{"id":69725,"date":"2021-11-29T18:47:19","date_gmt":"2021-11-29T17:47:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=69725"},"modified":"2021-11-30T13:54:42","modified_gmt":"2021-11-30T12:54:42","slug":"die-verklarung-von-andrea-mitolo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=69725","title":{"rendered":"Die Verkl\u00e4rung von Andrea Mitolo."},"content":{"rendered":"<p>Es ist der 30. Oktober dieses Jahres, als das <em>Athesia<\/em>-Tagblatt <em>A. Adige<\/em> einen Artikel des Faschisten Andrea Mitolo (1914-1991) vom Juni 1990 wiedergibt.<\/p>\n<p>Das Blatt hatte ihm ein Jahr vor dem Ableben offenbar eine ganze Seite f\u00fcr eine weichgesp\u00fclte und verharmlosende private Selbstdarstellung zur Verf\u00fcgung gestellt. Weder wurde der damals 76-J\u00e4hrige in Form eines Interviews mit l\u00e4stigen Fragen konfrontiert, noch findet beim jetzigen, von Direktor Alberto Faustini pers\u00f6nlich signierten Wiederdruck eine kritische historische Einordnung statt. Sogar auf der Titelseite wird der Beitrag \u2014 mit <em>\u00bbCos\u00ec \u00e8 nato il leader della destra\u00ab<\/em> (zu Deutsch <em>\u00bbSo ist der Anf\u00fchrer der Rechten geboren\u00ab)<\/em> \u2014 angek\u00fcndigt.<\/p>\n<h6>Koh\u00e4renz<\/h6>\n<p>In der Einleitung von 1991 wird Mitolo als Mensch dargestellt, der Zeit seines Lebens seiner \u00bbLiebe f\u00fcr die Trikolore\u00ab treu geblieben war. Er habe schon in die (faschistische) <abbr title=\"Movimento Sociale Italiano\">MSI<\/abbr> geglaubt, als dies nicht nur unbequem, sondern gef\u00e4hrlich war. Das Stichwort lautet \u00bbKoh\u00e4renz\u00ab, wie sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Dann schildert der Sohn eines <em>Carabiniere,<\/em> wie er Ende 1918 nach Bozen kam, da der Vater im italienisch besetzten S\u00fcdtirol im Einsatz war. Mit den deutschsprachigen Kindern habe man sich bald gepr\u00fcgelt. Schon im Grundschulalter sei er mit anderen Kindern vor das Haus von Julius Perathoner gezogen, um mit Trikoloreflaggen zu protestieren, weil der damalige Bozner B\u00fcrgermeister die Flagge des Besatzerstaates habe \u00bbverschwinden lassen\u00ab.<\/p>\n<p>Mitolo darf ausbreiten, dass die italienischsprachigen Kinder dank der squadristischen Besetzung der Schule in der Dantestra\u00dfe vom Oktober 1922 \u00bbendlich\u00ab eigene Klassenzimmer bekommen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter war er an der Gr\u00fcndung der Kletterschule der <em>Gruppi universitari fascisti<\/em> (Guf) am Sellajoch beteiligt und meldete sich 1935 als Freiwilliger am v\u00f6lkerrechstwidrigen Krieg in Ostafrika (Abessinienkrieg). Im Jahr 1940 besuchte er die Kaderschule des <em>Partito nazionale fascista.<\/em><\/p>\n<p>Nachdem er die Rede von Mussolini in der piazza Venezia (Kriegserkl\u00e4rung an Gro\u00dfbritannien und Frankreich) geh\u00f6rt hatte, habe er versucht, Bruneck zu erreichen. Die <em>divisione Pusteria,<\/em> der sein <em>Alpini<\/em>-Batallion<em> Bassano<\/em> mit Sitz in Bozen angeh\u00f6rte, war jedoch bereits in Cuneo und Valle Stura. Den ganzen Krieg habe er dann an der Front verbracht.<\/p>\n<p>Nach dem Waffenstillstand sei er ins Pustertal zur\u00fcckgekehrt, um sich noch einmal nach Albanien aufzumachen. Vier Medaillen und eine kriegsbedingte Bef\u00f6rderung habe ihm der dortige Einsatz eingebracht.<\/p>\n<p>Erst die Kapitulation vom 8. September 1943, so Mitolo, habe zu \u00bbProblemen\u00ab gef\u00fchrt. In wenigen Minuten seien die Deutschen von Verb\u00fcndeten zu Feinden geworden.<\/p>\n<p>Doch Mitolo beschloss, koh\u00e4rent, f\u00fcr die sogenannte Sozialrepublik von Mussolini weiterzuk\u00e4mpfen, wie es nur die \u00fcberzeugtesten Faschisten taten \u2014 und distanzierte sich bis zu seinem Tod nicht davon.<\/p>\n<p>Und all dies wird im Oktober 2021 unkommentiert wiedergegeben \u2014 wenige Tage, nachdem Neofaschistinnen in Rom einen Gewerkschaftssitz \u00fcberfallen haben.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Le vicissitudini di Etta e Ben a Merano.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=38448\" rel=\"\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Chi tace\u2026 e chi collabora\u2026\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=24334\" rel=\"\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Zan-Gesetz, A. Adige verbreitet CPI-Position.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=66982\" rel=\"\"><code>03<\/code><\/a> <a title=\"Solo il braccio di un tifoso\u2026\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=31412\" rel=\"\"><code>04<\/code><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist der 30. Oktober dieses Jahres, als das Athesia-Tagblatt A. Adige einen Artikel des Faschisten Andrea Mitolo (1914-1991) vom Juni 1990 wiedergibt. Das Blatt hatte ihm ein Jahr vor dem Ableben offenbar eine ganze Seite f\u00fcr eine weichgesp\u00fclte und verharmlosende private Selbstdarstellung zur Verf\u00fcgung gestellt. 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