{"id":35853,"date":"2017-08-09T10:20:32","date_gmt":"2017-08-09T08:20:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=35853"},"modified":"2026-02-02T09:21:42","modified_gmt":"2026-02-02T08:21:42","slug":"sudtiroler-vergraulungskultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=35853","title":{"rendered":"S\u00fcdtiroler Vergraulungskultur."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>Leserinnenbeitrag<\/em><\/p>\n<p>Mein Name ist Maria*, ich stamme aus Polen und lebe seit \u00fcber 15 Jahren in einer deutschen Gro\u00dfstadt, wo ich ein Doppelstudium absolviert und anschlie\u00dfend in gr\u00f6\u00dferen Unternehmen der IT-Branche gearbeitet habe. Mein Mann ist S\u00fcdtiroler und ich habe inzwischen die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft angenommen. Nun haben wir aus privaten Gr\u00fcnden beschlossen, k\u00fcnftig unseren Lebensmittelpunkt nach S\u00fcdtirol zu verlegen, weshalb ich begonnen habe, mich vor Ort nach einer Arbeitsstelle umzusehen. Neben Polnisch spreche ich Deutsch, Englisch und Russisch auf nahezu muttersprachlichem Niveau; meine Italienischkenntnisse sind sehr bescheiden, doch ich habe mich in Deutschland und in S\u00fcdtirol bereits nach Intensivkursen umgesehen.<\/p>\n<p>Unter anderem habe ich mich an eine private S\u00fcdtiroler Agentur gewandt, die sich auf die Vermittlung von hochqualifiziertem Personal spezialisiert hat. Obwohl ich klar gemacht habe, dass ich im Augenblick keinem Zeitdruck unterliege (ich kann eine neue Stelle sofort oder erst in einigen Monaten antreten) und dass ich bereit bin, w\u00e4hrend oder vor Antritt des neuen Jobs gut Italienisch zu lernen, hat man mir bereits beim zweiten Telefongespr\u00e4ch zu verstehen gegeben, dass meine derzeit mangelnden Italienischkenntnisse ein nicht zu \u00fcberwindendes Hindernis sein k\u00f6nnten und dass es umgekehrt (wenn ich also muttersprachlich Italienisch, aber \u2014 noch? \u2014 kein Deutsch sprechen w\u00fcrde) zumindest in Bozen kein Problem w\u00e4re, eine Stelle zu finden. Das erstaunt mich nicht nur, weil Deutsch in S\u00fcdtirol eine gleichberechtigte Sprache sein sollte, sondern haupts\u00e4chlich, weil in der IT-Branche prim\u00e4r gute Englischkenntnisse (und nicht die Beherrschung der jeweilgen Nationalsprachen) ausschlaggebend sind.<\/p>\n<p>Noch bemerkenswerter als die angeblichen sprachlichen Barrieren, fand ich jedoch, dass mir ebenfalls bereits beim zweiten Telefongespr\u00e4ch ausdr\u00fccklich empfohlen wurde, meinen Mann nach Deutschland zu holen, statt selbst nach S\u00fcdtirol zu ziehen, da das vermutlich einfacher w\u00e4re. Ich halte eine solche Aussage, wie (wenig) ernsthaft sie gemeint sein mag, f\u00fcr eine Katastrophe f\u00fcr einen Wirtschaftsstandort. Dies hat mich (und meinen Mann) nun auch dazu bewogen, den Vorfall \u00f6ffentlich zu machen, um im besten Fall eine Debatte anzuregen. Auch mein Mann ist \u00fcbrigens Akademiker; wenn wir also beide nach Deutschland ziehen (bzw. dort bleiben) w\u00fcrden, k\u00e4men S\u00fcdtirol zwei hoch qualifizierte, mehrsprachige Kr\u00e4fte abhanden.<\/p>\n<p>Um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen m\u00f6chte ich betonen, dass:<\/p>\n<ul>\n<li>ich auf meine Absicht, einen oder mehrere Intensivsprachkurse zu besuchen, aufmerksam gemacht habe;<\/li>\n<li>ich hoch qualifiziert bin und mir in Deutschland regelm\u00e4\u00dfig von so genannten \u201eHeadhuntern\u201c neue Stellen angeboten werden (ich bin also alles andere als schwer vermittelbar);<\/li>\n<li>ich darauf hingewiesen habe, dass ich bereit bin, in S\u00fcdtirol auch weniger qualifizierte Stellen anzunehmen (und die Empfehlung, in Deutschland zu bleiben, sich nicht auf meine fachliche Qualifikation bezog);<\/li>\n<li>meine Gehaltsvorstellungen noch kein Thema waren (daf\u00fcr war es noch zu fr\u00fch).<\/li>\n<\/ul>\n<p><small><em>*) ge\u00e4ndert, richtiger Name ist <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\"> bekannt<\/em><\/small><\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leserinnenbeitrag Mein Name ist Maria*, ich stamme aus Polen und lebe seit \u00fcber 15 Jahren in einer deutschen Gro\u00dfstadt, wo ich ein Doppelstudium absolviert und anschlie\u00dfend in gr\u00f6\u00dferen Unternehmen der IT-Branche gearbeitet habe. 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