{"id":759,"date":"2007-07-29T09:00:30","date_gmt":"2007-07-29T07:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.selbstbestimmung.net\/?p=759"},"modified":"2025-09-29T15:22:45","modified_gmt":"2025-09-29T13:22:45","slug":"ausstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=759","title":{"rendered":"AuSStellung."},"content":{"rendered":"<p>Wie das <em>Kulturzentrum Grand Hotel Toblach<\/em> mitteilt, wird dort vom 17. August bis zum 23. September eine Ausstellung zu einem bislang nicht sehr bekannten Kapitel S\u00fcdtiroler Geschichte stattfinden:<\/p>\n<blockquote><p>[Die Ausstellung] tr\u00e4gt den Titel &#8220;R\u00fcckkehr ins Leben &#8211; SS-Geiseln am Pragser Wildsee&#8221;. [Darin] dokumentiert der deutsche Journalist und Schriftsteller Hans-G\u00fcnter Richardi erstmalig den Transport von prominenten Sippen- und Sonderh\u00e4ftlingen aus deutschen Konzentrationslagern nach S\u00fcdtirol. Die 139 Gefangenen aus siebzehn L\u00e4ndern Europas wurden noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges als Geiseln der SS in die &#8220;Alpenfestung&#8221;, die als R\u00fcckzugsgebiet der SS geplant war, verschleppt. Dort sollten sie dem Chef des Reichssicherheitshauptamtes, SS-Obergruppenf\u00fchrer und General der Polizei Dr. Ernst Kaltenbrunner, als Faustpfand f\u00fcr Verhandlungen mit den Westalliierten zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Unter den Internierten befanden sich der ehemalige \u00f6sterreichische Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg mit Frau und Tochter, der fr\u00fchere franz\u00f6sische Ministerpr\u00e4sident L\u00e9on Blum mit Frau, der ehemalige ungarische Ministerpr\u00e4sident Mikl\u00f3s von K\u00e0\u00a1lley, der Oberbefehlshaber des griechischen Heeres, General Alexandros Papagos, mit seinem gesamten Generalstab, der franz\u00f6sische Bischof von Clermont-Ferrand, Gabriel Piguet, der ehemalige Generalstabschef des deutschen Heeres, Generaloberst Franz Halder, mit Frau, der fr\u00fchere deutsche Reichsbankpr\u00e4sident und Reichswirtschaftsminister Dr. Hjalmar Schacht sowie Familienangeh\u00f6rige des Obersten Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der am 20. Juli 1944 das Attentat auf Adolf Hitler ver\u00fcbt hatte.<\/p>\n<p>Die Gefangenen wurden im April 1945 aus den Konzentrationslagern Buchenwald und Flossenb\u00fcrg im KZ Dachau zusammengezogen und dann von einem Sonderkommando der SS und des SD (Abk\u00fcrzung f\u00fcr &#8220;Sicherheitsdienst des Reichsf\u00fchrers-SS&#8221;) \u00fcber das Arbeitserziehungslager Reichenau nach Niederdorf im Hochpustertal gebracht. Am 30. April 1945 wurden sie dort von Soldaten der Deutschen Wehrmacht unter dem Kommando des Hauptmanns Wichard von Alvensleben aus der Gewalt der SS befreit. Die Wehrmacht \u00fcbernahm den Schutz der H\u00e4ftlinge und brachte sie ins Hotel &#8220;Pragser Wildsee&#8221;, das den Gefangenen eine sichere Bleibe bot, bis dort am 4. Mai 1945 amerikanische Soldaten eintrafen und die Befreiten \u00fcbernahmen. In zwei Transporten, die am 8. und am 10. Mai 1945 aufbrachen, gelangten dann die Prominenten \u00fcber Verona und Neapel nach Capri, wo ihre Odyssee durch halb Europa schlie\u00dflich endete.<\/p>\n<p>Die Ausstellung &#8220;R\u00fcckkehr ins Leben&#8221; wurde bereits gezeigt in Niederdorf, M\u00fcnchen, Dachau, Innsbruck, Brixen, Berlin und im S\u00fcdtiroler Landesmuseum im Schloss Tirol. Am 22. Juli wird die deutsch-englische Fassung in Rastenburg in Polen er\u00f6ffnet, wo sich Hitlers Hauptquartier befand. Weitere Stationen in Italien sind nach Toblach Fondi und Triest.<\/p>\n<p>Zur Person des Ausstellungsmachers: Hans-G\u00fcnter Richardi, geboren in Berlin, war mehr als drei\u00dfig Jahre lang als Redakteur der &#8220;S\u00fcddeutschen Zeitung&#8221; in M\u00fcnchen t\u00e4tig. Als Schriftsteller arbeitet er auf zeitgeschichtlichem Gebiet. In seinen B\u00fcchern besch\u00e4ftigt er sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus. In &#8220;Schule der Gewalt&#8221; beschreibt er die Anf\u00e4nge des Konzentrationslagers Dachau, in &#8220;Hitler und seine Hinterm\u00e4nner&#8221; setzt er sich mit der Fr\u00fchgeschichte der NSDAP auseinander, und in &#8220;Bomber \u00fcber M\u00fcnchen&#8221; befasst er sich mit dem Luftkrieg in den Jahren von 1939 bis 1945 am Beispiel der &#8220;Hauptstadt der Bewegung&#8221;. Richardi verfasste auch den &#8220;Dachauer Zeitgeschichtsf\u00fchrer&#8221;, der eingehend \u00fcber die Geschichte der Stadt und des Konzentrationslagers Dachau im Dritten Reich unterrichtet. \u00dcber den Geiseltransport schrieb er zwei B\u00fccher: &#8220;SS-Geiseln in der Alpenfestung&#8221; (erschienen in der Edition Raetia in Bozen) und &#8220;SS-Geiseln am Pragser Wildsee&#8221; (herausgegeben vom &#8220;ZeitgeschichtsArchiv Pragser Wildsee&#8221; in Prags).<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Forschungsarbeit wurde Richardi mehrfach ausgezeichnet. Er ist unter anderem Tr\u00e4ger der Verdienstmedaille des &#8220;Internationalen Dachau-Komitees&#8221; und der B\u00fcrgermedaille der Stadt Dachau sowie Ehrenmitglied der &#8220;Lagergemeinschaft Dachau&#8221;.<\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie das Kulturzentrum Grand Hotel Toblach mitteilt, wird dort vom 17. August bis zum 23. September eine Ausstellung zu einem bislang nicht sehr bekannten Kapitel S\u00fcdtiroler Geschichte stattfinden: [Die Ausstellung] tr\u00e4gt den Titel &#8220;R\u00fcckkehr ins Leben &#8211; SS-Geiseln am Pragser Wildsee&#8221;. 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