{"id":83555,"date":"2024-01-30T10:44:40","date_gmt":"2024-01-30T09:44:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=83555"},"modified":"2026-02-02T09:03:45","modified_gmt":"2026-02-02T08:03:45","slug":"neubau-der-luegbrucke-chance-fur-schubumkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=83555","title":{"rendered":"Neubau der Luegbr\u00fccke: Chance f\u00fcr Schubumkehr."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 20px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><em>Super-GAU f\u00fcr den Lkw-Transport, sagen die Handelskammern Bozen und K\u00e4rnten zum Neubau der Luegbr\u00fccke ab 2025. Doch das Projekt bietet vielfach Chancen<\/em>.<\/p>\n<p>Die Luegbr\u00fccke gleich hinterm Brenner wird ab 2025 f\u00fcr drei Jahre nur mehr einspurig befahrbar sein. Der Neubau der Br\u00fccke, eine Fahrspur nach der anderen, ist unaufschiebbar. Au\u00dfer man baut einen Tunnel bis zum Brenner, wie von den Anrainergemeinden in einer speziellen Studie vorgeschlagen. W\u00e4hrend der Bauzeit wird es Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Pkw- und Lkw-Verkehr geben.<\/p>\n<p>Doch zu Einschr\u00e4nkungen muss es im Brennertransit ohnehin kommen. 2023 haben fast 11,7 Mio. Pkw und 2,4 Mio. Lkw den Brenner auf der Stra\u00dfe passiert, eine Steigerung von einer halben Million Fahrzeugen gegen\u00fcber 2022. Die Brennerroute (Bahn und Stra\u00dfe) nimmt 54% des gesamten alpenquerenden G\u00fcterverkehrs auf, mehr als alle Transitrouten der Schweiz zusammen. 2023 passierten gesch\u00e4tzt 830.000 Fahrzeuge die Schweiz, 2,4 Mio. den Brenner. Der Gotthard-Basistunnel war nur zu 55% ausgelastet. Entsprechend stark ist die Abnutzung der Infrastruktur der A13<sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"00000000000007e30000000000000000_83555\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000007e30000000000000000_83555-1\">1<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000007e30000000000000000_83555-1\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\">Brennerautobahn n\u00f6rdlich des Brenners<\/span>, die jetzt neu gebaut werden muss. Totalsanierungen dieser Art kommen in den n\u00e4chsten Jahren wohl auch auf die A22<sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"2\" data-mfn-post-scope=\"00000000000007e30000000000000000_83555\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000007e30000000000000000_83555-2\">2<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000007e30000000000000000_83555-2\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"2\">Brennerautobahn s\u00fcdlich des Brenners<\/span> zu.<\/p>\n<p>Schon die Anwendung der Bestwegstrategie w\u00fcrde wesentlich helfen: Laut der von der Tiroler Landesregierung in Auftrag gegebenen <a href=\"https:\/\/www.planoptimo.at\/fileadmin\/media\/projekte\/Aktuelles\/Studie_ROUTENWAHL_IM_ALPENQUERENDEN_STRASSENGUETERVERKEHR_2019-2.pdf\">CAFT-Studie<\/a> (Dezember 2021) fahren 29,7% der Lkw am Brenner einen mindestens 60 km langen Umweg im Vergleich zu ihrem Bestweg, nur um einige Euro zu sparen. Die Gotthardroute ist f\u00fcr Lkw zwischen der Lombardei und S\u00fcddeutschland um 110 km k\u00fcrzer als die Brennerroute. Wenn 700.000 Lkw j\u00e4hrlich 100 km l\u00e4nger als n\u00f6tig fahren, sind das 70 Mio. umsonst gefahrene Kilometer, das Gegenteil von Kostenwahrheit und Klimaschutz.<\/p>\n<p>Als \u00bbkatastrophal f\u00fcr die Wirtschaft\u00ab sehen die Handelskammer Bozen und die Wirtschaftskammer K\u00e4rnten die geplanten Fahrverbote w\u00e4hrend der Bauzeit sowohl an der A13 (Luegbr\u00fccke) als auch an der Tauernautobahn (s. <em>Dolomiten,<\/em> 24.1.2024). L\u00e4ngere Sperren f\u00fcr den Lkw-Verkehr w\u00e4ren der Super-GAU f\u00fcr die heimische Wirtschaft, hei\u00dft es. F\u00fcr die Fr\u00e4chter vielleicht, nicht aber f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, die Umwelt, das Klima. Im Gegenteil: der tempor\u00e4re Flaschenhals auf der Luegbr\u00fccke k\u00f6nnte langfristig zur echten Chance in mehrfacher Hinsicht werden.<\/p>\n<p>Zum Ersten, weil das heutige \u00dcberma\u00df an Transit-Schwerverkehr zumindest f\u00fcr drei Jahre etwas zur\u00fcckgefahren werden muss, denn 2,4 Mio. Lkw kommen auf einer einspurigen Teilstrecke einfach nicht mehr durch. Der Gro\u00dfteil des heutigen Umwegverkehrs k\u00f6nnte entfallen, wenn 700.000-800.000 Lkw \u00bbnotgedrungen\u00ab ihren Bestweg zum Ziel nehmen.<\/p>\n<p>Zum Zweiten w\u00fcrden sich die Luftschadstoffwerte l\u00e4ngs der A13 und A22 bessern. Nachdem die EU 2023 beschlossen hat, die Grenzwerte bei den <a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/news\/de\/press-room\/20230911IPR04915\/luftverschmutzung-strengere-grenzwerte-um-bis-2050-verschmutzungsfrei-zu-sein\">Stickstoffdioxid- und Feinstaubemissionen<\/a> bis 2030 deutlich zu senken, k\u00f6nnen diese nur mit einer Verminderung des Verkehrs eingehalten werden. Das gilt dann f\u00fcr Pkw genauso wie f\u00fcr Lkw.<\/p>\n<p>Zum Dritten k\u00f6nnten endlich brachliegende Transportkapazit\u00e4ten der Bestandsstrecke der Brennerbahn genutzt werden. In Vorbereitung auf die Verlagerung eines Teils des G\u00fcterverkehrs von der Stra\u00dfe auf die Schiene mit der Er\u00f6ffnung des BBT 2032, k\u00f6nnte die Bahn potenziert werden. Die Politik h\u00e4tte noch ein Jahr Zeit, um die n\u00f6tigen logistischen Voraussetzungen daf\u00fcr zu schaffen.<\/p>\n<p>Zum Vierten muss der Transit-Schwerverkehr \u00fcber den Brenner ohnehin gesenkt werden, wenn man in Gesamttirol die Klimaneutralit\u00e4t 2040 oder 2045 erreichen will. Heute produziert allein der Verkehr auf der A22 37% der gesamten verkehrsbedingten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen in S\u00fcdtirol. Laut Mobilit\u00e4tsplan soll er bis 2040 um nur 10% abnehmen, also viel zu wenig, um Klimaneutralit\u00e4t zu erlauben. Die Teilsperre der Luegbr\u00fccke kann etwas helfen, sofern l\u00e4ngerfristige Einschr\u00e4nkungen erfolgen.<\/p>\n<p>F\u00fcnftens: Mit dem Neubau der Luegbr\u00fccke ab 2025 bietet sich die Chance, endlich Ernst zu machen mit der l\u00e4ngst ins Auge gefassten Alpentransitb\u00f6rse. Wann, wenn nicht in dieser Situation einer mehrj\u00e4hrigen Einschr\u00e4nkung der Autobahnkapazit\u00e4t soll der alpenquerende G\u00fcterverkehr endlich systematisch nach Umwelt- und Klimavorgaben gelenkt werden? 2025 k\u00f6nnte ein echtes gesamtalpines digitales Management des G\u00fcterverkehrs eingerichtet werden: nicht mehr blo\u00dfe t\u00e4glich buchbare <em>Slots,<\/em> sondern Maximalkontingente pro Monat und Jahr mit Verpflichtung zur Wahl des Bestwegs. Alle vier Staaten der Zentralalpen m\u00fcssten f\u00fcr diese Chance zur gemeinsamen Steuerung zusammenfinden. Das Gegenteil von Matteo Salvinis Kampf f\u00fcr noch mehr Lkw-Verkehr.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich noch eine Chance vor allem mit Blick auf die 11,7 Mio. Pkw, die j\u00e4hrlich den Brenner queren. Diese Masse an Autos kann den tempor\u00e4ren Trichter der verengten Luegbr\u00fccke nicht mehr passieren, ihre Emissionen sind mit Klimaschutz nicht vereinbar. Sofort sinnvoll w\u00e4re ein Geschwindigkeitslimit von 100 km\/h f\u00fcr Pkw, weil dies nachweislich zu erheblichen Einsparungen beim CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df f\u00fchrt und weil schneller fahren gar nichts bringt, wenn man vor der Luegbr\u00fccke im Stau steckt. F\u00fcr die neue S\u00fcdtiroler Landesregierung bietet sich die Chance, ihr neues Versprechen rasch wahrzumachen: \u00bbUnterst\u00fctzung der Einf\u00fchrung einer Umweltkorridormaut auf allen Ebenen (staatlich und EU), nach dem Modell der Eurovignette.\u00ab (Regierungsprogramm, S. 99).<\/p>\n<p>Der Neubau der Luegbr\u00fccke bietet die Chance auf eine echte Schubumkehr beim transalpinen G\u00fctertransport im Zeichen des Klimawandels und der Energiewende: Die Politik kann sich rechtzeitig auf eine intelligentere Steuerung der Mobilit\u00e4t \u00fcber die Alpen besinnen und das \u00dcberma\u00df auf Dauer schrumpfen.<\/p>\n<ul class=\"modern-footnotes-list modern-footnotes-list--show-only-for-print\"><li><span>1<\/span><div>Brennerautobahn n\u00f6rdlich des Brenners<\/div><\/li><li><span>2<\/span><div>Brennerautobahn s\u00fcdlich des Brenners<\/div><\/li><\/ul><!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small>\u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Super-GAU f\u00fcr den Lkw-Transport, sagen die Handelskammern Bozen und K\u00e4rnten zum Neubau der Luegbr\u00fccke ab 2025. 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