{"id":602,"date":"2007-03-18T13:03:43","date_gmt":"2007-03-18T12:03:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.selbstbestimmung.net\/?p=602"},"modified":"2020-08-31T11:09:52","modified_gmt":"2020-08-31T09:09:52","slug":"a-wie-autonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=602","title":{"rendered":"A wie Autonomie."},"content":{"rendered":"<p>Wer A sagt&#8230; der muss auch S sagen. S wie <em>Steuerhoheit<\/em>. Bis heute kann man in S\u00fcdtirol mangels Finanzautonomie wohl nicht von einer vollendeten Selbstverwaltung sprechen. Dies k\u00f6nnte sich bald \u00e4ndern: Auf Vorschlag von Gianclaudio Bressa, immerhin Vizesprecher von Prodis Ulivo-Fraktion in der r\u00f6mischen Abgeordnetenkammer, soll unser Land dieses zentrale Instrument der Eigenregierung erhalten.<\/p>\n<p>Nicht nachvollziehbar ist, weshalb sich das Land stets gegen die \u00dcbernahme dieser Schl\u00fcsselzust\u00e4ndigkeit gewehrt hat. Wer dies tut, bremst uns auf dem Weg in die faktische Unabh\u00e4ngigkeit aus. Und es ist das falsche Signal, wenn man zwar gerne regiert, sich dann aber aus der Verantwortung stiehlt, wenn&#8217;s um die Einbeziehung der B\u00fcrger in Finanzierung und Umverteilung geht. Selbst bestimmen darf nicht bedeuten, nur angenehme Aufgaben zu \u00fcbernehmen \u2013 das untergr\u00fcbe die Glaubw\u00fcrdigkeit unserer Bestrebungen. Au\u00dferdem ist Regierungsarbeit nicht von der gesunden B\u00fcrde zu trennen, bei Ausgaben auch direkt gegen\u00fcber dem Steuerzahler geradestehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Aus all diesen Gr\u00fcnden ist es wohl kaum \u00fcberzogen, wenn die Wochenzeitschrift <em>ff<\/em> in ihrer letzten Ausgabe von einer \u00bbReifepr\u00fcfung\u00ab f\u00fcr die S\u00fcdtirol-Autonomie schreibt. Satte 76% der Teilnehmer sprechen sich \u00fcbrigens in einer (nicht repr\u00e4sentativen) Umfrage des Blattes <em>f\u00fcr<\/em> die \u00dcbernahme dieser Kernkompetenz durch das Land aus.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich muss es darum gehen, nicht nur Steuern f\u00fcr den Staat einzutreiben, sondern ihre H\u00f6he autonom festzulegen und in einem <em>angemessenen<\/em> Ausma\u00df zur Finanzierung der Staatsausgaben beizutragen. Doch selbst wenn dies in einem ersten Schritt noch nicht erreichbar w\u00e4re, sollte nicht darauf verzichtet werden, den Fu\u00df in die T\u00fcr der Finanzautonomie zu stemmen.<\/p>\n<p>Katalonien ist bei der Ausarbeitung des neuen Autonomiestatuts vor rund zwei Jahren mit einer \u00e4hnlichen Forderung in Madrid noch abgeblitzt. Zwar darf die dortige Regierung bereits \u00fcber die H\u00f6he einiger staatlicher Abgaben mitentscheiden und die Eintreibung organisieren. Von Steuerhoheit kann jedoch noch keine Rede sein. So gut wie das ganze katalanische Parlament spricht sich jedoch in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden <em>f\u00fcr<\/em> eine \u00dcbernahme dieser Zust\u00e4ndigkeit vom Staate aus. Eine selbstbewusste Autonomie lechzt eben nach einer Reifepr\u00fcfung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer A sagt&#8230; der muss auch S sagen. S wie Steuerhoheit. Bis heute kann man in S\u00fcdtirol mangels Finanzautonomie wohl nicht von einer vollendeten Selbstverwaltung sprechen. Dies k\u00f6nnte sich bald \u00e4ndern: Auf Vorschlag von Gianclaudio Bressa, immerhin Vizesprecher von Prodis Ulivo-Fraktion in der r\u00f6mischen Abgeordnetenkammer, soll unser Land dieses zentrale Instrument der Eigenregierung erhalten. 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