{"id":60996,"date":"2020-09-28T12:46:03","date_gmt":"2020-09-28T10:46:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=60996"},"modified":"2021-12-12T09:31:34","modified_gmt":"2021-12-12T08:31:34","slug":"schweizer-volksabstimmungen-vom-september-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=60996","title":{"rendered":"Schweizer Volksabstimmungen vom September 2020."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>Gastbeitrag von Adelheid Mayr, S\u00fcdtirol\/Schweiz<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong><em>F\u00fcr EU-Personenfreiz\u00fcgigkeit, gegen den Abschuss des Wolfes und f\u00fcr mehr Vaterschaftsurlaub: Spannender Abstimmungssonntag in der Schweiz.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nachdem wegen COVID-19 die viertelj\u00e4hrliche Abstimmung im Mai 2020 verschoben wurde, gab es gestern am 27. September gleich f\u00fcnf brisante Vorlagen die dem Schweizer Stimmvolk zur Abstimmung in der direkten Demokratie vorgelegt wurden:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>F\u00fcr eine massvolle Zuwanderung (Begrenzungsinitiative):<\/strong> Diese Vorlage hatte zum Ziel, die Personenfreiz\u00fcgigkeit mit der EU auszuhebeln. Als Hauptargumente der Initianten wurde angef\u00fchrt, dass durch die rege Einwanderung aus der EU die Umwelt, der Arbeitsmarkt, sowie die Infrastruktur belastet und z.B. Wohnraum immer knapper und teurer w\u00fcrden. Der Schweizer Bundesrat und das Parlament empfahlen die Initiative abzulehnen, da sie die Verbindung zum wichtigsten Handelspartner gef\u00e4hrdet und damit die Schweiz wirtschaftliche benachteiligen k\u00f6nnte. Diese Initiative wurde mit \u00fcber <strong>61%<\/strong> Nein-Stimmen <strong>klar abgelehnt<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>Abschuss des Wolfes (\u00c4nderung des Jagdgesetzes):<\/strong> Ziel der Vorlage war es, das Jagdgesetzt von 1986 zu erneuern und an die ge\u00e4nderten Bedingungen mit neuem Wolfsbestand in der Schweiz anzupassen. Kantone sollten entscheiden k\u00f6nnen, Wildtiere, die Herden gef\u00e4hrden, wie z.B. den Wolf, zum Abschuss freizugeben. Auch sah das neue Gesetz vor, dass Bauern nur mehr eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr gerissene Tiere erhalten, wenn sie Schutzmassnahmen wie Z\u00e4une oder Hunde aufbieten. Die Gegner der Initiative f\u00fchrten an, dass das neue Gesetz missraten sei, da es den Schutz von Tieren, die Kantonsgrenzen nicht kennen, pl\u00f6tzlich kantonal regeln m\u00f6chte. Auch wurde es verpasst, andere Arten, die gef\u00e4hrdet sind, wie z.B. das Schneehuhn, in den Schutz aufzunehmen. Sie forderten auf, das Gesetz zu \u00fcberarbeiten und das Problem mit W\u00f6lfen pragmatischer zu l\u00f6sen. Die Initiative wurde mit <strong>52%<\/strong> knapp <strong>abgelehnt<\/strong>. Der Wolf darf sich also so lange, bis ein neuer Vorschlag kommt, unbek\u00fcmmert in der Schweiz weiter ausbreiten.<\/li>\n<li><strong>Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub:<\/strong> Das Ziel der Initiative war es, den bezahlten Vaterschaftsurlaub von 1-2 Tagen auf zwei Wochen zu erh\u00f6hen, um M\u00fctter zu entlasten und die Beteiligung des Vaters an der Betreuung der Kinder zu erm\u00f6glichen. Die Gegner der Initiative argumentierten, dass dies f\u00fcr alle die L\u00f6hne verringere und f\u00fcr Klein- und Mittelunternehmen weder finanziell noch organisatorisch tragbar sei. Diese Initiative wurde mit \u00fcber <strong>60%<\/strong> Ja-Stimmen <strong>klar angenommen<\/strong>, werdende V\u00e4ter und M\u00fctter in der Schweiz d\u00fcrfen sich daher auf mehr Zweisamkeit freuen.<\/li>\n<li><strong>Neue Kampfjets:<\/strong> Um den Schweizer Luftraum zu sch\u00fctzen, m\u00fcssen die bestehenden veralteten Kampfjets bis 2030 ersetzt werden. Der Bundesrat und das Parlament sehen daf\u00fcr 6 Milliarden Franken vor. Der Flugzeughersteller, der den Zuschlag erh\u00e4lt, muss f\u00fcr 60% des Kaufpreises Auftr\u00e4ge an Unternehmen in der Schweiz vergeben, die nach Sprachregionen verteilt werden. Die Gegner der Initiative argumentierten, dass diese Kampfjets \u00fcberfl\u00fcssig seien und das Geld im Gesundheitswesen bzw. bei der Bek\u00e4mpfung des Klimawandels besser investiert sei. Bei der Abstimmung gab es eine regelrechte Zitterpartie und diese Vorlage wurde \u00e4usserst knapp mit <strong>50.1% angenommen<\/strong>. Es wird 2030 also neue Kampfjets geben.<\/li>\n<li><strong>Erh\u00f6hter Steuerabzug von Dritt-Betreuungskosten f\u00fcr Kinder:<\/strong> Der Bundesrat und das Parlament wollten mit dieser Initiative die Vereinbarkeit von Familie und Beruf f\u00fcr Doppelverdiener finanziell erleichtern und die abzugsf\u00e4higen Pauschalen f\u00fcr Kitas und Kinderbetreuung durch Dritte erh\u00f6hen. Die Gegner der Initiative argumentierten, dass es ein Steuergeschenk f\u00fcr eh schon finanziell gut dastehende Doppelverdiener sei. Durch die resultierenden Steuerausf\u00e4lle bestehe die Gefahr, dass andernorts Leistungen abgebaut w\u00fcrden. Um Familien zu entlasten g\u00e4be es bessere M\u00f6glichkeiten. Das Schweizer Stimmvolk <strong>lehnte die Initiative mit \u00fcber 63% klar ab.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Beteiligung war mit \u00fcber 59% bei allen 5 Vorlagen, gegen\u00fcber 42% im Februar 2020, relativ hoch. Die n\u00e4chste Volksabstimmung ist f\u00fcr den 29. November geplant.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Alle Abstimmungsergebnisse auf einen Blick: <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/politik\/abstimmungen\/jahr-2020\/2020-09-27.html\">https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/politik\/abstimmungen\/jahr-2020\/2020-09-27.html<\/a><\/li>\n<li>Videos und Brosch\u00fcre, mit der das Volk in der Schweiz auf die quart\u00e4rlichen Abstimmungen vorbereitet wird: <a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/abstimmungen\/20200927.html\">https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/abstimmungen\/20200927.html<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Informierte B\u00fcrger treffen informierte Entscheidungen.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=39463\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Gelebte direkte Demokratie.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=27202\"><code>02<\/code><\/a><\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Adelheid Mayr, S\u00fcdtirol\/Schweiz F\u00fcr EU-Personenfreiz\u00fcgigkeit, gegen den Abschuss des Wolfes und f\u00fcr mehr Vaterschaftsurlaub: Spannender Abstimmungssonntag in der Schweiz. 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