{"id":43548,"date":"2018-10-24T14:07:04","date_gmt":"2018-10-24T12:07:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=43548"},"modified":"2021-07-19T15:11:15","modified_gmt":"2021-07-19T13:11:15","slug":"trentiner-regionalratsdoping","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=43548","title":{"rendered":"Trentiner Regionalratsdoping."},"content":{"rendered":"<p>Parallel zur neuen S\u00fcdtiroler Landesregierung ist bekanntlich auch eine Regionalregierung mit einer entsprechenden Mehrheit zu bilden. Dass sich beides gegenseitig beeinflusst <a title=\"Zwangskoalition mit der \u2018Lega\u2019?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=43329\">ist klar<\/a> und spricht leider daf\u00fcr, dass die SVP auf Landesebene eine Koalition mit der rechtsradikalen, europafeindlichen <em>Lega<\/em> eingehen wird.<\/p>\n<p>Nur festzustellen, dass die <em>Lega<\/em> den neuen Trentiner Landeshauptmann stellen wird, w\u00e4re aber zu kurz gedacht. Erschwerend kommt n\u00e4mlich hinzu, dass das dortige Wahlrecht \u2014 dem Fetisch des starken Mannes und der Regierbarkeit verpflichtet \u2014 einen Mehrheitsbonus vorsieht, mit dem die <em>Lega<\/em> k\u00fcnstlich (auch) zur st\u00e4rksten Regionalratsfraktion gepusht wird.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in S\u00fcdtirol ein reines Verh\u00e4ltniswahlrecht herrscht, das der SVP mit 41,9% der Stimmen 15 von 35 Mandate (das sind 42,9% der Sitze) beschert, stehen der <em>Lega<\/em> im Trentino mit 27,1% der Stimmen nicht die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen 9 bis 10, sondern 14 Mandate (40% der Sitze) zu. Vier bis f\u00fcnf Abgeordnete \u2014 so viele, wie die <em>Lega<\/em> in S\u00fcdtirol <a title=\"Nach der Landtagswahl 2018.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=43352\">mit \u00fcber 11% der Stimmen ergattern konnte<\/a> \u2014 werden der Partei in Trient \u00bbgeschenkt\u00ab.<\/p>\n<p>Zusammen mit den vier Abgeordneten aus S\u00fcdtirol kommt die <em>Lega<\/em> somit auf 18 Regionalratssitze. Und \u00fcberholt damit die <em>Volkspartei<\/em> als st\u00e4rkste Kraft im gemeinsamen Parlament. Dieses Trentiner Wahlrecht existiert schon seit 2003, doch erst jetzt entfaltet es sicht- und sp\u00fcrbare Auswirkungen auf regionaler Ebene \u2014 weil es in Bozen und Trient zumindest hypothetisch erstmals kontr\u00e4re Interessen geben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es gut, wenn jedes der beiden autonomen L\u00e4nder das Recht hat, ein Wahl- und Sitzzuteilungsverfahren zu w\u00e4hlen, das seinen Erfordernissen am besten entspricht. So w\u00e4re etwa ein Mehrheitswahlrecht in S\u00fcdtirol nahezu undenkbar, weil es das Verh\u00e4ltnis zwischen den Sprachgruppen verzerren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Anomalie ist vielmehr diese \u00fcbergest\u00fclpte Region, die selbst eigentlich unn\u00fctz ist und nur ein Alibi f\u00fcr die Autonomie des Trentino darstellt. Ein (Regional-)Parlament wiederum, das die Summe zweier anderer (Landes-)Parlamente darstellt \u2014 die zudem noch mit so unterschiedlichen Regeln gew\u00e4hlt werden) \u2014 d\u00fcrfte ein ziemlich einzigartiges Konstrukt sein.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Parallel zur neuen S\u00fcdtiroler Landesregierung ist bekanntlich auch eine Regionalregierung mit einer entsprechenden Mehrheit zu bilden. Dass sich beides gegenseitig beeinflusst ist klar und spricht leider daf\u00fcr, dass die SVP auf Landesebene eine Koalition mit der rechtsradikalen, europafeindlichen Lega eingehen wird. 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