{"id":796,"date":"2007-09-09T09:15:38","date_gmt":"2007-09-09T07:15:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=796"},"modified":"2021-11-03T17:12:44","modified_gmt":"2021-11-03T16:12:44","slug":"deutscher-karpf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=796","title":{"rendered":"Deutscher Karpf."},"content":{"rendered":"<p>In der gestrigen <em>Tageszeitung <\/em>(TAZ) ist folgende \u00bbOffenbarung\u00ab eines deutschsprachigen <em>Carabinieri<\/em>-Beamten erschienen \u2013 der eine Reihe von Missst\u00e4nden aufdeckt, die allgemein vermutet, aber niemals offiziell best\u00e4tigt wurden. Da dieser hervorragende Artikel in der falschen Zeitung erschienen ist, wurde sein Inhalt von der Politik de facto ignoriert.<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00bbZwischen zwei Fronten\u00ab<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die italienischsprachigen Kollegen sind sie die Deutschen, denen man nicht trauen kann. In der Bev\u00f6lkerung wurden sie lange Zeit als Verr\u00e4ter angesehen. Ein deutschsprachiger S\u00fcdtiroler, der seit 20 Jahren bei den Carabinieri Dienst tut, erz\u00e4hlt \u00fcber das schwierige Berufsleben eines \u00bbdeitschn Karpfn\u00ab.<\/strong><\/p>\n<p>Der Carabinieri-Beamte ersucht um Verst\u00e4ndnis: &#8220;Ich m\u00f6chte meinen Namen nicht in der Zeitung genannt wissen, da ich sonst der Gefahr ausgesetzt w\u00fcrde, von meinen Vorgesetzten f\u00fcr die Kundmachung dieser Missst\u00e4nde bestraft zu werden.&#8221;<br \/>\nNach den heftigen Polemiken rund um die Zweisprachigkeit der Sicherheitskr\u00e4fte greift nun ein Carabinieri-Beamter in die Diskussion ein. Die Darstellungen des Mannes, der seit 20 Jahren als Carabiniere in S\u00fcdtirol t\u00e4tig ist, erlauben erstmals einen Einblick in das Seelenleben der deutschsprachigen Sicherheitsbeamten im Lande.<br \/>\nBereits bei seinem Diensteintritt, so schildert der Carabiniere, sei er mit der ethnischen Problematik konfrontiert worden. &#8220;Es war so, dass ich, noch bevor ich zur effektiven Ausbildung zugelassen wurde, gefragt wurde, wieseo ich einen deutschen Vor- und Nachnamen trage.&#8221; Er habe auf die besonderen Gegebenheiten in S\u00fcdtirol hingewiesen. &#8220;Und wie immer&#8221;, so der Carabiniere, &#8220;gab es intelligente Vorgesetzte, die die Problematik verstanden haben, und es gab weniger intelligente, die es nicht verstanden haben.&#8221;<br \/>\nDer Carabiniere weiter:<\/p>\n<p><em>&#8220;Als ich nach der Ausbildung nach S\u00fcdtirol zur\u00fcckkam, war es so, dass wir f\u00fcr unsere italienischsprachigen Kollegen &#8220;Deutsche&#8221; waren, denen man nicht trauen konnte, und f\u00fcr unsere deutschen Mitb\u00fcrger sind wir als Verr\u00e4ter dagestanden. Man war zwischen zwei Fronten, ohne dass man etwas daf\u00fcr konnte. Als es dazu kam, dass die Polizeikr\u00e4fte \u2013 nach Inkrafttreten der entsprechenden Durchf\u00fchrungsbestimmungen \u2013 die deutsche Sprache auch im Schriftverkehr verwenden mussten, waren wir auf einmal gefragt, denn es gab ja keinen einzigen Akt in deutscher Sprache. Mehrere Kollegen haben von sich aus Akten in Deutschland und \u00d6sterreich besorgt und diese Akten unseren Gegebenheiten angepasst, so dass man Arbeiten konnte, ohne sich zu blamieren. Seitens der Verwaltung wurde nichts, aber schon gar nichts dazu beigetragen, dass die Durchf\u00fchrungsbestimmungen umgesetzt werden konnten. Vielmehr wurde seitens mehrerer Offiziere, sicher mit dem R\u00fcckhalt h\u00f6herer Stellen, alles versucht, jeden davon abzuhalten, die deutsche Sprache im Amt zu verwenden, und dies, obwohl \u00f6ffentlich und vor allem gegen\u00fcber unseren Politikern immer wieder das Gegenteil behauptet wurde. Es war so, dass sich mehrere dieser Herren ganz offen f\u00fcr die Verherrlichung des Faschismus aussprachen und dies auch kundtaten, indem sie Fotos und Proklamationen des Duce in ihren B\u00fcros aush\u00e4ngten.<br \/>\nObwohl es jetzt zahlreiche S\u00fcdtiroler Polizeikr\u00e4fte deutscher Muttersprache gibt, ist der Gro\u00dfteil unserer Kollegen der Muttersprache nicht m\u00e4chtig, wenn es um die Abfassung von Berichten in deutscher Sprache geht. Dies kann auch von den Gerichtsstellen behauptet werden, wo der Gro\u00dfteil des Schriftverkehrs und die Ermittlungsarbeit in italienischer Sprache gehandhabt werden, indem man diese Sprache bevorzugt.<br \/>\nWeiters entspricht es der Unwahrheit, wenn behauptet wird, dass immer ein deutschsprachiger und ein italienischsprachiger Kollege auf Streife sind. Dies kann nicht sein, da es viel zu wenige deutschsprachige Kollegen gibt \u2013 und auch keine mehr nachkommen. Ich sehe die Situation so, dass ziemlich viele Kollegen die Zweisprachigkeitszulage abkassieren, jedoch nicht in der Lage sind, bzw. den Willen haben, dies auch umzusetzen, wenn mit den B\u00fcrgern gesprochen wird. Weiters entspricht es den Tatsachen, dass gar einige deutschsprachige Kollegen Innendienst versehen, wo kein Publikumsverkehr besteht, und dies, obwohl es zu wenige deutschsprachige Beamte im Au\u00dfendienst gibt.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Der Carabiniere sendet denn auch einen Appell an die Politik aus. Den meisten Politikern fehle das Problembewusstsein, unter anderem, weil sie nicht mit den Betroffenen \u2013 den deutschsprachigen Sicherheitskr\u00e4ften \u2013 sprechen.<br \/>\nDer Carabinieri-Beamte:<\/p>\n<p><em>&#8220;Statt sich \u00f6ffentlich zu beklagen, dass die Gleichstellung der Sprache nicht gew\u00e4hrleistet wird, sollten die Politiker Schritte setzen, mit uns sprechen. Nur so werden die Politiker die tats\u00e4chliche Situation erfahren und nicht die Situation, die ihnen vorgespielt wird, oder die sie gern h\u00f6ren wollen. Diese Gespr\u00e4che k\u00f6nnten vielleicht zur Verbesserung der Situation und zum beiderseitigen Verst\u00e4ndnis beitragen.&#8221; <\/em><\/p>\n<p>Artur Oberhofer<\/p><\/blockquote>\n<p>Am selben Tag ist in der Tageszeitung <em>A. Adige<\/em> \u2014 wie zur Best\u00e4tigung \u2014 folgender vielsagender und z. T. haarstr\u00e4ubender Leserbrief eines <em>Carabinieri<\/em>-Offiziers i. R. erschienen. Vielleicht symptomatisch f\u00fcr die Meinung, die wenigstens ein Teil der Beamten hier in S\u00fcdtirol vertritt:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Polizia bilingue<br \/>\nGi\u00f9 le mani dall&#8217;Arma<\/strong><\/p>\n<p>Ho avuto modo di leggere sull&#8217;Alto Adige la polemica sorta a seguito dell&#8217;uso della lingua tedesca, da parte delle Forze di Polizia, in particolare dei Carabinieri. Voglio esternare la mia opinione al riguardo, non foss&#8217;altro perch\u00e9 sono un ex maresciallo dell&#8217;Arma, ho prestato servizio in Alto Adige dal 1977 al 1977 [sic!], sia in Val d&#8217;Isarco &#8211; Bassa Atesina che in Val Pusteria, anche in piccole realt\u00e0\u00a0 dove gli unici italiani erano i Carabinieri della locale caserma. Posso affermare, che non ho mai avuto nessun problema con la popolazione locale nei rapporti di lavoro, sociali o di altro genere; anzi erano loro stessi contenti di sentire parlare in italiano. Al giorno d&#8217;oggi, quasi la totalit\u00e0\u00a0 dei Carabinieri in servizio in Alto Adige, \u00e8 provvisto del patentino di bilinguismo, inoltre, ha frequentato corsi per l&#8217;apprendimento della seconda lingua, istituito dal Comando Regionale CC. di Bolzano, voglio sottolineare, poi, che una cosa \u00e8 parlare la lingua, altra cosa \u00e8 scriverla.<br \/>\nI nostri reparti di Istruzione (Roma &#8211; Torino &#8211; Firenze &#8211; Vicenza ecc.) forniscono una formazione competa agli allievi, sia in teoria che in pratica; questo vale anche per i ragazzi Altoatesini di lingua tedesca che, dopo i primi tempi di ambientamento, si sono ben inseriti nei vari reparti dell&#8217;Arma. Posso altres\u00ec affermare, per diretta esperienza, che il personale di lingua tedesca alle mie dipendenze, in caserma parlava italiano, mentre all&#8217;esterno, in caso di necessit\u00e0\u00a0, si rivolgeva in tedesco all&#8217;utente locale.<br \/>\nPer quanto riguardava gli atti d&#8217;Ufficio, essi venivano redatti esclusivamente in italiano, poich\u00e9 questa lingua meglio si adatta all&#8217;interpretazione di termini tecnico-giuridici, a differenza del tedesco che \u00e8 lingua pi\u00f9 arida, povera di termini sinottici, che male si adatta alle interpretazioni, e quindi pu\u00f2 ingenerare equivoci.<br \/>\nLa politica locale, sta dimostrando in questo caso, tutta la sua arroganza e prepotenza, tentando di condizionare a proprio vantaggio, le regole sulle quali si basa questa istituzione che da ben 193 anni \u00e8 sinonimo di sicurezza e ordine per tutti, e per tutto il territorio nazionale (Alto Adige compreso!). Questo atteggiamento, \u00e8 assolutamente inaccettabile, e il governo, non deve in nessun modo cedere a queste assurde richieste. Non vorrei, un giorno, vedere le nostre autovetture di servizio con la scritta &#8220;Karabinieri&#8221;. Auspico che la politica stia lontano dall&#8217;Arma dei Carabinieri, perch\u00e9 \u00e8 un&#8217;invasione di campo non gradita. L&#8217;Arma, non \u00e8 un Ente o Ufficio Provinciale, chiaro?<\/p>\n<p><strong>Rosario Risitano<\/strong><br \/>\nBressanone<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Repr\u00e4sentative Polizei.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=69114\" rel=\"\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a> <a title=\"Die Polizei spricht kein Deutsch\u2026 wenn doch ist es Gl\u00fcck.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=61499\" rel=\"\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>02<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der gestrigen Tageszeitung (TAZ) ist folgende \u00bbOffenbarung\u00ab eines deutschsprachigen Carabinieri-Beamten erschienen \u2013 der eine Reihe von Missst\u00e4nden aufdeckt, die allgemein vermutet, aber niemals offiziell best\u00e4tigt wurden. 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