{"id":31917,"date":"2016-10-08T23:49:16","date_gmt":"2016-10-08T21:49:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=31917"},"modified":"2023-01-08T14:19:16","modified_gmt":"2023-01-08T13:19:16","slug":"darfs-auch-ein-bisserl-mehr-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=31917","title":{"rendered":"Darf&#8217;s auch ein bisserl mehr sein?"},"content":{"rendered":"<p>Es steht au\u00dfer Frage, dass Energie ihren Preis haben darf. Im Sinne \u00f6kologischer Verantwortung ist ein bewusster und sparsamer Umgang mit Strom und dessen umweltschonende Erzeugung nicht nur erstrebenswert, sondern unumg\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Dennoch wirft ein <a title=\"Die perfekte Familie\u2026 am Arsch.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=31549\">neuerlicher Nord-S\u00fcdtirol-Vergleich<\/a> ein paar Fragen auf, auf die es wohl kaum einleuchtende Antworten gibt. Sowohl im Bundesland Tirol als auch in S\u00fcdtirol gibt es eine Art &#8220;Landesenergiegesellschaft&#8221;, die sich zu 100 Prozent in \u00f6ffentlicher Hand befindet. Im Norden ist dies die <a href=\"https:\/\/www.tiwag.at\/\">TIWAG<\/a> (Tiroler Wasserkraft AG), deren Anteile sich zu 100 Prozent im Besitz des Landes Tirol befinden. In S\u00fcdtirol gibt es seit 2016 <a href=\"http:\/\/www.alperia.eu\">Alperia<\/a> &#8211; ein Zusammenschluss aus der S\u00fcdtiroler Energiegesellschaft SEL und der <span class=\"st\">Etschwerke AG &#8211; mit ihren Eigent\u00fcmern Land S\u00fcdtirol, SELFIN, Gemeinde Bozen und Gemeinde Meran. Sowohl Alperia als auch die TIWAG setzen aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten auf die Wasserkraft. Organisationsstruktur und Produktionsbedingungen sind also durchaus vergleichbar.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Ein Preisvergleich der beiden \u00f6ffentlichen Energieversorger f\u00f6rdert allerdings Erstaunliches zutage.<\/p>\n<blockquote><p><a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/strompreis.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-31950 size-full aligncenter\" src=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/strompreis.jpg\" width=\"777\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/strompreis.jpg 777w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/strompreis-768x462.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 777px) 100vw, 777px\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Standardanschluss der TIWAG f\u00fcr Haushalte in Wohnungen oder Einfamilienh\u00e4usern ist mit 6 kW abgesichert. In S\u00fcdtirol sind lediglich 3 kW, also genau die H\u00e4lfte, Standard. Wer mehr Netzleistung m\u00f6chte (mit 3 kW kommt ein gew\u00f6hnlicher Haushalt nicht aus, ohne dass regelm\u00e4\u00dfig die Sicherung fliegt), muss auch mehr bezahlen. Viel mehr. Die Preise f\u00fcr einen 6 kW Anschluss sind bei Alperia <del>ziemlich genau doppelt so hoch wie<\/del> rund 60 Prozent h\u00f6her als bei der TIWAG. Eine durchschnittliche vierk\u00f6pfige Familie mit einem Verbrauch von 2700 kWh j\u00e4hrlich zahlt in S\u00fcdtirol fast 800 Euro. In Nordtirol stehen f\u00fcr dieselbe Leistung nur knapp \u00fcber <del>400<\/del> 500 Euro auf der Stromrechnung.<\/p>\n<p>Das Argument, dass die niedrige Anschlussleistung und die hohen Preise Stromsparen helfen w\u00fcrden, zieht in diesen Dimensionen noch nicht wirklich. Eine vierk\u00f6pfige Familie mit einer zeitgem\u00e4\u00dfen Ausstattung an modernen, energiesparenden Elektroger\u00e4ten (Waschmaschine, W\u00e4schetrockner, Computer, Fernseher, Elektroherd, Backrohr, K\u00fchlschrank, Gefrierschrank) wird auch bei einem sehr sparsamen Umgang nicht wesentlich weniger als 2700 kWh im Jahr verbrauchen.<\/p>\n<p>Warum also Alperia seinem Eigent\u00fcmer (die S\u00fcdtiroler Bev\u00f6lkerung) so viel mehr abkn\u00f6pft und die Vorteile \u00f6ffentlicher, landeseigener Energiegewinnung nicht einmal ann\u00e4hernd in dem Ausma\u00df weitergibt, wie es die TIWAG tut, ist unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<blockquote><p>Wir geben die Energie, die S\u00fcdtirol uns schenkt, weiter an die Menschen. Um Energie zu spenden und damit aktiv eine energiereiche Zukunft zu gestalten. Im Einklang mit unserer kraftvollen Natur, der Quelle unserer Energie.<\/p>\n<p>Quelle: alperia.eu<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 1924 ist die TIWAG untrennbar mit erneuerbarer, sauberer und CO<sub>2<\/sub>-freier Stromgewinnung aus heimischer Wasserkraft verbunden. Damit auch k\u00fcnftige Generationen einen hohen Lebensstandard in einer lebenswerten Umwelt mit ausreichender Besch\u00e4ftigung und wirtschaftlicher Weiterentwicklung vorfinden, sehen wir es als unsere zentrale Aufgabe, Tirol sicher und kosteng\u00fcnstig mit Energie zu versorgen.<\/p>\n<p>Quelle: tiwag.at<\/p><\/blockquote>\n<p>Bitte nicht falsch verstehen. Die TIWAG ist mindestens ebenso skandaltr\u00e4chtig wie die Vorg\u00e4ngerorganisationen der Alperia (Stichwort SEL-Skandal). Die dubiosen TIWAG-Gesch\u00e4fte mit Cross-Border-Leasing durch US-Konzerne haben nicht nur den prominentesten TIWAG-Kritiker und <a href=\"http:\/\/www.dietiwag.org\/\">Aufdecker Markus Wilhelm<\/a> auf die Palme gebracht. Aber zumindest das Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis mutet bei der TIWAG im Gegensatz zum S\u00fcdtiroler Energieriesen einigerma\u00dfen fair an. Und dass ein Standardanschluss von 3 kW in einem Industrieland heutzutage ein absoluter Witz ist, muss nun wirklich <a title=\"Sicherungen durchgebrannt?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=14476\">nicht neuerlich<\/a> dargelegt werden.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong><br \/>\nEs ist mir \u00fcberaus peinlich, aber in der originalen Ausgabe dieses Artikels ist mir ein Fehler passiert. Der <a href=\"https:\/\/www.alperiaenergy.eu\/irj\/portal\/ae\/confronto_ee?guest_user=g_aew_de&amp;logout_submit=1\">Alperia-Tarifrechner<\/a> rechnet brutto. Bei den TIWAG-Preisen habe ich allerdings die Nettowerte angenommen. Die TIWAG-Betr\u00e4ge sind also 20 Prozent h\u00f6her. An der Grundaussage \u00e4ndert das allerdings wenig. Die Preise liegen hierzulande durchschnittlich immer noch 60 Prozent \u00fcber jenen im TIWAG-Land. Ich habe die Grafik entsprechend aktualisiert und bitte um Entschuldigung.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Sicherungen durchgebrannt?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=14476\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Tiefstes Mittelalter.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=23039\"><code>02<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es steht au\u00dfer Frage, dass Energie ihren Preis haben darf. 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