{"id":8169,"date":"2011-06-06T18:58:25","date_gmt":"2011-06-06T16:58:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8169"},"modified":"2023-04-10T22:36:12","modified_gmt":"2023-04-10T20:36:12","slug":"gespaltene-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8169","title":{"rendered":"Gespaltene Gesellschaft."},"content":{"rendered":"<p>Das Sozialforschungsinstitut <em>Apollis<\/em> hat im Auftrag der <em>Arbeitsgruppe f\u00fcr die Selbstbestimmung<\/em>, der unter anderem einige Oppositionsparteien angeh\u00f6ren, eine repr\u00e4sentative Umfrage zum Thema Unabh\u00e4ngigkeit durchgef\u00fchrt. Befragt wurden 500 Personen, die sich dazu \u00e4u\u00dfern konnten, wie sie sich bei einem eventuellen Referendum verhalten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Obwohl die <em>Arbeitsgruppe<\/em> \u2014 speziell die <em>S\u00fcd-Tiroler Freiheit<\/em> \u2014 das Ergebnis als gro\u00dfen Erfolg feiert, weil sich \u00bbdie Mehrheit der S\u00fcd-Tiroler\u00ab (56%) f\u00fcr die Abspaltung aussprechen w\u00fcrde, gibt es f\u00fcr soviel Jubel keinen Grund: Von einer Mehrheit kann nur gesprochen werden, wenn man den Italienerinnen zum wiederholten Mal das Heimatrecht abspricht.<\/p>\n<p>Ber\u00fccksichtigt man hingegen die Gesamtbev\u00f6lkerung, zeichnet sich mit 41% Zustimmung noch keine Mehrheit f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit ab. <span style=\"text-decoration: line-through;\">Wesentlich schwerer wiegt jedoch die Tatsache, dass sich die befragten Italienerinnen angeblich kompakt gegen ein solches Ansinnen ausgesprochen haben; dies ist ein schlechteres Ergebnis, als es aus fr\u00fcheren Umfragen hervorgegangen war. Nicht nur, dass es den Unabh\u00e4ngigkeitsbef\u00fcrworterinnen nicht gelingt, gr\u00f6\u00dfere Teile der italienischen Gemeinschaft f\u00fcr ihr Anliegen zu gewinnen \u2014 sie haben im Laufe der letzten Jahre offensichtlich auch noch jenen Teil der Italienerinnen verloren, der einer Sezession nicht negativ gegen\u00fcberstand.<\/span><\/p>\n<p>Laut Umfrageergebnis gaben 41% der Befragten an, sie w\u00fcrden sich f\u00fcr eine Losl\u00f6sung von Italien (Gr\u00fcndung eines neuen Staates oder Anschluss an \u00d6sterreich) entscheiden. Nach Sprachgruppen aufgeschl\u00fcsselt wollten 56% der deutsch- und ladinischsprachigen S\u00fcdtirolerinnen gegen einen Verbleib bei Italien stimmen<span style=\"text-decoration: line-through;\">, volle 100% der italienischsprachigen S\u00fcdtirolerinnen w\u00fcrden jedoch die Beibehaltung des Istzustandes bef\u00fcrworten<\/span>.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: line-through;\">Geben diese Daten die Realit\u00e4t wieder, muss man daraus schlie\u00dfen, dass die Unabh\u00e4ngigkeit immer mehr zu einem ethnisch ausgerichteten Thema wird. Ein gemeinsames, sprachgruppen\u00fcbergreifendes Projekt \u2014 wie jenes von Brennerbasisdemokratie \u2014 r\u00fcckt immer mehr in weite Ferne. Damit werden die Unabh\u00e4ngigkeitsbef\u00fcrworter gleich vor mehrere massive Probleme gestellt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: line-through;\">W\u00e4hrend einem Projekt, f\u00fcr das sich eine relative Mehrheit <em>aller<\/em> S\u00fcdtirolerinnen (und jeder Sprachgruppe) starkmachen, Chancen einzur\u00e4umen sind, gegen den eigentlichen Willen Italiens einen neuen Staat zu gr\u00fcnden, wird dies im Falle einer ethnischen L\u00f6sung wesentlich unwahrscheinlicher. Au\u00dferdem besteht unter diesen Vorzeichen die ernsthafte Gefahr, mit konkreten Schritten in Richtung Selbstbestimmung grobe ethnische Spannungen zu verursachen.<\/span><\/p>\n<p>Anstatt eines Projektes, das die \u00dcberwindung des ethnozentrischen Modells in den Mittelpunkt stellt, wurde von jenen, die die Unabh\u00e4ngigkeit im Laufe der letzten Zeit auf die politische Agenda gesetzt haben, mehrheitlich ein weiterhin ethnisch konnotiertes Konzept favorisiert. Sie m\u00fcssen sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht den Dialog mit der italienischen Sprachgruppe \u2014 \u00fcber ein Viertel der Gesamtbev\u00f6lkerung! \u2014 gesucht zu haben. <span style=\"text-decoration: line-through;\">Dadurch konnte sich das Thema vor unseren Augen zu einem Keil zwischen den Sprachgruppen entwickeln.<\/span><\/p>\n<p><img class=\"bbdlogo\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/bbdsmileys\/bbde.png\"> wird sich im Sinne des eigenen Manifests und des gesellschaftlichen Zusammenhalts stets <em>gegen<\/em> eine L\u00f6sung aussprechen, die eines breiten sprachgruppen\u00fcbergreifenden Konsens&#8217; entbehrt und nicht die \u00dcberwindung der ethnischen Trennung in Aussicht stellt.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Klarheit zur SB-Umfrage.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8360\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sozialforschungsinstitut Apollis hat im Auftrag der Arbeitsgruppe f\u00fcr die Selbstbestimmung, der unter anderem einige Oppositionsparteien angeh\u00f6ren, eine repr\u00e4sentative Umfrage zum Thema Unabh\u00e4ngigkeit durchgef\u00fchrt. 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