{"id":6712,"date":"2010-12-11T18:00:15","date_gmt":"2010-12-11T17:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=6712"},"modified":"2026-06-19T12:25:52","modified_gmt":"2026-06-19T10:25:52","slug":"showdown-auf-der-brennerlinie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=6712","title":{"rendered":"Showdown auf der Brennerlinie."},"content":{"rendered":"<p>Laut letzten Meldungen (Freitag, 10.12.2010) d\u00fcrfen die Eurocity-Z\u00fcge auf der Brennerlinie nun doch wieder Zwischenhalte bedienen. Die Eilverordnung der italienischen Schienennetzbeh\u00f6rde wurde f\u00fcr drei Monate ausgesetzt. Ausgenommen davon, der Eurocity M\u00fcnchen \u2013 Venedig &#8211; M\u00fcnchen, der zwischen Brenner und Venedig keinen Zwischenhalt bedienen darf.<\/p>\n<p>Die Episode der Anfang dieser Woche bekannt gewordenen Eilverordnung der italienischen Schienennetzbeh\u00f6rde ist der vorl\u00e4ufige H\u00f6hepunkt der systematischen Sabotage der DB\/<abbr title=\"\u00d6sterreichische Bundesbahnen\">\u00d6BB<\/abbr>-Eurocityz\u00fcge auf der Brennerbahnlinie durch Trenitalia. H\u00e4tte DB\/\u00d6BB keine (teilweise) Aussetzung der Verordnung erreicht, w\u00e4re S\u00fcdtirol ab Sonntag, 12. Dezember 2010 ohne direkten Zug zwischen Innsbruck und Bozen dagestanden. Nicht nur eine Katastrophe f\u00fcr den Standort S\u00fcdtirol, sondern auch ein eindr\u00fcckliches Exempel was unsere Autonomie im Ernstfall tats\u00e4chlich wert ist.<\/p>\n<p>Von fairen Wettbewerbsbedingungen kann auf der Brennerbahn trotz (teilweiser) Aussetzung dieser Eilverordnung in keiner Weise gesprochen werden. RFI (der italienische Schienennetzbetreiber) und Trenitalia torpedieren das DB\/\u00d6BB-Engagement tagt\u00e4glich. Teils erfolgen die Ma\u00dfnahmen gegen den unliebsamen Konkurrenten aus dem Norden subtil und lassen sich nicht mal beweisen, teils sind die Ma\u00dfnahmen offenkundig.<\/p>\n<p>Die Episode ist nicht nur ein Lehrbeispiel, wie die Liberalisierung des europ\u00e4ischen Eisenbahnmarktes im Detail hintertrieben werden kann, sie zeigt uns S\u00fcdtirolerInnen auch sehr eindr\u00fccklich die Grenzen unserer sogenannten \u201cVorzeigeautonomie\u201d auf. Grundlegende Interessen S\u00fcdtirols werden in Rom entschieden. Aus autonomiepolitischer Sicht ist es v\u00f6llig inakzeptabel, dass eine r\u00f6mische Beh\u00f6rde dar\u00fcber entscheidet, ob, wann und wie in S\u00fcdtirol ein Zug verkehren darf.<\/p>\n<p>Selbst wenn nun ab dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 12. Dezember 2010, von den 5 geplanten Eurocity-Z\u00fcgen 4 wie geplant verkehren k\u00f6nnen, muss festgestellt werden, dass das Fernverkehrsangebot auf der Brennerstrecke alles andere als zufriedenstellend ist. Lediglich f\u00fcnf durchgehende Eurocityz\u00fcge verbinden S\u00fcdtirol mit Innsbruck und M\u00fcnchen im Tagesverkehr. Besonders am Tagesrand (morgens von S\u00fcdtirol nach M\u00fcnchen und abends von M\u00fcnchen nach S\u00fcdtirol) ist das Angebot v\u00f6llig ungen\u00fcgend. So erreicht man mit dem neuen Fahrplan M\u00fcnchen mit dem ersten direkten Zug erst um 14.25 Uhr. Der letzte direkte Tageszug Richtung S\u00fcdtirol verl\u00e4\u00dft M\u00fcnchen schon um 15.30 Uhr. M\u00fcnchen ist somit f\u00fcr einen Tagestermin ab S\u00fcdtirol mit der Bahn nicht mehr in akzeptabler Weise erreichbar. Ein v\u00f6llig untragbarer Zustand, den das Land S\u00fcdtirol in der gesamten Tragweite nicht erfasst zu haben scheint. Man gewinnt den Eindruck, dass der Fernverkehr im entsprechenden Ressort als Selbstl\u00e4ufer betrachtet wird \u2013 ein systematisches Engagement vonseiten des Landes ist nicht feststellbar.<\/p>\n<p>Ein Vergleich: Das Tessin in der S\u00fcdschweiz liegt wie S\u00fcdtirol an der Alpens\u00fcdseite. Dort verf\u00fcgt man an einem normalen Werktag \u00fcber 33 direkte Zugpaare von der Kantonshauptstadt Bellinzona Richtung Arth Goldau an der Nordseite der Alpen. Aufgrund des integralen Schweizer Taktfahrplanes sind alle wichtigen Schweizer St\u00e4dte vom Tessin von 5.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr im Halbstundentakt erreichbar. 33 alpenquerende Direktz\u00fcge vom Tessin in die Zentralschweiz, 5 alpenquerende Direktz\u00fcge (zus\u00e4tzlich noch ein Nachtzug) von S\u00fcdtirol nach M\u00fcnchen \u2013 das sind die Fakten.<\/p>\n<h6>Wie es zum Bruch zwischen Trenitalia und DB\/\u00d6BB kam<\/h6>\n<p>Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurden die Eurocityz\u00fcge auf der Brennerstrecke in der klassischen \u201cinternationalen L\u00e4nderkonvention\u201d abgewickelt. Die jeweilige staatliche Bahngesellschaft organisiert ihr Teilst\u00fcck: DB auf der Strecke M\u00fcnchen-Kufstein, \u00d6BB von Kufstein zum Brenner und Trenitalia vom Brenner Richtung S\u00fcden.<\/p>\n<p>Aufgrund der notorischen Unzuverl\u00e4ssigkeit und destruktiven Arbeitsweise von Trenitalia hat sich das Verh\u00e4ltnis zwischen DB\/\u00d6BB und Trenitalia zusehends verschlechtert. W\u00e4hrend der laufenden Fahrplanperiode wollte Trenitalia im Juni 2008 die H\u00e4lfte der damals noch 6 Eurocity-Z\u00fcge streichen. Einige Wochen vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 dann die Ank\u00fcndigung von Trenitalia, einen der 6 Eurocity-Z\u00fcge endg\u00fcltig zu streichen und den immer gut ausgelasteten Eurocityzug Michelangelo (M\u00fcnchen \u2013 Rom \u2013 M\u00fcnchen) nach Rimini umzuleiten. Neben diesen im internationalen Bahnverkehr un\u00fcblichen, kurzfristigen Ank\u00fcndigungen gab es die notorischen M\u00e4ngel beim Trenitalia Rollmaterial und bei der Sauberkeit der Z\u00fcge. Aufgrund derselben M\u00e4ngel ist \u00fcbrigens auch das Cisalpino-Projekt (50% Schweizer Bahn, 50% Trenitalia) im Dezember 2009 gescheitert.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fahrplanwechsel im Dezember 2009 k\u00fcndigte Trenitalia den vollst\u00e4ndigen R\u00fcckzug vom Brenner-Fernverkehr an. Dies bewog DB\/\u00d6BB die Eurocityz\u00fcge auf der Brennerstrecke in Eigenregie ohne den unzuverl\u00e4ssigen Partner Trenitalia durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Generell ist anzumerken, dass Trenitalia unter Moretti einen Isolationskurs f\u00e4hrt. Neben dem R\u00fcckzug auf der Brennerstrecke und dem Auseinanderbrechen der Cisalpino-Kooperation hat sich Trenitalia auch von der internationalen Strecke Venedig \u2013 Tarvis \u2013 Villach zur\u00fcckgezogen und das Angebot nach Frankreich drastisch reduziert. So gibt es mittlerweile keine durchgehenden Z\u00fcge mehr nach Nizza. Das Verh\u00e4ltnis zur franz\u00f6sischen Bahn SNCF soll sich sichtlich abgek\u00fchlt haben.<\/p>\n<h6>Die Kooperation DB und \u00d6BB mit dem italienischen Partner Le Nord<\/h6>\n<p>Aufgrund der Liberalisierungen im europ\u00e4ischen Bahnverkehr, planten die DB (Deutsche Bahn) und \u00d6BB (\u00d6sterreichische Bundesbahn) zusammen mit dem lombardischen Bahnunternehmen Le Nord, die Eurocityz\u00fcge auf der Brennerstrecke in Eigenregie durchzuf\u00fchren. Pl\u00f6tzlich bekundete nun Trenitalia doch wieder Interesse f\u00fcr die von DB\/\u00d6BB beantragten Trassen. Siehe dazu <img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\">: <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=3172\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><code>01<\/code><\/a>. Dies jedoch nicht, weil man ernsthaft an eine Wiederaufnahme des Verkehrs auf der Brennerstrecke dachte. Ziel der Aktion war es einzig und allein, das von DB\/\u00d6BB lancierte Projekt zu torpedieren und zu behindern. Der internationale Verkehr auf der Brennerstrecke hing teilweise am seidenen Faden.<\/p>\n<h6>Die Schl\u00fcsselrolle des italienischen Netzbetreibers RFI und von Centostazioni<\/h6>\n<p>Eine der Hauptursachen f\u00fcr die systematische Behinderung der DB\/\u00d6BB-Z\u00fcge liegt darin, dass es zwischen Netzbetreiber (RFI) und Trenitalia keine Trennung gibt. RFI (Rete Ferroviaria Italiana) geh\u00f6rt zu 100% der Holding Ferrovie dello Stato (FS), die auch 100% der Anteile an Trenitalia h\u00e4lt. Zudem h\u00e4lt diese Gruppe knapp 60% an Centostazioni, der Gesellschaft, die den Bahnhof Bozen verwaltet. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und gro\u00dfer Macher der FS-Holding ist Mauro Moretti. Objektivit\u00e4t bei der Vergabe der Trassen kann bei dieser Interessenslage nicht erwartet werden.<\/p>\n<p>Die neue Kooperation musste sich deshalb teils mit sehr schlechten Trassen zufrieden geben. So darf bis heute z.B. nicht Mailand Hauptbahnhof, sondern nur Mailand Porta Garibaldi angefahren werden. Trotz neuer Bahnstrecke zwischen Verona und Bologna bekam man eine Trasse zugewiesen, die kaum schneller als die eines Regionalzuges ist. F\u00fcr den kommenden Fahrplan plante DB\/\u00d6BB zwei zus\u00e4tzliche Z\u00fcge von Verona bis Bologna zu verl\u00e4ngern. Eine auch f\u00fcr S\u00fcdtirol hochinteressante Angebotsausweitung Richtung S\u00fcden. RFI lehnte ab. Begr\u00fcndung: Die Bauarbeiten am Bahnhof Bologna.<\/p>\n<p>An den Bahnh\u00f6fen wurden in der Anfangszeit die EC-Z\u00fcge nicht angesagt und auch nicht auf den Anzeigetafeln gelistet. In den Fahrpl\u00e4nen von Trenitalia scheinen die DB\/\u00d6BB Z\u00fcge noch immer nicht auf. In Deutschland, wo es auch keine Trennung zwischen Eisenbahnnetz und DB (Deutscher Bahn) gibt, wurde die Deutsche Bahn dazu verpflichtet, auch die Fahrpl\u00e4ne ihrer Konkurrenten zu listen.<\/p>\n<p>Aufgrund einer pers\u00f6nlichen Intervention des gro\u00dfen FS-Machers Moretti (ein entsprechendes Schreiben, das die direkte Intervention Morettis belegt, liegt dem Autor dieses Beitrages vor) wurde die strikte Order ausgegeben, an keinen RFI- und Centostazioni-Bahnh\u00f6fen den Verkauf von Fahrkarten von DB und \u00d6BB zuzulassen. Ein lokaler Reiseveranstalter aus Bozen versucht seit Dezember 2009 vergeblich eine R\u00e4umlichkeit von Centostazioni am Bahnhof Bozen anzumieten, um dort einen professionellen Fahrkartenverkauf anzubieten. Noch im September 2010 hat der Centostazioni-Chef bei einem Besuch in Bozen hochtrabend vom neuen Dienstleistungszentrum am Bozner Bahnhof gesprochen. Abgesehen davon, dass die vom bautechnischen Standpunkt eher bescheidenen Umbauarbeiten am Bozner Bahnhof kein Ende finden, ist man bei RFI an einer Dienstleistung, die S\u00fcdtirol bitter n\u00f6tig h\u00e4tte, n\u00e4mlich einem Ticketverkauf am Bahnhof Bozen f\u00fcr alle Bahngesellschaften, die unser Land betreffen und einer professionellen Beratung, nicht interessiert. Daf\u00fcr hat man das Bahnhofsrestaurant mit Chefexpress wieder an einen P\u00e4chter vermietet, der zu S\u00fcdtirol \u00fcberhaupt keinen Bezug hat. Anstatt eine Visitenkarte f\u00fcr S\u00fcdtirol, ist das Bahnhofsrestaurant, so wie der gesamte Bahnhof, ein Unort. Genau das Gegenteil von dem, was Centostazioni auf seiner Webseite ank\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Teilweise erfolgt die Behinderung der Eurocityz\u00fcge subtil und l\u00e4sst sich nur sehr schwer beweisen, wie folgende Episode zeigt: Am Montag, 6. Dezember 2010 wird der Eurocityzug Mailand \u2013 M\u00fcnchen mit Abfahrt in Bozen um 10.43 p\u00fcnktlich gelistet. Etwa zur selben Zeit erreicht ein mit ca. 75 Minuten versp\u00e4teter Regionalzug aus Verona kommend den Bozner Bahnhof. Unter eisenbahntechnisch normalen Umst\u00e4nden m\u00fcsste nun der p\u00fcnktliche Eurocityzug den versp\u00e4teten R-Zug in Bozen \u00fcberholen d\u00fcrfen. RFI scheint denkt nicht daran. Der Eurocityzug wird in Folge vom R-Zug bis zum Brenner ausgebremst. Am Brenner hat der Eurocity gute 30 Minuten Versp\u00e4tung angeh\u00e4uft.<\/p>\n<h6>Alle wichtigen Entscheidungen im Eisenbahnwesen fallen in Rom<\/h6>\n<p>Abgesehen von der Vinschger Bahn und der Rittner Bahn, werden alle Bahnstrecken S\u00fcdtirols von RFI verwaltet. Auch im Regionalverkehr, der mittlerweile vom Land S\u00fcdtirol finanziert und geplant wird, h\u00e4ngen wir auf Gedeih und Verderb vom Schienennetzbetreiber RFI ab. Dieser vergibt die Trassen, steuert den Verkehr und organisiert die Instandhaltungsarbeiten (Wartungsintervall auf der Brennerstrecke mitten am Vormittag) nach seinem Arbeitsrhythmus. Viele Investitionen, wie der Umbau auf den Bahnh\u00f6fen im Pustertal oder auf der Meraner Linie wurden vom Land S\u00fcdtirol finanziert, obwohl dieses nicht Eigent\u00fcmer dieser Infrastrukturen ist. Die materielle \u00dcbernahme der Meraner und Pustertaler Bahnlinie durch das Land S\u00fcdtirol ist dringend notwendig. Mittelfristig muss dies auch f\u00fcr die Brennerbahn gefordert werden. Das Land S\u00fcdtirol muss entsprechende Forderungen in Rom deponieren und mit Nachdruck vertreten. Episoden, wie die Eilverordnung der italienischen Schienennetzbeh\u00f6rde Anfang dieser Woche verdeutlichen die Notwendigkeit der vollen Zust\u00e4ndigkeiten im Eisenbahnverkehr. Es ist v\u00f6llig inakzeptabel, dass r\u00f6mische Beh\u00f6rden \u00fcber den Eisenbahnverkehr in S\u00fcdtirol entscheiden. F\u00fcr eine \u201cVorzeigeautonomie\u201d verf\u00fcgen wir in verd\u00e4chtig vielen Bereichen \u00fcber keinerlei Einfluss.<\/p>\n<h6>Das Land S\u00fcdtirol und der Fernverkehr auf der Brennerbahn<\/h6>\n<p>W\u00e4hrend das Land S\u00fcdtirol im Personennahverkehr in den letzten Jahren gro\u00dfe Fortschritte erzielt hat, ist das Engagement im Fernverkehr auf der Brennerbahn ungen\u00fcgend. In den letzten Monaten hat sich der Eindruck verfestigt, dass das Fernverkehrsangebot von den entsprechenden Verantwortlichen als Selbstl\u00e4ufer betrachtet wird. Eine Haltung, die den Ernst der Lage nicht erkennt. F\u00fcr den Standort S\u00fcdtirol ist das derzeitige Angebot von f\u00fcnf Eurocityz\u00fcgen im Tagesverkehr nicht ausreichend und muss kurzfristig auf mindestens sieben bis acht Zugpaare ausgebaut werden. Besonders am Tagesrand ben\u00f6tigen wir zus\u00e4tzliche Verbindungen. Notfalls muss sich das Land S\u00fcdtirol hierf\u00fcr auch finanziell beteiligen \u2013 es reicht nicht, lapidar zu erkl\u00e4ren, man w\u00e4re hierf\u00fcr nicht zust\u00e4ndig. Zum Vergleich: Der Provinzflughafen Bozen hat bisher ca. 52 Millionen Euro gekostet. F\u00fcr die ungleich wichtigeren Brenner-Fernverkehrsz\u00fcge scheint sich in S\u00fcdtirol niemand zust\u00e4ndig zu f\u00fchlen. Jedenfalls ist es erstaunlich, dass bisher keine Einigung mit den DB\/\u00d6BB erzielt werden konnte, um diese Z\u00fcge auch f\u00fcr die Landesabos zug\u00e4nglich zu machen. Ebenfalls erstaunlich, dass man keine Einigung f\u00fcr den Vormittags-Eurocity (Bozen ab 8.43, M\u00fcnchen an 12.25) und Nachmittags Eurocity (M\u00fcnchen ab 17.30 Uhr, Bozen an 21.30 Uhr) erzielen konnte. Dieses Zugpaar verkehrt f\u00fcr die n\u00e4chste Fahrplanperiode nicht mehr. Ein Beitrag von etlichen 100.000 Euro h\u00e4tte diese wichtige Tagesrandverbindungen anscheinend garantiert.<\/p>\n<p>Solange die Eurocityz\u00fcge noch in der klassischen Kooperation zwischen DB\/\u00d6BB\/Trenitalia gef\u00fchrt wurden, hat man sich den Zugang f\u00fcr die Landesabos auf den damals noch von Trenitalia gef\u00fchrten Z\u00fcgen noch einen h\u00f6heren Betrag kosten lassen (angeblich etliche Millionen Euro).<\/p>\n<p>Mit dem R\u00fcckzug von Trenitalia hat man beim Land S\u00fcdtirol offensichtlich gar nicht ungern die Gelegenheit ergriffen, diese Summe einzusparen. Warum man zwar Trenitalia hierf\u00fcr einen Millionenbetrag \u00fcberwiesen hat und es mit den DB\/\u00d6BB bisher zu keiner Einigung kam, bleibt eine offene Frage.<\/p>\n<p>Seit Juni 2010 bzw. September 2010 verkehren zwischen Bozen und Rom wieder zwei direkte von Trenitalia gef\u00fchrte Zugverbindungen, was als sehr positiv zu bewerten ist. Trotzdem besteht ein bestimmter Eindruck, dass es f\u00fcr dieses doch eher pl\u00f6tzliche Entgegenkommen vonseiten Trenitalia gar einen informellen Deal zwischen Trenitalia und Land S\u00fcdtirol gegeben hat, daf\u00fcr das DB\/\u00d6BB-Projekt nicht allzusehr zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Diskussion um den Fernverkehr auf der Brennerbahn kann nicht abgeschlossen werden, ohne zu erw\u00e4hnen, dass vor etlichen Jahren regionale Direktverbindungen zwischen Bozen und Innsbruck angek\u00fcndigt wurden. Anscheinend soll hier das Land Nordtirol nicht die entsprechenden Geldmittel fl\u00fcssig machen. Wie dem auch sei \u2013 trotz \u201cSonntagsredenprojekt Europaregion Tirol\u201d warten wir noch immer vergeblich auf direkte Regionalzug-Verbindungen zwischen Bozen und Innsbruck. Diese k\u00f6nnten, durch entsprechende Anschl\u00fcsse in Innsbruck, teilweise die L\u00fccken im Fernverkehr schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Selbst das derzeitige Fernverkehrsangebot ist langfristig nicht gesichert. Laut Eisenbahn Revue International 11\/2010 haben alleine die \u00d6BB im Jahre 2010 mit den Brennerz\u00fcgen ein Defizit von 12 Millionen Euro eingefahren. Dies war mitunter ausschlaggebend, dass uns der Vormittags-Eurocity (Bozen ab 8.43, M\u00fcnchen an 12.25) gestrichen wurde. Sollte das Land S\u00fcdtirol den Ernst der Lage nicht endlich erkennen und durch einen entschlossenen Einsatz das Fernverkehrsangebot auf der Brennerstrecke kontinuierlich ausbauen, k\u00f6nnten wir in etlichen Jahren vor dem Nichts stehen. F\u00fcr den Standort S\u00fcdtirol ein untragbarer Zustand.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut letzten Meldungen (Freitag, 10.12.2010) d\u00fcrfen die Eurocity-Z\u00fcge auf der Brennerlinie nun doch wieder Zwischenhalte bedienen. 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