann. Die Journalisten k\u00f6nnen sich dadurch auf ihr Kerngesch\u00e4ft, die Recherchearbeit, anstatt auf schiere Dokumentation tragischer Ereignisse fokusieren.<\/p>\n<p class=\"reaktion\">Wechsel nach S\u00fcdtirol: Hier machen die Redaktionen &#8211; und zwar alle Redaktionen &#8211; mehrmals t\u00e4glich einen Rundruf &#8211; bei Carabinieri, Staatspolizei, Stadtpolizei, Finanzern, Wei\u00dfes Kreuz usw. &#8220;Hab ihr was f\u00fcr uns?&#8221;, &#8220;Ist etwas Besonderes passiert?&#8221; &#8220;Stimmt das, dass es eine K\u00f6rperverletzung gegeben hat?&#8221; Der einmal mehr, einmal weniger auskunftsfreudige Beamte erz\u00e4hlt dem Journalisten &#8211; und zwar jedem Journalisten &#8211; dann die Geschichte. Wohl immer ein klein wenig anders. Mitunter m\u00fcssen mehrere Dienststellen durchtelefoniert werden, um die ganzen Details zu erfahren. Es gibt n\u00e4mlich eine gro\u00dfe Konkurrenz zwischen den Einsatzkr\u00e4ften, die auch sehr darauf erpicht sind, vollz\u00e4hlig genannt zu werden. Alles in allem ein sagenhaft ineffizientes und unprofessionelles Prozedere, das auf beiden Seiten wichtige Ressourcen bindet, die viel sinnvoller eingesetzt werden k\u00f6nnten. Zuguterletzt m\u00fcssen in vielen Redaktionen am Land die Journalisten im Falle eines Brandes oder Unfalls dann auch noch ins Auto springen, um ein Foto von der Szenerie zu ergattern.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe sowohl n\u00f6rdlich als auch s\u00fcdlich des Brenners als Journalist bei Zeitungen gearbeitet. Dabei ist mir der in erster Linie der unterschiedliche Umgang mit Pers\u00f6nlichkeitsrechten aufgefallen. Im Gegensatz zu Nordtirol stehen in S\u00fcdtirol Unfallopfer, Verbrechensopfer, Tatverd\u00e4chtige und mitunter sogar Zeugen mit vollem Namen in der Zeitung. 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