{"id":43,"date":"2005-02-02T16:40:27","date_gmt":"2005-02-02T15:40:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.selbstbestimmung.net\/?p=43"},"modified":"2023-05-05T13:39:28","modified_gmt":"2023-05-05T11:39:28","slug":"vorangegangene-diskussion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=43","title":{"rendered":"Vorangegangene Diskussion."},"content":{"rendered":"<p><em>[aus dem <a title=\"ff.\" href=\"http:\/\/www.ff-online.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ff<\/a>-Forum]<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: p\u00e9rvasion<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 10:03<\/p>\n<p>Spanien und seine Verfassung sind dynamisch und werden sich an den Willen seiner Einwohner anpassen lassen. Das ist die wichtigste Grundaussage aus der Parlamentsdiskussion zum Ibarretxe-Plan, dem Plan, der das Baskenland in die Unabh\u00e4ngigkeit f\u00fchren soll. Es ist ein demokratischer Entwurf, der mit der ETA nichts zu tun hat, das hat das Parlament in seiner gestrigen Sitzung fast einhellig anerkannt. Und es ist ein Plan, der so keine Zukunft hat, aber ein Ausgangspunkt f\u00fcr eine ernsthafte Diskussion sein wird, die die Selbstverwaltung des Baskenlandes, Kataloniens und Galiciens vorerst signifikant ausweiten wird. Das sieht selbst Zapatero so, der das Vorhaben vor allem aus formalen demokratischen Gr\u00fcnden abgelehnt hat, aber nicht grunds\u00e4tzlich. Nicht die Ablehnung steht im Mittelpunkt, sondern wie man aus Spanien endg\u00fcltig einen plurinationalen Staat machen k\u00f6nne, den auch die Autonomien nach au\u00dfen hin vertreten k\u00f6nnen. Convegencia i Uni\u00f3, Esquerra Repubblicana de Catalunya (die einzige republikanische Partei im K\u00f6nigreich), der PNV des Baskenlandes fordern mehr Selbstbestimmung und werden sie auf lange Sicht auch erhalten. Obwohl im zentralen Parlament nur Kastilianisch zugelassen ist, werden Beitr\u00e4ge generell in der eigenen Sprache eingeleitet, beim Plan des \u00bbLehendakari\u00ab (bask. Regierungschef) sprachen sogar Sozialisten und PPE von \u00bbEuskadi\u00ab (und nicht von Pais Vasco), hat sich sogar Zapatero an den \u00bbLehendakari\u00ab (und nicht an den \u00bbRegierungschef\u00ab) gewandt, haben auch die Katalanen von ERC auf baskisch gesprochen! Das sind kleine aber wichtige Zeichen vom starken Willen, den die Minderheiten in Spanien haben \u2013 und die auch in einer kulturellen Grundsatzdiskussion l\u00e4ngst weiter sind als S\u00fcdtirol. Wann spricht ein S\u00fcdtiroler in Rom Deutsch oder Ladinisch? Wann gibt es einen weitsichtigen Plan f\u00fcr eine konstruktive Selbstregierung (und nicht nur Eigenverwaltung)? Auf der Strecke, die uns die Basken und Katalanen nebst Galiciern vorzeichnen, bleiben wir matt und atemlos liegen, schon deshalb, weil die S\u00fcdtiroler Selbstverwaltung seit Jahren vor allem auf wirtschaftlichen Pfeilern steht, w\u00e4hrend wir auch weiterhin keine richtige Hoheit \u00fcber die Steuereintreibung, Sicherheit, Kultur (in ALLEN ihren Formen), Schule usw. haben.<\/p>\n<p>Am meisten hat mich aber beeindruckt, wie ernsthaft und sachlich die Diskussionen im spanischen Parlament ablaufen, verglichen etwa mit dem r\u00f6mischen. Und niemand hat den Basken Verklickung mit den Terroristen vorgeworfen. Es wird eben unterschieden zwischen dem wahren Willen der baskischen Gesellschaft, die die Unabh\u00e4ngigkeit will, und jenem der Terroristen, die das Unheil bringen. In S\u00fcdtirol wird man sogar heute noch als Nazi abgestempelt, wenn man die Unabh\u00e4ngigkeit fordert \u2013 in beispielsloser Aberkennung der demokratischen Willensf\u00e4higkeit der S\u00fcdtiroler.<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: S\u00e9bastian im Traum<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 10:16<\/p>\n<p>O finalmente!Sarebbe interessante riuscire ad articolare il \u201cpunctum\u201d della discussione aperta da p\u00e9rvasion, parlando anche della trasmissione \u201cin corso\u201d sulla RAI Sender Bozen (\u201cBombenjahre\u201d). C\u2019\u00e8 qualcuno che la sta seguendo?<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: p\u00e9rvasion<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 11:29<\/p>\n<p>M\u00f6chtest du das vielleicht machen? Da ich nicht im Bilde bin, kann ich dazu nicht Stellung nehmen.<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: S\u00e9bastian im Traum (\u2014.pool80180.interbusiness.it)<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 12:01<\/p>\n<p>Non vorrei parlare della trasmissione togliendo ossigeno al tema da te proposto, che come sai mi pare molto interessante e anche ben impostato. Mi piacerebbe che prendesse la parola qualcun altro e che si sviluppasse una discussione a pi\u00f9 voci. Queste sono cose che a me interessano moltissimo, ma in giro (qui in giro, nel forum), non mi pare di scorgere un apprezzabile entusiasmo, n\u00e9 la volont\u00e0 di affrontare certi temi (come quello dell\u2019autodeterminazione) con rinnovata energia.<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: Wieser<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 12:42<\/p>\n<p>Eines steht somit wohl jetzt schon fest, und zwar, die Spanier werden mit der Vergangenheit ihrer Diktatur weitaus besser fertig als die Italiener. Wobei man auch ruhigen Gewissens behaupten kann, dass die Italiener noch gar nicht damit begonnen haben.<br \/>\nIn diesem Unterschied d\u00fcrfte auch die Antwort auf eine etwaige Hoffnung in Bezug zur Selbstbestimmung S\u00fcdtirols liegen. Den Rest zur Begr\u00e4bnis dieser Hoffnung liefert die S\u00fcdtiroler Bev\u00f6lkerung selbst, die nicht mal in Ans\u00e4tzen sich einer solchen Diskussion stellt. Warum auch, diejenigen die den Anfang machen m\u00fcssten\/sollten sind bestens versorgt, und die anderen haben weder die Mittel noch eine Leitfigur\/Idee und schon gar nicht die Medien zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: S\u00e9bastian im Traum<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 13:33<\/p>\n<p>Wieser, non so se il giudizio sulla mancata rielaborazione del passato dittatoriale possa davvero essere pronuciato con \u201ctraquilla coscienza\u201d. La questione \u00e8 ben pi\u00f9 intricata e, tanto per riandare alla radice, lo spirito che ha informato la stesura del testo costituzionale \u00e8 invece un chiarissimo atto di \u201ccoscienza antifascista\u201d. Diverso il discorso che riguarda la possibilit\u00e0 di concepire un credibile progetto federalista che sia in grado di controbilanciare le spinte centraliste e stataliste (anche la Lega, al di l\u00e0 del vocione e di qualche uscita da circo, non ha cambiato sostanzialmente le cose).Per quanto riguarda l\u2019autodeterminazione dei sudtirolesi, penso anch\u2019io che, finora, non sia sia ancora prodotto nessuno sforzo credibile. La maggior parte dei discorsi sull\u2019autodeterminazione gira stancamente intorno agli slogan sul \u201critorno alla madrepatria austriaca\u201d e si fondano su una interpretazione meramente etnicistica dell\u2019ipotesi separatista. Anche il progetto dell\u2019Eurogio mostra la corda e non \u00e8 riuscito mai a coinvolgere molte pi\u00f9 persone oltre ai relatori e ai conferenzieri invitati (di tanto in tanto) a noiosissimi simposi sull\u2019argomento.<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: p\u00e9rvasion<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 13:44<\/p>\n<p>Ich denke auch, was du hier indirekt sagst (S\u00e9bastian), und zwar, da\u00df eine eventuelle und wie auch immer geartete Selbstregierung die ethnischen Konflikte weder ausnutzen noch verst\u00e4rken, sondern endg\u00fcltig \u00fcberfl\u00fcssig machen sollte. Um auch weiterhin beim baskischen Beispiel zu bleiben: Nur etwa ein Drittel der \u00bbBasken\u00ab sind heute noch (oder besser gesagt: wieder) der baskischen Zunge m\u00e4chtig, und dennoch sprechen sich in Umfragen weit \u00fcber die H\u00e4lfte der Einwohner f\u00fcr ein seri\u00f6ses Unabh\u00e4ngigkeits- und Assoziierungsmodell f\u00fcr Euskadi aus. Und das ist auch und gerade der schwerwiegende Unterschied zu S\u00fcdtirol: Selbstverwaltung, ohne die Schwierigkeit, echte Probleme kultureller (oder auch steuerpolitischer, also unpopul\u00e4rer) Natur ernsthaft vor Ort angehen zu m\u00fcssen und der steten M\u00f6glichkeit auf den kalten Wind aus Rom zu verweisen, ist zugleich \u00bbeinfach\u00ab und heuchlerisch. Selbstregierung mu\u00df \u00bbterritorial\u00ab und darf nicht ethnizistisch sein, weil ein ambiti\u00f6ses Projekt nur mit der \u00dcberzeugung aller zu schaffen ist, und weil alle gleicherma\u00dfen daran teilhaben k\u00f6nnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: S\u00e9bastian im Traum<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 13:56<\/p>\n<p>S\u00ec, sono d\u2019accordo. Il punto \u00e8 se riusciamo a scorgere, all\u2019orizzonte, una cambiamento di questo tipo (esplicitamente: una trasformazione dell\u2019autonomia che riproponendo con forza il discorso \u201cautodeterministico\u201d lo faccia unendo la lotta \u201ccontro lo stato italiano\u201d alla volont\u00e0 di dar vita ad un organismo che preveda la piena partecipazione degli \u201citaliani\u201d al governo locale). In questo momento non riesco davvero a quantificare quante persone, in Sudtirolo, potrebbero accordarsi sulla \u201cnostra\u201d linea.<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: p\u00e9rvasion<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 15:10<\/p>\n<p>Wahrscheinlich geht es in dieser Phase (so es sich bereits um eine \u00bbPhase\u00ab handelt) weniger um eine \u00bbquantitative Quantifizierung\u00ab als um eine qualitative: Noch geht es wohl darum, d(ies)en Ansatz zu vertiefen und ausreifen zu lassen, um anschlie\u00dfend (oder parallel dazu!) eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Anzahl von S\u00fcdtirolern \u00fcber die ethnischen und politischen Grenzen hinweg von seinen Vorz\u00fcgen zu \u00fcberzeugen und in den Proze\u00df einzubinden. \u00dcber kurz oder lang mu\u00df diese L\u00f6sung zur endg\u00fcltigen Entsch\u00e4rfung ethnischer Spannungen f\u00fchren. Wichtig ist, da\u00df anschlie\u00dfend der Proporz, das \u00bbVerbot\u00ab von Immersionsschulen (neben einsprachigen Modellen) und andere heute vielleicht (!) noch n\u00f6tige \u00bbSchutzklauseln\u00ab au\u00dfenvor bleiben und Regelungen gefunden werden, die immerhin noch die Diskriminierung von Deutschen, Italienern und Ladinern verhindern \u2013 allerdings wohl auf der Basis einer effektiven Gleichberechtigung und Gleichbehandlung und NICHT auf Grundlage von Ethnizismen.<\/p>\n<p><strong>RE: Der Plan des Lehendakari<\/strong><br \/>\nAutor: S\u00e9bastian im Traum<br \/>\nDatum: 02\/02\/2005 15:20<\/p>\n<p>A proposito di \u201ctensioni etniche\u201d: per molte persone (forse la maggioranza, in questo forum) le tensioni non esistono pi\u00f9, sono ritenute un mero artificio retorico agitato dalle \u201cdestre\u201d (italiana e tedesca). Non scordiamoci che il carburante delle \u201ctensioni etniche\u201d (che adesso si vorrebbe finito) \u00e8 stato per molti anni forse l\u2019unico disponibile per attivare la richiesta di una \u201cautodeterminazione\u201d. La mia domanda: dove la troviamo l\u2019energia per riproporre il tema dell\u2019indipendenza senza passare dal conflitto etnico?<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[aus dem ff-Forum] Der Plan des Lehendakari Autor: p\u00e9rvasion Datum: 02\/02\/2005 10:03 Spanien und seine Verfassung sind dynamisch und werden sich an den Willen seiner Einwohner anpassen lassen. Das ist die wichtigste Grundaussage aus der Parlamentsdiskussion zum Ibarretxe-Plan, dem Plan, der das Baskenland in die Unabh\u00e4ngigkeit f\u00fchren soll. 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