{"id":66464,"date":"2021-06-17T23:56:27","date_gmt":"2021-06-17T21:56:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=66464"},"modified":"2025-03-29T11:57:20","modified_gmt":"2025-03-29T10:57:20","slug":"der-angebliche-schutz-der-deutschen-sprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=66464","title":{"rendered":"Der angebliche Schutz der deutschen Sprache."},"content":{"rendered":"<p>Mir ist die Gefahr bewusst, dass wir bald nur noch <a title=\"Wilde Pressemitteilung zum wilden Campen.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=66342\">als Ortographieblog<\/a> wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Allerdings <a title=\"Beschlussantrag 457\/21.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/beschlussantrag_457-21.pdf\">fordern<\/a> die Blauen, \u00f6ffentlichen Verwaltungen zum Schutz der deutschen Sprache in S\u00fcdtirol \u00bbs\u00e4mtliche Formen des Genderns\u00ab zu untersagen \u2014 und zwar hiermit:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BESCHLUSSANTRAG<\/strong><\/p>\n<p><strong>Generisches Maskulinum als Richtschnur f\u00fcr die \u00f6ffentliche Verwaltung<\/strong><\/p>\n<p>Der deutsche Sprachraum ist seit Jahren mit der Debatte rund um eine sogenannte \u201egeschlechtergerechte Sprache\u201c konfrontiert, die ma\u00dfgeblich auf der Genderideologie basiert. Dabei wird versucht, das<span style=\"color: #ff0000;\"><del>s<\/del> <\/span>bisher allgemein anerkannte generische Maskulinum durch massive Eingriffe in die Sprache und das geschriebene Wort, wie zum Beispiel mit dem Binnen<span style=\"color: #ff0000;\">&#8211;<\/span>I oder dem Gendersternchen, zu verdr\u00e4ngen. Das generische Maskulinum bezeichnet den geschlechtsneutralen Gebrauch des Maskulinums. Dabei werden sowohl Personen- <span style=\"color: #ff0000;\"><del>oder<\/del><\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">als auch<\/span> Berufsbezeichnungen, <span style=\"color: #ff0000;\"><del>f\u00fcr<\/del><\/span> die auch durch eine feminine Wortform gebildet werden k\u00f6nnen <span style=\"color: #ff9900;\">[?]<\/span>, in einem allgemeinen, generischen Sinn verwendet. Dieser inklusive Gebrauch des generischen Maskulinums geh\u00f6rt zur deutschen Sprache und zu deren Verst\u00e4ndnis <span style=\"color: #ff9900;\">[?]<\/span>. K\u00fcnstliche Eingriffe, die allesamt Kopfgeburten sind und im krassen Widerspruch zur g\u00fcltigen Recht<span style=\"color: #ff0000;\"><del>s<\/del><\/span>schreibung stehen, basieren auf der Genderideologie, deren Konstruktion des sozialen Geschlechts<span style=\"color: #ff0000;\"><del>,<\/del><\/span> der empirischen Wissenschaft entbehrt <span style=\"color: #ff9900;\">[??]<\/span>.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund kommt auch Widerstand aus der Wissenschaft und von f\u00fchrenden Linguisten, welche die Sinnhaftigkeit des \u201eGenderns\u201c in Frage stellen. In diesem Zusammenhang sei auch auf das Interview mit der Linguistin Ewa Trutkowski, welche unter anderem als Forscherin an der Freien Universit\u00e4t Bozen t\u00e4tig ist, verwiesen, welches in der Tageszeitung \u201eDolomiten\u201c vom 10. Februar 2021 auf Seite 11 unter dem Titel \u201eMaskulin ist nicht gleich m\u00e4nnlich\u201c erschienen ist.<br \/>\nSo wird Trutkowski im <span style=\"color: #ff9900;\">genannten <\/span>Interview <span style=\"color: #ff9900;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><del>mit der Tageszeitung \u201eDolomiten\u201c<\/del><\/span> <\/span>wie folgt zitiert:<br \/>\n\u201eF\u00fcr mich ist Gendern eine Art \u201esprachliche T\u00e4towierung\u201c, mit der man unter Beweis stellen m\u00f6chte, dass man beispielsweise alternativ denkt, gr\u00fcn w\u00e4hlt und insgesamt ein aufgekl\u00e4rter Geist ist. Doch solche ideologischen Zuschreibungen w\u00fcrde ich gerne aufbrechen.\u201c Dar\u00fcber hinaus kommt sie mit Blick auf Umfragen zu <span style=\"color: #ff0000;\"><del>F<\/del>f<\/span>olgendem Schluss: \u201e[&#8230;] schaut man sich Umfragen an, in denen breitere Bev\u00f6lkerungsschichten befragt wurden, stellt man fest, dass nicht der Gebrauch des generischen Maskulinums, sondern das Gendern umstritten ist.\u201c<\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, dass <span style=\"color: #ff0000;\"><del>sich<\/del><\/span> s\u00e4mtliche Dokumente der \u00f6ffentlichen Verwaltung, welche ver\u00f6ffentlicht werden, sowie die Kommunikation auf breitere Bev\u00f6lkerungsschichten ausgerichtet <span style=\"color: #ff0000;\"><del>ist<\/del> sind<\/span>, ist die Verwendung des generischen Maskulinums als allgemein verst\u00e4ndliche Praxis anzusehen <span style=\"color: #ff9900;\">[?]<\/span>. Das Gendern hingegen f\u00fchrt zu<span style=\"color: #ff9900;\">r <del>einer<\/del><\/span> Unleserlichkeit von Texten, unterbricht den Lesefluss und wird vielfach auch als bewusst herbeigef\u00fchrte Distanz zwischen der Verwaltung und den B\u00fcrgern verstanden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus tr\u00e4gt das Gendern in keiner Weise zu einer tats\u00e4chlichen Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern bei. Auch die Linguistin Trutkowski wird im angef\u00fchrten Interview wie folgt zitiert: \u201eEin st\u00e4rkeres Sichtbarmachen von Frauen und nicht-bin\u00e4ren Personen sollte in den Positionen, innerhalb der Gesellschaft selbst, passieren. Durch sprachliche Sichtbarmachung kann man die soziale Realit\u00e4t nicht umsp\u00fclen.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\"><del>Aus diesen Gr\u00fcnden gilt es d<\/del> D<\/span>iese wissenschaftlichen Einsichten <span style=\"color: #ff9900;\">gilt es<\/span> zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p>Dies vorausgeschickt<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>f o r d e r t<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>der S\u00fcdtiroler Landtag die Landesregierung auf, s\u00e4mtliche verwaltungstechnische<span style=\"color: #ff9900;\">n<\/span> Schritte in die Wege zu leiten, damit bei allen Dokumenten, Akten und der Kommunikation der \u00f6ffentlichen Verwaltung in S\u00fcdtirol weiterhin das generische Maskulinum als Richtschnur gilt und s\u00e4mtliche Formen des Genderns untersagt werden;<span id=\"page22R_mcid10\" class=\"markedContent\"><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #ff0000;\">der S\u00fcdtiroler Landtag,<\/span> zum Schutz der deutschen Sprache in S\u00fcdtirol und <span style=\"color: #ff0000;\"><del>den<\/del> der<\/span> damit verbundenen Minderheitenrechte<span style=\"color: #ff0000;\">,<\/span> den anderen \u00f6ffentlichen K\u00f6rperschaften und Gesellschaften die Verwendung des generischen Maskulinums nahezulegen;<span id=\"page22R_mcid11\" class=\"markedContent\"><\/span><\/li>\n<li>der S\u00fcdtiroler Landtag den Widerruf des genehmigten Beschlussantrages vom 15.09.2016, Nr. 637\/16 mit dem Titel \u201eLeitfaden f\u00fcr eine geschlechtergerechte Sprache\u201c.<\/li>\n<\/ol>\n<\/blockquote>\n<p><small><em>Beschlussantrag Nr. 457\/21<\/em><\/small><\/p>\n<p>Ob hiermit dem Schutz der deutschen Sprache gedient ist, wei\u00df ich nicht so recht.<\/p>\n<p>Doch zur Sache:<\/p>\n<ul>\n<li>Es gibt meines Wissens keinen wissenschaftlichen Konsens zum Gendern, weshalb ein Verweis auf <em>die<\/em> Wissenschaft fragw\u00fcrdig erscheint. Schon gar nicht kann meiner Meinung nach <em>ein<\/em> Zeitungsinterview mit&nbsp;<em>einer<\/em> Wissenschafterin als Grundlage f\u00fcr eine so weitreichende Entscheidung dienen.<\/li>\n<li>Die militanten Gegnerinnen des Genderns echauffieren sich regelm\u00e4\u00dfig dar\u00fcber, dass ihnen mit dem Gendern angeblich ein gewisser Sprachgebrauch vorgeschrieben bzw. aufgezwungen w\u00fcrde. Und jetzt fordern die <em>Freiheitlichen<\/em> ein ausdr\u00fcckliches Genderverbot?<\/li>\n<li>Was das Gendern mit den Minderheitenrechten (gemeint ist ja die sprachliche Minderheit) zu tun haben soll, erschlie\u00dft sich mir nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Blaue gegen Benachteiligung von Zugewanderten?\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=48295\" rel=\"\"><code>01<\/code><\/a> <span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-weight: normal;\">||<\/span> <a title=\"Genderverbot gescheitert.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=66763\" rel=\"\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Genderbefreite Handschrift.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=82776\" rel=\"\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>02<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Galateo gegen Inklusion und Autonomie.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=90981\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>03<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mir ist die Gefahr bewusst, dass wir bald nur noch als Ortographieblog wahrgenommen werden. 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