{"id":54684,"date":"2020-02-07T19:13:22","date_gmt":"2020-02-07T18:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=54684"},"modified":"2023-03-03T20:45:18","modified_gmt":"2023-03-03T19:45:18","slug":"claudiana-prasident-im-morgengesprach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=54684","title":{"rendered":"Claudiana-Pr\u00e4sident im Morgengespr\u00e4ch."},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des <a title=\"Rai S\u00fcdtirol: Morgengespr\u00e4ch vom 6. Februar 2020.\" href=\"http:\/\/www.raibz.rai.it\/podcast\/deu\/morgentelefon\/mp3\/Morgengespraech_06-02-2020.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">gestrigen Morgengespr\u00e4chs<\/a> von <em>Rai S\u00fcdtirol<\/em> wurde Klaus Eisendle interviewt. Der Primararzt f\u00fcr Dermatologie am <abbr title=\"Landeskrankenhaus\">LKH<\/abbr> Bozen ist gleichzeitig Pr\u00e4sident der Landesfachhochschule f\u00fcr Gesundheitsberufe <em>Claudiana,<\/em> der beim <em>Runden Tisch<\/em> vom Montag \u2014 nicht zum ersten Mal \u2014 <a title=\"Die (angeblich) mehrsprachige Claudiana.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=54640\">vorgeworfen<\/a> worden war, ihre Verpflichtung zu einer ausgewogenen Mehrsprachigkeit zu missachten.<\/p>\n<p>Diese Kritik wies Eisendle entschieden zur\u00fcck: Darauf, dass Deutsch und Italienisch im Laufe der Ausbildung die gleiche Gewichtung erhalten, werde penibel geachtet. Er r\u00e4umte lediglich ein, dass \u00bbdie gro\u00dfen F\u00e4cher\u00ab im ersten Jahr \u00bbein bisschen mehr in Italienisch\u00ab unterrichtet w\u00fcrden. Die Pr\u00fcfungen seien jeweils in der Unterrichtssprache abzulegen.<\/p>\n<p>Eine vom interviewenden Journalisten ins Spiel gebrachte rein deutschsprachige Ausbildung schloss Eisendle mit der Begr\u00fcndung aus, dass eine Person, die ihre Ausbildung \u00bbnur in Deutsch\u00ab macht, dann wegen der Zweisprachigkeitspflicht \u00bbgar nicht mehr bei uns arbeiten\u00ab k\u00f6nne. Das ist schlichtweg falsch, denn der Zweisprachigkeitsnachweis ist vom Studium v\u00f6llig entkoppelt: Weder erlangen ihn Absolventinnen der bilingualen Landesfachhochschule automatisch, noch gibt es f\u00fcr Absolventinnen eines einsprachigen Studiums (etwa in Innsbruck) eine wie auch immer geartete Einschr\u00e4nkung bei seinem Erwerb.<\/p>\n<p>Aufschlussreich war Eisendles Darstellung der <em>Claudiana<\/em> als eine Wohnung, in der italienische Universit\u00e4ten untergebracht sind. Dieses Recht gehe allerdings mit der Verpflichtung einher, den Unterricht zu 50% auf Deutsch abzuhalten.<\/p>\n<p>Er selbst w\u00fcrde sich eine medizinische Fakult\u00e4t im Lande w\u00fcnschen, durch die \u2014 etwa bei der Studiensprache, aber auch bei der Anzahl der Studienpl\u00e4tze oder bei der Errichtung von Au\u00dfenstellen in den Bezirken \u2014 mehr Autonomie gegeben w\u00e4re.<\/p>\n<p>In Bozen seien die Unterk\u00fcnfte so teuer, dass die Errichtung von Heimen oder eines Campus, gegebenenfalls aber auch ein \u00bbzweites Standbein\u00ab in Brixen, dringend n\u00f6tig w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Als \u00bbeine gute Idee\u00ab bezeichnete er den abermals vom Journalisten ins Spiel gebrachten Vorschlag, nicht nur \u00c4rztinnen, sondern auch Pflegekr\u00e4ften die M\u00f6glichkeit einzur\u00e4umen, den Zweisprachigkeitsnachweis zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zu erwerben.<\/p>\n<p>Eisendle legte Wert auf die Feststellung, dass es in S\u00fcdtirol keinen Pflege<em>notstand,<\/em> sondern einen Pflege<em>mangel<\/em> gebe. Dieser werde zwar wahrscheinlich bleiben, doch zu einem Notstand werde er sich nicht entwickeln. Dieses Jahr gebe es an der <em>Claudiana<\/em> zudem so viele \u00bbInteressenten\u00ab, wie noch nie.<\/p>\n<p>Auf die Abwanderung von Pflegekr\u00e4ften angesprochen sagte er, dass in der Schweiz zwar die Entlohnung viel besser, die Arbeitsbedingungen jedoch \u00bbdeutlich schlechter\u00ab seien. Als Beispiel nannte er den fehlenden Mutterschutz. Weniger als 10% der Pflegerinnen blieben deshalb dauerhaft au\u00dferlandes \u2014 die meisten w\u00fcrden zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Einen erheblichen Teil der Abwanderung f\u00fchrte er indes auf \u00bbdiese extrem b\u00fcrokratischen italienischen Gesetze\u00ab zur\u00fcck, aufgrund derer bis zur Anstellung mehrere Monate vergingen, w\u00e4hrend in der Schweiz und in \u00d6sterreich ein Anruf reiche und \u00bbam n\u00e4chsten Tag [\u2026] der Vertrag unterschrieben\u00ab werden k\u00f6nne. \u00bbOhne kompliziertes Auswahlverfahren.\u00ab<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Repetto (PD): Sanit\u00e0, bilinguismo superfluo.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=50483\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Pflege: Proporz ohne Not ausgehebelt?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=42159\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Wenigstens das Doppelte.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=40349\"><code>03<\/code><\/a> <a title=\"Im Wettbewerb mit dem \u00fcbrigen Sprachraum.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=41762\"><code>04<\/code><\/a> <span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-weight: normal;\">||<\/span> <a href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=77136\" title=\"Claudiana wieder in der Kritik.\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des gestrigen Morgengespr\u00e4chs von Rai S\u00fcdtirol wurde Klaus Eisendle interviewt. 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