{"id":557,"date":"2007-01-31T10:55:01","date_gmt":"2007-01-31T09:55:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.selbstbestimmung.net\/?p=557"},"modified":"2018-04-23T18:09:58","modified_gmt":"2018-04-23T16:09:58","slug":"call-for-paper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=557","title":{"rendered":"Call for paper (I)."},"content":{"rendered":"<p>Das Projekt Brennerbasisdemokratie ist von Anfang an sehr eng mit diesem Blog verstrickt, um nicht zu sagen: <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\"> <em>ist<\/em> dieser Blog. Das hat von vorn herein die Frage aufgeworfen, wie man eine Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Plattform herstellen k\u00f6nne, um breitere Schichten anzusprechen und allm\u00e4hlich in die Fortentwicklung unserer Ideen miteinzubeziehen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit der Zusammenkunft der Plattform Ende November stand dieses Problem konkret im Raum. Vorgeschlagen wurde unter anderem die Zusammenarbeit mit einer Tageszeitung, was jedoch sehr schnell wieder ausgeschlagen wurde, als uns klar wurde, welche Gefahren dies bergen k\u00f6nnte. Wir beschlossen also, quasi den umgekehrten Weg zu beschreiten \u2013 einen wesentlich beschwerlicheren: Mit einem offenen Brief, der hier in seiner ersten brauchbaren Version vorliegt, wird sich die Plattform an wichtige Pers\u00f6nlichkeiten aus m\u00f6glichst vielen gesellschaftlichen Bereichen wenden und sie darum bitten, einen kurzen Beitrag zu unserem Projekt zu verfassen, und sich zum ersten Mal \u2013 kritisch \u2013 mit der \u00bbIdee\u00ab auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Falls uns dies gelingt, und es gibt bereits die ersten informellen Zusagen, so wird sich dies auf die Plattform gleich mehrfach positiv auswirken: Wir werden unsere Ansichten im Positiven wie im Negativen mit jenen angesehener K\u00f6pfe messen d\u00fcrfen. Wir werden vermutlich einiges neu \u00fcberdenken m\u00fcssen. Die Plattform wird damit einen qualitativen Schub erfahren und vermutlich auch \u00fcber die Grenzen ihrer Webpr\u00e4senz hinausgetragen. Und hoffentlich werden auch zahlreiche Normalb\u00fcrger dazu angeregt, hier mitzudiskutieren.<\/p>\n<p>Mit dem <em>call for paper<\/em> versuchen wir also, die W\u00e4nde gleichzeitig von innen nach au\u00dfen und von au\u00dfen nach innen zu durchsto\u00dfen \u2013 nach langer Diskussion f\u00fchlen wir uns dazu bereit. Hier nun der Text, wie er in wochenlangem Zusammenspiel zwischen \u00c9tranger und mir entstanden ist:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Ausweg Selbstbestimmung<\/strong><\/p>\n<p>Bei einer abstrakten Betrachtung der territorialen Selbstverwaltung als Instrument der Konfliktbew\u00e4ltigung und des Minderheitenschutzes k\u00f6nnen im Falle S\u00fcdtirols drei Phasen eines nunmehr abgeschlossenen Prozesses beschrieben werden:<\/p>\n<p>\u2022 Konfliktbeendigung und Kompromissfindung;<\/p>\n<p>\u2022 Umsetzung der L\u00f6sungen und Stabilisierung;<\/p>\n<p>\u2022 Normalisierung und Neuausrichtung.<\/p>\n<p>Ist dies das abstrakte Bild, so erschlie\u00dfen sich bei n\u00e4herer Untersuchung Schattenseiten, die ihrerseits neue Fragen aufwerfen: Zur Qualit\u00e4t der Normalisierung etwa, und zu den Prinzipien, die die Neuausrichtung des institutionellen Aufbaus der S\u00fcdtiroler Autonomie regeln.<\/p>\n<p>Diese grundlegenden Fragen lassen sich auf folgende Punkte zur\u00fcckf\u00fchren:<\/p>\n<p>1) Die Parteienlandschaft ist nach wie vor ethnisch bestimmt. Auf der einen Seite eine Sammelpartei, die f\u00fcr die Minderheit eine gute L\u00f6sung herausgeholt hat und nun von einer Kampfhaltung in eine Erhaltungs- und Verwaltungsposition \u00fcbergegangen ist, ohne aber eine L\u00f6sung f\u00fcr jene Probleme bereit zu haben, die aus der Autonomie hervorgegangen sind. Auf der anderen Seite die zersplitterten so genannten \u00bbitalienischen Parteien\u00ab \u2013 in ihrer inneren Organisation meist zentralistisch ausgerichtet \u2013 von denen bis dato ebenfalls keine Alternative im Sinne der Integration und der Mitverwaltung gekommen ist, die zur Schaffung einer territorialen Selbstregierung jedoch unentbehrlich w\u00e4re.<\/p>\n<p>2) Das Zusammenleben der Sprachgruppen bleibt nach wie vor ein \u00bbNebeneinander\u00ab und kein echtes \u00bbMiteinander\u00ab. Dies offenbart sich in einer fortw\u00e4hrenden Zersplitterung der \u00d6ffentlichkeit und in einem Bildungssystem, das auch weiterhin die monolingualen Parallelgesellschaften f\u00f6rdert und reproduziert \u2013 was Mehrsprachigkeit eher benachteiligt als unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>3) Die Autonomie scheint au\u00dferstande, Auswege und Zukunftsvisionen zu bieten. Vielmehr beinhaltet sie die abgedroschene und trennende Berufung auf das \u00bbVaterland \u00d6sterreich\u00ab einerseits und auf den italienischen Staat andererseits als ihre ureigenste Triebkraft. Ihre Aufgabe, eine Minderheit in einem fremdnationalen Staat zu sch\u00fctzen, macht sie f\u00fcr die \u00dcberwindung der Gegen\u00fcberstellung zwischen (ethnischer) Mehrheit und Minderheit ungeeignet \u2013 dabei w\u00e4re diese \u00dcberwindung wohl die einzige M\u00f6glichkeit, die Gleichheit aller S\u00fcdtiroler unabh\u00e4ngig von Herkunft und Sprache zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Im Lichte dieser Erw\u00e4gungen regt die Plattform eine breite gesellschaftliche Diskussion an, die hilfreich w\u00e4re, die Probleme in einem neuen Licht erscheinen zu lassen und die systeminterne Analyse zu transzendieren. Au\u00dferdem k\u00f6nnte sie einen konzeptionellen Fluchtpunkt aufzeigen, der dazu beitr\u00e4gt, eine neue Sichtweise zu erschaffen.<\/p>\n<p>Die Frage, die diese Diskussion leiten sollte, betrifft die Chancen eines Souver\u00e4nit\u00e4tsprojektes, so es zum Vorteil s\u00e4mtlicher hier lebender Sprachgruppen eingefordert und umgesetzt w\u00fcrde: Bereits der Weg, also die Herbeif\u00fchrung des dazu n\u00f6tigen Grundkonsenses (\u00bbnation building\u00ab) k\u00f6nnte eine positive Dynamik ausl\u00f6sen (auch als Surrogat eines gemeinsamen Gr\u00fcndungsmythos). Das Ziel w\u00e4re dabei weder die R\u00fcckgliederung an \u00d6sterreich, noch unbedingt die Schaffung eines Kleinstaates im herk\u00f6mmlichen Sinne, sondern etwa ein im Laufe des Prozesses zu definierendes geopolitisches Subjekt, das programmatisch Grenzen aufl\u00f6st und mehrsprachig w\u00e4re, eine eigene Sichtbarkeit, ein besonderes Selbstverst\u00e4ndnis und eine starke Verantwortlichkeit h\u00e4tte, und uns dabei den n\u00f6tigen Handlungsspielraum einr\u00e4umte, um L\u00f6sungen vor Ort zu finden, ohne sie nach au\u00dfen zu delegieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u2022<\/p>\n<p><strong>Punto di fuga autodeterminazione<\/strong><\/p>\n<p>Applicando una descrizione astratta dei modelli di soluzione dei conflitti e di tutela delle minoranze attraverso l\u2019autogoverno territoriale, per il Sudtirolo \u00e8 possibile distinguere tre fasi di un processo che sembra giunto a compimento:<\/p>\n<p>\u2022 cessazione del conflitto e raggiungimento di un compromesso;<\/p>\n<p>\u2022 applicazione della soluzione negoziata e stabilizzazione;<\/p>\n<p>\u2022 normalizzazione e ridefinizione.<\/p>\n<p>Se questo dunque \u00e8 il quadro astratto, un\u2019analisi pi\u00f9 dettagliata della situazione attuale ci spinge per\u00f2 a giudicare con minore entusiasmo i risultati di questo processo e a porre nuovi quesiti sia sulla qualit\u00e0 della \u201cnormalizzazione\u201d\u009d raggiunta che sui principi da adottare nella \u201cridefinizione\u201d\u009d dell\u2019architettura istituzionale dell\u2019autonomia sudtirolese.<\/p>\n<p>In particolare sono tre gli aspetti che riservano le maggiori perplessit\u00e0:<\/p>\n<p>1) il paesaggio politico \u00e8 ancora dominato dalla logica etnica. Da un lato mediante un partito di raccolta che, una volta adempiuto il suo compito di garante della minoranza che rappresenta, non \u00e8 riuscito ad elaborare una strategia in grado di risolvere i problemi scaturiti dallo sviluppo dell\u2019autonomia. Specularmente, la frammentazione dei cosiddetti \u201cpartiti italiani\u201d\u009d (organizzati ancora in chiave \u201ccentralistica\u201d\u009d) non ha sin qui offerto nessuna valida alternativa d\u2019integrazione e cogestione dei principali dispositivi di potere che sarebbero necessari per dare corpo ad un effettivo autogoverno territoriale.<\/p>\n<p>2) la convivenza tra i gruppi linguistici continua a configurarsi pi\u00f9 come un \u201cNebeneinander\u201d\u009d che come un \u201cMiteinander\u201d\u009d. Ci\u00f2 \u00e8 testimoniato anzitutto da una persistente frammentazione del discorso pubblico e da un sistema formativo che, prevedendo una struttura ancora troppo rigidamente subordinata al modello monolinguistico, non consente l\u2019evoluzione di un autentico plurilinguismo della popolazione locale.<\/p>\n<p>3) l\u2019autonomia non sembra neppure in grado di suggerire una comune visione futura per tutti i gruppi linguistici. In modo contraddittorio continuano ad essere infatti operanti i richiami veteronazionalistici nei confronti della \u201cmadrepatria\u201d\u009d austriaca e dello Stato italiano. Inoltre, conservando l\u2019impianto di un\u2019Autonomia essenzialmente pensata per tutelare una minoranza nazionale all\u2019interno di uno Stato sentito da essa come \u201cstraniero\u201d\u009d, non si vede come possa risultare un giorno possibile quella dismissione della contrapposizione tra maggioranza e minoranza (pensate etnicamente) che pure rappresenterebbe l\u2019unico modo per poter sospendere la logica bloccata della \u201cdominanza\u201d\u009d (di un gruppo sull\u2019altro) e sancire finalmente una piena uguaglianza tra tutti i cittadini che risiedono sul territorio.<\/p>\n<p>Alla luce di queste considerazioni, la nostra piattaforma vorrebbe aprire un\u2019ampia discussione su un\u2019ipotesi, una sorta di esperimento mentale, che forse potrebbe aiutarci, se non a risolvere, almeno a proiettare su questi problemi una luce nuova, indicando cos\u00ec un punto di fuga concettuale alternativo a quello che si esprime mediante la mera messa a punto dell\u2019autonomia cos\u00ec come noi oggi la conosciamo.<\/p>\n<p>La domanda che dovrebbe guidare questa discussione riguarda la plausibilit\u00e0 di un progetto di sovranit\u00e0 da avanzare a nome di tutti i gruppi linguistici e in virt\u00f9 del loro irriducibile contributo alla definizione identitaria del Sudtirolo futuro. In questo caso il processo necessario all\u2019elaborazione del consenso (\u201cnation-building\u201d\u009d) potrebbe gi\u00e0 innescare quella dinamica positiva che fungerebbe da surrogato per un comune \u201cmito di fondazione\u201d\u009d. \u00c8 utile ripetere che la finalit\u00e0 non \u00e8 qui il ricongiungimento con l\u2019Austria o la creazione di una piccola entit\u00e0 statale rigidamente definita e chiusa da nuovi, anacronistici confini, quanto piuttosto la creazione di un\u2019unit\u00e0 geopolitica programmaticamente di frontiera (e di cerniera) ancorch\u00e9 dotata di una visibilit\u00e0, di un\u2019autocoscienza e di una responsabilit\u00e0 pi\u00f9 marcate rispetto a quelle attuali.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir freuen uns auf Stellungnahmen und erste Reaktionen. Und vielleicht f\u00fchlt sich ja schon jemand als Normalsterblicher danach, hier seinen eigenen Beitrag zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Call for paper (II).\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=586\"><code>01<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projekt Brennerbasisdemokratie ist von Anfang an sehr eng mit diesem Blog verstrickt, um nicht zu sagen: ist dieser Blog. Das hat von vorn herein die Frage aufgeworfen, wie man eine Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Plattform herstellen k\u00f6nne, um breitere Schichten anzusprechen und allm\u00e4hlich in die Fortentwicklung unserer Ideen miteinzubeziehen. 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