{"id":81620,"date":"2023-10-26T14:38:01","date_gmt":"2023-10-26T12:38:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=81620"},"modified":"2023-12-11T11:38:18","modified_gmt":"2023-12-11T10:38:18","slug":"sprachen-ideologie-und-geschlechter-im-neuen-landtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=81620","title":{"rendered":"Sprachen, Ideologie und Geschlechter im neuen Landtag."},"content":{"rendered":"<p>Irgendwo <a title=\"Tweet von El Pinta.\" href=\"https:\/\/x.com\/el_pinta\/status\/1716350761246786035?s=46&amp;t=xG2zobCH6STFqpduxRm_Ww\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf <em>Twitter<\/em><\/a> habe ich gelesen, dass der neue S\u00fcdtiroler Landtag eine wesentlich fragmentiertere und nach rechts verschobene Gesellschaft widerspiegle als viele vermutet h\u00e4tten, <em>insbesondere bei den Deutschsprachigen.<\/em> Diese Behauptung habe ich zum Anlass genommen, mit Hilfe einer umfassenden Auswertung, die Harald vorbereitet hatte, den neuen Landtag noch einmal etwas n\u00e4her unter die Lupe zu nehmen:<\/p>\n<ul>\n<li>In einem <a title=\"Zum Landtagswahlergebnis.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=81575\" rel=\"\">vorhergehenden Beitrag<\/a> hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass die <strong>W\u00e4hlerstimmen<\/strong> diesmal weiter nach rechts gewandert sind als <a title=\"Nach der Landtagswahl 2018.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=43352\" rel=\"\">2018<\/a>, aber nicht so weit wie <a title=\"Die Landtagswahl ist geschlagen.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=17084\" rel=\"\">2013<\/a>.<\/li>\n<li>Interessant ist jedoch, dass sich die tats\u00e4chlich gew\u00e4hlten <strong>Abgeordneten<\/strong> auf der Rechts-Links-Achse genau gleich verteilen wie vor zehn Jahren: drei sind links, 20 geh\u00f6ren zur Mitte und zw\u00f6lf sind rechts. In der abgelaufenen Legislatur war es anders: da waren zwar ebenfalls drei links, der Mitte geh\u00f6rten aber 23 an und nur neun waren rechts.<\/li>\n<li>Schaut man sich die Lage nach <strong>Sprachgruppe der Abgeordneten<\/strong> getrennt an, ist der einzige Ladiner im neuen Landtag (Daniel Alfreider, <abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr>) in der Mitte angesiedelt. Von den 29 Deutschsprachigen sind drei links (10,3%), 18 in der Mitte (62,1%) und acht rechts (27,6%). Von den f\u00fcnf italienischsprachigen Abgeordneten z\u00e4hlt hingegen keiner zur Linken, einer zur Mitte (20%) und vier zur Rechten (80%).<\/li>\n<\/ul>\n<h6>Entwicklung der Linken nach Sprachgruppe<\/h6>\n<ul>\n<li>Bei der Landtagswahl 2013 wurden 29 <strong>deutschsprachige Abgeordnete<\/strong> gew\u00e4hlt, von denen zwei links waren (6,9%). F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter waren zwei von 25 deutschsprachigen Abgeordneten (8%) links und nach der j\u00fcngsten Wahl sind es drei von 29 (10,3%). Es gab also eine konstante Steigerung.<\/li>\n<li>Bei den <strong>italienischsprachigen Abgeordneten<\/strong> war vor zehn Jahren einer von f\u00fcnf (20%) linksgerichtet, 2018 noch einer von acht (12,5%) und im neuen Landtag keiner mehr. Das ist eine konstante Abnahme.<\/li>\n<\/ul>\n<h6>Entwicklung der Mitte nach Sprachgruppe<\/h6>\n<ul>\n<li>Alle Abgeordneten der <strong>ladinischen Sprachgruppe<\/strong>, die seit 2013 gew\u00e4hlt wurden, geh\u00f6rten zur SVP und sind somit in der politischen Mitte angesiedelt (100%).<\/li>\n<li>Im Falle der <strong>deutschen Sprachgruppe<\/strong> geh\u00f6rten 17 von 29 Abgeordneten, die 2013 gew\u00e4hlt wurden, einer Partei der Mitte an (58,6%). Im Jahr 2018 waren es 19 von 25 (76%) und jetzt sind es noch 18 von 29 (62,1%). Es gibt keinen durchgehenden Trend.<\/li>\n<li>Von den <strong>Italienischsprachigen<\/strong> waren vor zehn Jahren zwei von f\u00fcnf in der Mitte (40%) verortet, vor f\u00fcnf Jahren noch zwei von acht (25%) und jetzt nur noch einer von f\u00fcnf (20%). Eine best\u00e4ndige Abnahme.<\/li>\n<\/ul>\n<h6>Entwicklung der Rechten nach Sprachgruppe<\/h6>\n<ul>\n<li>Die Rechtsparteien errangen 2013 zehn von 29 <strong>deutschsprachigen Abgeordneten<\/strong> (34,5%), f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter nur noch vier von 25 (16%) und bei der j\u00fcngsten Landtagswahl acht von 29 (27,6%).<\/li>\n<li>Bei den <strong>italienischsprachigen Abgeordneten<\/strong> gab es eine konstante Steigerung: W\u00e4hrend vor zehn Jahren zwei von f\u00fcnf Gew\u00e4hlten rechts waren (40%), waren es 2018 f\u00fcnf von acht (62,5%) und bei der Wahl vom letzten Sonntag vier von f\u00fcnf (80%).<\/li>\n<\/ul>\n<h6>Daten nach Geschlechtern<\/h6>\n<ul>\n<li>Das <strong>weibliche Geschlecht<\/strong> war und ist deutlich unterrepr\u00e4sentiert, wir kommen nicht vom Fleck: Vor zehn Jahren waren zehn von 35 Gew\u00e4hlten weiblich (28,6%), vor f\u00fcnf Jahren nur noch neun (25,7%) und diesmal sind es wieder zehn (28,6%). Dementsprechend \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind die M\u00e4nner.<\/li>\n<li>Weiblich sind zwei von drei Abgeordneten der <strong>Linken<\/strong> (66,7%), f\u00fcnf von 20 der <strong>Mitte<\/strong> (25%) und zwei von zw\u00f6lf der <strong>Rechten<\/strong> (16,7%). Das Gef\u00e4lle ist eindeutig.<\/li>\n<li>Unter den 29 Abgeordneten der <strong>deutschen Sprachgruppe<\/strong> sind neun Frauen (31%), bei der <strong>italienischen Sprachgruppe<\/strong> ist es eine von f\u00fcnf (20%). Der einzige Abgeordnete der <strong>ladinischen Sprachgruppe<\/strong> ist ein Mann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das <strong>Fazit<\/strong> in aller K\u00fcrze: Unter den italienischen Abgeordneten gibt es einen deutlich h\u00f6heren Rechtsanteil (80%) als unter den deutschen (27,6%). Im Vergleich zu 2013 (+40 Punkte) \u2014 und zu 2018 (+17,5 Punkte) \u2014 hat es bei den Italienern auch die deutlichste Rechtsverschiebung gegeben. Die linken Abgeordneten sind im Durchschnitt deutlich weiblicher (66,7%) als die der Rechten (16,7%) und der Mitte (25%), die italienischsprachigen Abgeordneten noch m\u00e4nnlicher (80%) als die deutschsprachigen (69%).<\/p>\n<p><em><small>Die dieser Auswertung zugrundegelegte Einteilung der Parteien und ihrer Abgeordneten in Links, Mitte und Rechts entspricht der, die auch f\u00fcr die Grafiken (<a title=\"Zum Landtagswahlergebnis.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=81575\" rel=\"\">hier<\/a>) verwendet wurde. Sowohl die Geschlechter als auch die Sprachgruppen beziehen sich auf die Situation, wie sie unmittelbar aus den jeweiligen Wahlen hervorgegangen ist. Sp\u00e4tere \u00c4nderungen (z.B. durch R\u00fccktritte oder \u00c4nderung der Sprachgruppenzugeh\u00f6rigkeit) wurden nicht ber\u00fccksichtigt.<\/small><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwo auf Twitter habe ich gelesen, dass der neue S\u00fcdtiroler Landtag eine wesentlich fragmentiertere und nach rechts verschobene Gesellschaft widerspiegle als viele vermutet h\u00e4tten, insbesondere bei den Deutschsprachigen. 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