{"id":81217,"date":"2023-10-11T02:19:45","date_gmt":"2023-10-11T00:19:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=81217"},"modified":"2024-02-18T13:24:03","modified_gmt":"2024-02-18T12:24:03","slug":"thomas-der-heilsbringer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=81217","title":{"rendered":"Thomas der Heilsbringer?"},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><strong>Manche w\u00fcnschen sich Thomas Schael an die Spitze des Sanit\u00e4tsbetriebes zur\u00fcck. Auch jene, die 2018 vor seiner Abberufung heftigst gegen ihn polemisierten.<\/strong><\/p>\n<p><em>Salto<\/em> bem\u00fcht sich angestrengt, Thomas Schael als Nachfolger von Florian Zerzer zu empfehlen. Aber nicht nur das Internetportal lobt den Manager, der in Chieti dem Sanit\u00e4tsbetrieb vorsteht. Schael, der von zust\u00e4ndigen staatlichen Stellen ziemlich schlechte Noten erhielt, der Retter des S\u00fcdtiroler Sanit\u00e4tsbetriebs?<\/p>\n<p>Zerzer erhielt in der Zwischenzeit eine provisorische Verl\u00e4ngerung f\u00fcr seinen Job als Generaldirektor, trotz des Recherchebuches <em>Das Gesch\u00e4ft mit der Angst<\/em> der beiden Journalisten Christoph Franceschini und Artur Oberhofer. Die beiden Aufdecker stellen Zerzer im und um den Maskendeal w\u00e4hrend der <em>Corona<\/em>-Pandemie ein schlechtes Zeugnis aus.<\/p>\n<p>Die provisorische Auftragsverl\u00e4ngerung bewertete <em>Stol<\/em> als gewagtes rechtliches Man\u00f6ver. Laut dem Onlineportal k\u00fcndigte Schael einen Rekurs an. Au\u00dferdem hinterlegte der geschasste Generaldirektor des S\u00fcdtiroler Sanit\u00e4tsbetriebs Eingaben bei der Staatsanwaltschaft und beim Rechnungshof. Denn \u00bbRecht in S\u00fcdtirol ist nicht Recht\u00ab, zitierte <em>Stol<\/em> Thomas Schaels Fundamentalkritik.<\/p>\n<p>Der K\u00e4mpfer f\u00fcr Recht und Ordnung scheint ein Problem mit S\u00fcdtirol zu haben. Oder das offizielle S\u00fcdtirol mit ihm. Eine Kommission hatte 2015 nach einem komplizierten Findungsverfahren Schael der damaligen Landesr\u00e4tin Martha Stocker (<abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr>) vorgeschlagen. Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen S\u00fcdtiroler Gewerkschaftsbundes ASGB, stemmte sich gegen die Berufung des Ingenieurs. Laut dem Gewerkschafter soll es Schael in seinen Jobs nur zeitlich \u00fcberschaubar ausgehalten haben.<\/p>\n<p>Seine Ernennung sorgte damals f\u00fcr eine breite Debatte, in die sich auch Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) hochoffiziell einmischte. Schael und seine Bewerbung, lie\u00df Kompatscher die \u00d6ffentlichkeit wissen, entsprachen den gesetzlichen Voraussetzungen.<\/p>\n<p>Knappe drei Jahre sp\u00e4ter war es mit dem Generaldirektor wieder vorbei. Er wurde 2018 von der Beauftragung entbunden, einvernehmlich. F\u00fcr die fr\u00fchzeitige Aufl\u00f6sung des Vertrages erhielt er 184.000 Euro. <span class=\"eop\"><span lang=\"DE\">&nbsp;<\/span><\/span><\/p>\n<p>Als unverst\u00e4ndlich kritisierte der<em> <a href=\"https:\/\/www.quotidianosanita.it\/regioni-e-asl\/articolo.php?articolo_id=65204\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quotidiano sanit\u00e0<\/a><\/em><span class=\"normaltextrun\"><span lang=\"DE\"> die Entlassung, habe Schael doch gute Arbeit geleistet und den Sanit\u00e4tsbetrieb konsolidiert. Laut dem <em>Quotidiano<\/em> stand Schael auch f\u00fcr eine konsequente Impfpolitik in einem Land, in dem die Impfgegner heftig dagegen agieren. <\/span><\/span><\/p>\n<p>Auf <em>Salto<\/em> lie\u00df Schael im September die Politik und den Sanit\u00e4tsbetrieb wissen, dass er zur\u00fcckkommen m\u00f6chte. Er wolle Zerzer abl\u00f6sen, weil dieser keine gro\u00dfe Erfahrung im Gesundheitsbereich habe, sagte er im Interview. Mit Zerzer an der Spitze st\u00fcrze der Gesundheitsbetrieb immer weiter ab, gibt sich Schael auf <em>Salto<\/em> \u00fcberzeugt. Die Botschaft zwischen den Zeilen, ganz im Sinne der Schael-Werbeartikel auf <em>Salto:<\/em> er k\u00f6nnte den Betrieb retten und die vielen von Zerzer aufgerissen Baustellen zusch\u00fctten.<span class=\"eop\"><span lang=\"DE\">&nbsp;<\/span><\/span><\/p>\n<p>Schael will auch deshalb zur\u00fcck nach S\u00fcdtirol, wo \u00bbRecht nicht Recht ist\u00ab, um die von ihm angesto\u00dfene Gesundheitsreform endlich umzusetzen. \u00dcber diese Aussage wundert sich die fr\u00fchere Gesundheitslandesr\u00e4tin Martha Stocker.<\/p>\n<p>Die Reform war n\u00e4mlich schon vor der Ernennung Schaels zum Generaldirektor initiiert worden, zum Beispiel die Zentralisierung, die St\u00e4rkung der Krankenh\u00e4user in den gr\u00f6\u00dferen Zentren auf Kosten der kleineren H\u00e4user in Schlanders, Sterzing und Innichen. Eine Reform, die von den Betroffenen strikt abgelehnt wurde. Die Schlie\u00dfung der Geburtenstation am Sterzinger Krankenhaus hatte w\u00fctende Proteste gegen Stocker zur Folge, in der Sterzinger und Wipptaler SVP krachte es geh\u00f6rig, sie wurde fast zerbr\u00f6selt. \u00c4hnliches spielte sich in Innichen ab, der Protest sp\u00fclte die Spitzenkandidatin der oppositionellen B\u00fcrgerliste ins B\u00fcrgermeisteramt.<\/p>\n<p>Martha Stocker ist noch immer \u00fcberzeugt, dass Schael mit seiner Art das Klima im Gesundheitsbetrieb nachhaltig gest\u00f6rt habe. Seinen Umgang mit den \u00bbUntergebenen\u00ab beschreibt Stocker als herrisch, von oben herab und wenig respektvoll.<\/p>\n<p>Die soziale Kompetenz, die Stocker bem\u00e4ngelt, war nicht seine St\u00e4rke, findet auch der langj\u00e4hrige Primar Hubert Messner. In der \u00c4ra Schael war Messner Sprecher der Primargewerkschaft. Der ehemalige Primar ist heute unabh\u00e4ngiger Kandidat auf der SVP-Landtagsliste und w\u00fcrdigt das technische Wissen seines ehemaligen Vorgesetzten, seine sozialen F\u00e4higkeiten h\u00e4tten aber weit darunter gelegen. Schael habe sich nur mit den Spitzen abgegeben, nicht aber mit der Belegschaft des Betriebes, beschreibt Messner das Gehabe des fr\u00fcheren Generaldirektors.<\/p>\n<p>Primar Reinhold Perkmann stimmt dieser Analyse zu. Wahrscheinlich schreckten seine italienischen Erfahrungen Schael davon ab, den Meinungsaustausch mit dem Personal zu suchen, versucht er eine Erkl\u00e4rung. Endlose Diskussionen waren sein Ding nicht, erinnert sich Perkmann, er verzichtete deshalb auf den Dialog, den Perkmann als absolut notwendig einstuft.<\/p>\n<p>Respektieren und akzeptieren, zwei Eigenschaften, die Schael fehlen, meinen Messner und Perkmann. Schael war ein Buggler, w\u00fcrdigte Perkmann die Einsatzfreude seines ehemaligen Vorgesetzten. Schael wollte konsequent die fehlende Digitalisierung endlich durchsetzen und in der sogenannten Peripherie die Gesundheitsdienste zur\u00fcckfahren. Der Geschasste und heutige Heilsbringer hatte einen zentralistischen Betrieb im Sinn, das Bozner Krankenhaus als das gro\u00dfe Herz des Gesundheitswesens. Die anderen Krankenh\u00e4user spielten im Plan von Schael eine absolute Nebenrolle. Wie das Personal offensichtlich auch.<\/p>\n<p>Schael war nicht zug\u00e4nglich, weder f\u00fcr das Pflegepersonal, noch f\u00fcr die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte. F\u00fcr die italienischen Belegschaft war Schael der \u00abtedesco\u00bb, unzug\u00e4nglich, erinnert sich Perkmann.<span class=\"eop\"><span lang=\"DE\">&nbsp;<\/span><\/span><\/p>\n<div>\n<p class=\"paragraph\"><span class=\"normaltextrun\"><span lang=\"DE\">Den Beweis, der umsetzungsstarke Manager zu sein, ist er schuldig geblieben. A<\/span><\/span><span class=\"normaltextrun\"><span lang=\"DE\">uffallend findet Perkmann, dass er vor 2015 seine Beauftragungen nie zu Ende gef\u00fchrt habe. Nur kurz bleiben, das scheint sein Gesch\u00e4ftsmodell gewesen zu sein, fasst Perkmann zusammen. <\/span><\/span><span class=\"eop\"><span lang=\"DE\">&nbsp;<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"paragraph\"><span class=\"normaltextrun\"><span lang=\"DE\">In der Zeit vor S\u00fcdtirol soll er immer wieder vorzeitig seine Jobs verlassen haben, in seiner S\u00fcdtiroler Zeit lag er im Clinch mit seiner politischen Vorgesetzten Martha Stocker. In Chieti konnte sich Schael etablieren, auch in der Pandemie-\u00c4ra. Auch deshalb wurde, so die Ger\u00fcchte, sein Vertrag bereits verl\u00e4ngert.<\/span><\/span><span class=\"eop\"><span lang=\"DE\">&nbsp;<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"paragraph\"><span class=\"normaltextrun\"><span lang=\"DE\">Der studierte Ingenieur hatte einen Plan, k\u00fcmmerte sich aber wenig, wie die \u00d6ffentlichkeit darauf reagiert. Das \u00fcberlie\u00df er der Landespolitik, die daf\u00fcr gepr\u00fcgelt wurde. Schael war f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ein rotes Tuch. Wegen des Abbaus der Dienste in den kleinen Krankenh\u00e4usern, wegen seiner Missachtung der Bezirke, wegen der Dialogverweigerung. Schael verrannte sich, f\u00fcr Perkmann der gro\u00dfe Fehler des einstigen Generaldirektors. <\/span><\/span><span class=\"eop\"><span lang=\"DE\">&nbsp;<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"paragraph\"><span class=\"normaltextrun\"><span lang=\"DE\">Als eines der gr\u00f6\u00dften Eigentore gilt der Schael-Sager \u00fcber die Sinnhaftigkeit, kranke Seniorinnen und Senioren mit Prothesen zu versorgen. Das Nichtgesagte: sie werden eh sterben. Medizin-Darwinismus der \u00fcbelsten Sorte. Solche Sager gab es gleich mehrere. Der Generaldirektor des Gesundheitsbetriebs pr\u00e4sentierte sich nicht als Interessenvertreter der Bev\u00f6lkerung in der Gesundheitspolitik. Ganz im Gegenteil.<\/span><\/span><span class=\"eop\"><span lang=\"DE\">&nbsp;<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p class=\"paragraph\"><span class=\"normaltextrun\"><span lang=\"DE\">In seiner letzten Phase als Generaldirektor verpasste Schael Primar Reinhold Perkmann einen Maulkorb. Perkmann, Primargewerkschafter, hatte sich immer wieder in der \u00d6ffentlichkeit kritisch zu Wort gemeldet, gerade und besonders auch zur Arbeit seines Arbeitsgebers, des Gesundheitsbetriebes.<\/span><\/span><span class=\"eop\"><span lang=\"DE\">&nbsp;<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p>Generaldirektor Schael zitierte Primar Perkmann vor die Disziplinarkommission. An der Seite von Perkmann verteidigte Messner die Gewerkschaftsarbeit seines Kollegen vor Schael und seiner Kommission. Das Verfahren wurde eingestellt.<\/p>\n<p>Jetzt will Schael wieder zur\u00fcck nach S\u00fcdtirol. \u00bbWenn man eine Reform andenkt und beginnt, sie umzusetzen, dann sehe ich das als Lebensaufgabe, das Ganze auch zu Ende zu bringen,\u00ab l\u00e4sst <em>Salto<\/em> Thomas Schael ank\u00fcndigen. Thomas Schael, eine Art Heilsbringer?<\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche w\u00fcnschen sich Thomas Schael an die Spitze des Sanit\u00e4tsbetriebes zur\u00fcck. Auch jene, die 2018 vor seiner Abberufung heftigst gegen ihn polemisierten. Salto bem\u00fcht sich angestrengt, Thomas Schael als Nachfolger von Florian Zerzer zu empfehlen. Aber nicht nur das Internetportal lobt den Manager, der in Chieti dem Sanit\u00e4tsbetrieb vorsteht. Schael, der von zust\u00e4ndigen staatlichen Stellen [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-81217","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-autorinnen","entity-asgb","entity-landesregierung","entity-sabes","entity-svp","issue-coronapandemie","location-sudtirolo","language-deutsch","medium-salto","medium-stol","person-arno-kompatscher","person-christoph-franceschini","person-florian-zerzer","person-martha-stocker","person-tony-tschenett","topic-gesundheit","topic-politik"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81217","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81217"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81217\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83910,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81217\/revisions\/83910"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81217"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81217"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81217"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}