{"id":38628,"date":"2018-01-21T20:15:37","date_gmt":"2018-01-21T19:15:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=38628"},"modified":"2022-05-01T12:06:13","modified_gmt":"2022-05-01T10:06:13","slug":"neukaledonien-stimmt-2018-uber-seine-unabhangigkeit-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=38628","title":{"rendered":"Neukaledonien stimmt \u00fcber die Unabh\u00e4ngigkeit ab."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p>Die S\u00fcdseeinsel Neukaledonien, Teil Frankreichs und der EU, wird 2018 \u00fcber ihre Unabh\u00e4ngigkeit abstimmen. Das knapp 270.000 Einwohner z\u00e4hlende Gebiet nord\u00f6stlich von Australien ist eine autonome Region Frankreichs (<em>collectivit\u00e9 sui generis<\/em>), die auch im Parlament in Paris und im Europaparlament vertreten ist. Das Land hei\u00dft so, weil es den Entdecker J. Cook an Schottland erinnerte.<\/p>\n<p>In den 1980er Jahren hatte das indigene Volk Neukaledoniens, die Kanaken, unter dem legend\u00e4ren Jean-Marie Tjibaou f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit gek\u00e4mpft. Seit 1986 befindet sich das Gebiet auf der Dekolonisierungsliste der Vereinten Nationen. Nach Todesopfern kam es 1998 zum Abkommen von Noum\u00e9a zwischen Paris und der kanakischen Unabh\u00e4ngigkeitsfront FKNLS. Dieses Abkommen sicherte der Insel eine weitreichende Autonomie zu und verpflichtete Frankreich, binnen 2018 eine Volksabstimmung zur Selbstbestimmung abzuhalten. Bei einer Ablehnung der Unabh\u00e4ngigkeit m\u00fcssen weitere zwei Volksabstimmungen abgehalten werden.<\/p>\n<p>Neukaledonien ist politisch deutlich geteilt. Im 54 Sitze umfassenden Regionalparlament sitzen heute 25 Abgeordnete der Unabh\u00e4ngigkeitsfront, w\u00e4hrend 29 Abgeordnete die Sezession ablehnen. Der derzeitige Pr\u00e4sident Philippe Germain lehnt die Unabh\u00e4ngigkeit ab, sein Vize ist ein Sezessionsbef\u00fcrworter. W\u00e4hrend die melanesischen Ureinwohner, die Kanaken (40,3% der Bev\u00f6lkerung), in gro\u00dfer Mehrheit auf einen eigenen Staat Kanaky setzen, pl\u00e4dieren die allermeisten Nachfahren der europ\u00e4ischen Einwanderer (Caldoches) und andere Europ\u00e4er (29,2% der Bev\u00f6lkerung) f\u00fcr den Verbleib bei Frankreich. Eine dritte ethnisch bunt gemischte Gruppe, vor allem Polynesier und Asiaten, sind mehrheitlich f\u00fcr Frankreich. Die Kanaken beklagen immer noch eine systemische Diskriminierung und Ungleichheit in der neukaledonischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Frankreich hat diese Insel, zweieinhalb Mal so gro\u00df wie S\u00fcdtirol, vor 160 Jahren in Besitz genommen und m\u00f6chte sie behalten, sowohl aus strategischen Gr\u00fcnden, aber auch weil die Nickelreserven (immerhin 25% der Weltreserven) von Interesse sind. Paris wird den Wahlberechtigten den Verbleib bei Frankreich durch spezielle wirtschaftliche und finanzielle F\u00f6rderungen schmackhaft machen, was auch bei anderen franz\u00f6sischen \u00dcberseegebieten \u201egezogen\u201c hat, wie z.B. auf Mayotte und La R\u00e9union im Indischen Ozean. Auch die Bev\u00f6lkerungsentwicklung spielt Frankreich in die H\u00e4nde, denn die indigenen Kanaken stellen nur mehr knapp 40% der Einwohner.<\/p>\n<p>So ist bei der bevorstehenden Volksabstimmung im Herbst die Frage von Bedeutung, wer \u00fcberhaupt wahlberechtigt sein wird. Zun\u00e4chst wurde per Gesetz festgelegt, dass nur Einwohner Neukaledoniens, die schon vor 1998 ans\u00e4ssig waren, wahlberechtigt sein sollen. Dies provozierte den Vorwurf, dass dadurch nach 1998 geborene Nicht-Kanaken diskriminiert w\u00fcrden. Nun hat man sich darauf geeinigt, dass nur jene Bewohner an der Volksabstimmung teilnehmen d\u00fcrfen, die entweder schon an der Abstimmung \u00fcber das Noum\u00e9a-Abkommen teilgenommen haben oder deren Eltern schon 1998 wahlberechtigt waren.<\/p>\n<p>Sehr wenige Caldoches bzw. Frankreich-st\u00e4mmige Einwanderer sind f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit, nur wenige Kanaken m\u00f6chten bei Frankreich bleiben. Den Ausschlag wird somit die dritte Gruppe geben, und das Rennen ist ziemlich offen. Wirtschaftliche Gr\u00fcnde, au\u00dfenpolitische Sicherheit und andere Vorteile der Mitgliedschaft in der \u201eGrande Nation\u201c k\u00f6nnten entscheidend sein, wie schon in Schottland 2014 zu beobachten.<\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die S\u00fcdseeinsel Neukaledonien, Teil Frankreichs und der EU, wird 2018 \u00fcber ihre Unabh\u00e4ngigkeit abstimmen. 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