{"id":35300,"date":"2017-07-03T10:10:38","date_gmt":"2017-07-03T08:10:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=35300"},"modified":"2020-05-06T21:55:04","modified_gmt":"2020-05-06T19:55:04","slug":"das-ethnisch-nationale-vetorecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=35300","title":{"rendered":"Das ethnisch-nationale Vetorecht."},"content":{"rendered":"<p>Landeshauptmann Arno Kompatscher (<abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr>) suggeriert in Zusammenhang mit dem Ergebnis des S\u00fcdtirolkonvents, dass er nach dem Prinzip der \u00bbdoppelten Mehrheit\u00ab vorgehen wird. Sprich: Ein Vorschlag hat dann Bestand, wenn er die Gesamtmehrheit und noch einmal in jeder Sprachgruppe die Mehrheit erlangt hat. F\u00fcr ein Gremium wie den K33, der nicht nach dem Mehrheit-Minderheit-Prinzip h\u00e4tte arbeiten sollen, ist diese Haltung per se schon sonderbar. Nirgends wurde im Vorfeld festgeschrieben, dass eine Mehrheit \u2014 schon gar keine \u00bbdoppelte\u00ab \u2014 n\u00f6tig sein w\u00fcrde, um Ideen voranzubringen.<\/p>\n<p>Davon abgesehen halte ich dieses Prinzip der doppelten Mehrheit f\u00fcr ein bedenkliches und ein potentiell gef\u00e4hrliches, denn bei einem Italieneranteil von 26% kommt dies einem Vetorecht gleich, das \u2014 theoretisch \u2014 rund 13% der S\u00fcdtirolerInnen gegen die restlichen 87% ausspielen k\u00f6nnen. Noch schlimmer: Dieses Vetorecht ist \u00bbethnisch\u00ab unausgewogen, da die Stimme einer bzw. eines Italienischsprachigen \u00fcber zweieinhalb mal mehr wert ist, als die Stimme einer bzw. eines Deutschsprachigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die LadinerInnen, die sowohl auf Staats-, als auch auf Landesebene eine sprachlich-kulturelle Minderheit sind, wurde ein solches Vetorecht vielsagenderweise nicht ins Auge gefasst \u2014 sondern vordergr\u00fcndig f\u00fcr jene Sprachgemeinschaft, die Teil der \u00bbnationalen Mehrheit\u00ab ist, die in Rom schalten und walten kann, wie sie will. Dort gibt es kein Vetorecht f\u00fcr die Mehrheit der Deutschsprachigen, ja nicht einmal ein Vetorecht f\u00fcr eine etwaige gemeinsame Mehrheit der nationalen Minderheiten.<\/p>\n<p>Ausgleich und Dialog zwischen den Sprachgruppen in S\u00fcdtirol sind wichtig, \u00fcber entsprechende Mechanismen soll und darf man diskutieren. Ein asymmetrisches Vetorecht zu Lasten der Sprachminderheiten, wie es sich nun abzeichnet, ist jedoch meiner Meinung nach absurd.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Pariteticit\u00e0&nbsp; \u00e8 discriminazione.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=29959\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Entscheidend ist, was hinten rauskommt.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=29677\"><code>02<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) suggeriert in Zusammenhang mit dem Ergebnis des S\u00fcdtirolkonvents, dass er nach dem Prinzip der \u00bbdoppelten Mehrheit\u00ab vorgehen wird. Sprich: Ein Vorschlag hat dann Bestand, wenn er die Gesamtmehrheit und noch einmal in jeder Sprachgruppe die Mehrheit erlangt hat. 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