{"id":74684,"date":"2022-11-06T22:32:45","date_gmt":"2022-11-06T21:32:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=74684"},"modified":"2022-11-06T22:41:13","modified_gmt":"2022-11-06T21:41:13","slug":"wegkommen-vom-ethnostress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=74684","title":{"rendered":"Wegkommen vom \u00bbEthnostress\u00ab."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Ana Grilc aus Koroska\/K\u00e4rnten und ihr Kurzgeschichten-Band <em>Wurzelrei\u00dfer:innen.<\/em><\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Grilc erhielt f\u00fcr ihre Kurzgeschichten den Newcomer-Literaturpreis der Stadt Klagenfurt\/Celovec. Sie setzt sich in ihrem beim Klagenfurter slowenischsprachigen Verlag<\/span> <span class=\"s2\">Mohorjeva\/Hermagoras erschienenen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mohorjeva.com\/knjige_buecher\/detajl\/wurzelreisserinnen\"><span class=\"s3\">Buch<\/span><\/a> mit Zweisprachigkeit, Spaltung und Diskriminierung auseinander.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Grilc besch\u00e4ftigt sich mit der Geschichte der slowenischen Volksgruppe in K\u00e4rnten, mit dem NS-Terror gegen den slowenischen Widerstand, mit den Nachkommen der NS-T\u00e4ter und mit dem Weiterbestehen des Rechtsradikalismus im Nachkriegs-\u00d6sterreich. Harte literarische Kost.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Ana Grilc zeigt auch die kreativen Formen des slowenischen Widerstandes in K\u00e4rnten gegen die \u00bbGermanisierung\u00ab, gegen die Assimilierung. Sie zitiert in der Kurzgeschichte <em>Marlene<\/em> die subversive Kraft des Puppentheaters. Laut Grilc ist die Figurentheatertradition in K\u00e4rnten\/Koro\u0161ka ein Teil der slowenischen Volkskultur, diente dem Spracherhalt und der Weitergabe der slowenischen Muttersprache. \u00bbBis heute ist das Slowenischsprechen ein politischer Akt \u2013 eine widerst\u00e4ndige Positionseinnahme\u00ab, sagt Ana Grilc <a href=\"https:\/\/www.textfeldsuedost.com\/gespr\u00e4che-und-portraits\/ana-grilc\/\" rel=\"\"><span class=\"s3\">im Interview mit Elena Messner vom <em>textfelds\u00fcdost<\/em><\/span><\/a>.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Grilc greift Themen und Problematiken ihrer Volksgruppe auf, die sie nicht loslassen, die aber auch stressen. Grilc zitiert den Begriff \u00bbEthnostress\u00ab des S\u00fcdtiroler Bildungswissenschaftlers Hans-Karl Peterlini von der Universit\u00e4t Klagenfurt. Auf die junge Generation lastet die Geschichte, aber auch der \u00bbKampf\u00ab um eine gleichberechtigte Zukunft.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Ana Grilc switcht zwischen ihren Familiensprachen, zwischen dem Slowenischen, ihre Mutter- und dem Deutschen, ihre Vaterssprache. Au\u00dferdem verwendet sie zuhause zwei slowenische Idiome. Ihre politischen und \u00f6ffentlichen Arbeiten finden auf Slowenisch statt, \u00bbdie Sprache der direkten Rede\u00ab, sagt Ana Grilc. Daf\u00fcr sei viel \u00dcberwindung notwendig, denn in der Frage der slowenischen Sprachkenntnisse plage sie der Minderwertigkeitskomplex, wie so viele K\u00e4rntner Slowen:innen. \u00bbAls K\u00e4rntner Slowen:in kann man nie gut genug Slowenisch k\u00f6nnen. Strukturell wird es einem aber unm\u00f6glich gemacht, die Sprache im gleichen Ma\u00dfe wie Deutsch zu erlernen\u00ab, erkl\u00e4rt Grilc den Minderwertigkeitskomplex.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">F\u00fcr Grilc ist das Deutsche die Sprache der Institutionen, der Geschichtsschreibung, der Macht. Auch die Sprache der NS-T\u00e4ter:innen, die negative Seite. Andererseits ist das Deutsche aber auch \u00bbdie Sprache der meisten Literatur, die ich gelesen habe, aktueller gesellschaftspolitischer Diskurse, Wien\/Dunaj-s. Eine Kunst- und Koffersprache, die mir formell sehr zusagt\u00ab.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\">Inzwischen spielt Ana Grilc mit ihren Sprachen, sie sagt, sie erlaube sich mehr Freiheiten innerhalb ihrer Mehrsprachigkeit. \u00bbSprache ist dynamisch. Es hei\u00dft den Purismus abzustreifen und sich der sprachlichen Realit\u00e4t zu n\u00e4hern.\u00ab<\/span><\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ana Grilc aus Koroska\/K\u00e4rnten und ihr Kurzgeschichten-Band Wurzelrei\u00dfer:innen. 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