{"id":52973,"date":"2019-11-16T10:36:57","date_gmt":"2019-11-16T09:36:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=52973"},"modified":"2020-02-16T22:18:07","modified_gmt":"2020-02-16T21:18:07","slug":"sprachbarrieren-in-der-sanitat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=52973","title":{"rendered":"Sprachbarrieren in der Sanit\u00e4t."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>Gastbeitrag von Oliver Hopfgartner*<\/em><\/p>\n<p>Ich denke, dass in der derzeitigen Debatte um die Zweisprachigkeit in der Sanit\u00e4t das Wesentliche au\u00dfer Acht gelassen wird. Alle sind so damit besch\u00e4ftigt, die Plakataktion der <abbr title=\"S\u00fcd-Tiroler Freiheit\">STF<\/abbr> zu kritisieren, dass dabei v\u00f6llig vergessen wird, dass die Kritik inhaltlich zutrifft.<\/p>\n<p>Einsprachige \u00c4rzte ohne ausreichende Kenntnisse in beiden Landessprachen werden im S\u00fcdtiroler Sanit\u00e4tsbetrieb zunehmend zu einem Problem. Aufgrund des \u00c4rztemangels werden derzeit auch \u00c4rzte ohne Zweisprachigkeitspr\u00fcfung eingestellt. Dies f\u00fchrt zur paradoxen Situation, dass sich der S\u00fcdtiroler Sanit\u00e4tsbetrieb de facto erpressen l\u00e4sst. Eigentlich sieht die Regelung vor, dass man als einsprachiger Arzt zwar mit der Arbeit beginnen darf, aber innerhalb eines Zeitraumes (von ca. drei Jahren) die Zweisprachigkeitspr\u00fcfung ablegen muss. Bei vielen \u00c4rzten ist diese Zeit verstrichen und es ist nichts passiert.<\/p>\n<p>Das ist deshalb ein Problem, weil durch Kommunikationsfehler die meisten Behandlungsfehler passieren. Auch wenn heute eine interdisziplin\u00e4re High-Tech-Medizin betrieben wird, ist das Arzt-Patienten-Gespr\u00e4ch immer noch das zentrale Element und macht im diagnostischen und therapeutischen Prozess gut 70% aus. Durch schlechte Kommunikation entstehen einerseits Kosten und andererseits Behandlungsfehler. Im \u00e4rztlichen Erstgespr\u00e4ch k\u00f6nnen Angeh\u00f6rige eventuell noch aushelfen, der weitere Aufenthalt im Krankenhaus wird aber durch derartige Sprachbarrieren erschwert, beispielsweise falls risikobehaftete Untersuchungen und Eingriffe notwendig werden und der Patient dar\u00fcber aufgekl\u00e4rt werden muss.<\/p>\n<p>Selbst bei erfolgreicher Behandlung birgt eine durch Sprachbarrieren eingeschr\u00e4nkte Kommunikation die Gefahr, dass in der Nachbehandlung Komplikationen auftreten.<\/p>\n<p>Daher w\u00e4re es wichtig, dass man partei\u00fcbergreifend daran arbeitet, die Einhaltung der Zweisprachigkeit im Gesundheitswesen zu verbessern. Ich denke, man kann von jedem Arzt verlangen, innerhalb von drei Jahren eine Sprache zu erlernen \u2014 \u00c4rzte geh\u00f6ren immerhin (auf dem Papier) zu den am besten ausgebildeten Berufsgruppen.<\/p>\n<p>Warum steckt die Politik den Kopf in den Sand bzw. greift den \u00dcberbringer der schlechten Nachricht an, anstatt L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu diskutieren, wie z.B. eine m\u00f6gliche Umstellung des Pr\u00fcfungsmodus auf mehrere kleinere Pr\u00fcfungen oder die Einf\u00fchrung eines finanziellen Bonus-Malus-Systems? Es g\u00e4be viele M\u00f6glichkeiten, zumindest zu versuchen, die Situation zu verbessern. Stattdessen sehen wir das \u00fcbliche parteipolitische Gepl\u00e4nkel.<\/p>\n<p>Aber da es bei den Richtern <a title=\"Rechnungshof beharrt auf Einsprachigkeit.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=51897\">offensichtlich auch nicht funktioniert<\/a>, scheint genau das das Problem zu sein \u2014 der politische Wille fehlt&#8230;<\/p>\n<p><small><em>*) Der Autor ist seit Abschluss des Studiums der Humanmedizin in Graz als Arzt in der Steiermark t\u00e4tig, zuletzt arbeitete er an der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Innere Medizin in Graz. Derzeit befindet er sich in V\u00e4terkarenz.<\/em><\/small><\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Oliver Hopfgartner* Ich denke, dass in der derzeitigen Debatte um die Zweisprachigkeit in der Sanit\u00e4t das Wesentliche au\u00dfer Acht gelassen wird. 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