{"id":58499,"date":"2020-07-07T22:18:10","date_gmt":"2020-07-07T20:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=58499"},"modified":"2025-10-13T18:15:22","modified_gmt":"2025-10-13T16:15:22","slug":"enorme-mehrsprachige-kompetenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=58499","title":{"rendered":"\u203aEnorme mehrsprachige Kompetenzen\u2039."},"content":{"rendered":"<p>Forscherinnen des <em>Instituts f\u00fcr Angewandte Sprachforschung<\/em> der <em>Eurac<\/em> haben eine neuartige Studie entwickelt und durchgef\u00fchrt, um die mehrsprachigen Sprachrepertoires von S\u00fcdtiroler Sch\u00fclerinnen qualitativ und quantitativ zu erforschen.<\/p>\n<p>Im Rahmen von <a title=\"RepertoirePluS Projektportal.\" href=\"https:\/\/repertoireplus.eurac.edu\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>RepertoirePluS<\/em><\/a> wurde zwischen 2016 und 2019 Umfang und Nutzung der mehrsprachigen Kompetenzen von Mittel- und Obersch\u00fclerinnen der deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppe untersucht:<\/p>\n<ul>\n<li>Zun\u00e4chst wurden (im Fr\u00fchjahr 2017) mit einem umfangreichen, 47 <em>Items<\/em> umfassenden Fragebogen, wichtige Informationen in den f\u00fcnf Abschnitten Sprachportrait und -biographie, Selbsteinsch\u00e4tzung von Sprachkompetenzen, Sprachverwendung im Alltag, Umgang mit mehrsprachigen Situationen und pers\u00f6nliche Metadaten eingeholt und ausgewertet. 240 Sch\u00fclerinnen nahmen daran teil.<\/li>\n<li>In einem eigens entwickelten Sprachendorf und einem Setting mit f\u00fcnf Stationen wurden (im Fr\u00fchjahr 2018) die Interkomprehension (Verst\u00e4ndnis nicht aktiv beherrschter Sprachen), die Mediation sowie der polyglotte Dialog in den Varianten rezeptiv und produktiv unter die Lupe genommen.<\/li>\n<li>Am Ende der Sprachendorferfahrung wurden die Teilnehmenden (ebenfalls im Fr\u00fchjahr 2018) zu Fokusgruppeninterviews und -diskussionen eingeladen, in deren Rahmen \u00fcber Sprachkompetenzen reflektiert wurde. Es bestand die M\u00f6glichkeit, die Frageb\u00f6gen im Lichte neu gewonnener Erkenntnisse zu \u00fcberarbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die <a title=\"RepertoirePluS Abschlussbericht.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/RepertoirePluS_Abschlussbericht2020_Eurac.pdf\">gewonnenen Erkenntnisse<\/a>&nbsp;sind teils verbl\u00fcffend:<\/p>\n<ul>\n<li>Alle 240 Sch\u00fclerinnen gaben an, mindestens die drei Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch zu sprechen.<\/li>\n<li>Mehr als zwei Drittel der Sch\u00fclerinnen (69%) sprechen jedoch noch weitere Sprachen:\n<ul>\n<li>44% sprechen vier Sprachen;<\/li>\n<li>14% sprechen f\u00fcnf Sprachen;<\/li>\n<li>8% sprechen sechs Sprachen;<\/li>\n<li>weitere 2% sprechen sieben bis zehn Sprachen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>29 unterschiedliche Sprachen von Ladinisch (79 mal), Latein (57), Spanisch (42), Franz\u00f6sisch (34) und Albanisch (9) \u00fcber Sardisch (2) bis hin zu Friaulisch, Punjabi oder Urdu (je 1) wurden erfasst.<\/li>\n<li>Noch vielf\u00e4ltiger wurde die Situation, wenn auch nach den Variet\u00e4ten (Bayerisch, Schweizerdeutsch, Sizilianisch\u2026) gefragt wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zusammenfassend stellen die Autorinnen fest:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Sch\u00fclerinnen verf\u00fcgen \u00fcber sehr vielf\u00e4ltige Repertoires mit einer Vielzahl von sprachlichen Ressourcen und kommunikativen Strategien.<\/li>\n<li>Es wurden nicht nur produktive und rezeptive Kompetenzen in drei bis zehn Sprachen vorgefunden, sondern auch ausgepr\u00e4gte F\u00e4higkeiten im Erkennen und Ausw\u00e4hlen geeigneter Codes und Register, Codeswitching, Sprachmittlung und -transfer, Interkomprehension und zur Bew\u00e4ltigung komplexer mehrsprachiger Situationen.<\/li>\n<li>In mehrsprachigen Settings k\u00f6nnen sie nicht nur ihr Repertoire aktivieren, sondern auch ihre Ressourcen erweitern, indem sie mit Personen und Materialien interagieren, die weitere Sprachquellen bieten. Sie k\u00f6nnen dar\u00fcber reflektieren und positive, proaktive, flexible und kreative Ans\u00e4tze zeigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Irgendwie klingt das alles nicht so ganz nach dem d\u00fcsteren Bild, das h\u00e4ufig von den Sprachfertigkeiten der S\u00fcdtiroler Sch\u00fclerinnen gezeichnet wird.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Delegare alla scuola.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=34885\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Zweitsprachkenntnisse nehmen zu.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=25517\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Kolipsi II \u2014 endlich. (Endlich!)\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=34785\"><code>03<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscherinnen des Instituts f\u00fcr Angewandte Sprachforschung der Eurac haben eine neuartige Studie entwickelt und durchgef\u00fchrt, um die mehrsprachigen Sprachrepertoires von S\u00fcdtiroler Sch\u00fclerinnen qualitativ und quantitativ zu erforschen. 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