{"id":8360,"date":"2011-06-19T10:18:27","date_gmt":"2011-06-19T08:18:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8360"},"modified":"2023-04-10T22:35:18","modified_gmt":"2023-04-10T20:35:18","slug":"klarheit-zur-sb-umfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8360","title":{"rendered":"Klarheit zur SB-Umfrage."},"content":{"rendered":"<p>Herr Roland Lang von der <em>Arbeitsgruppe f\u00fcr die Selbstbestimmung<\/em> hat mir auf Anfrage freundlicherweise die genauen Daten der Selbstbestimmungsumfrage zur Verf\u00fcgung gestellt, \u00fcber die w\u00e4hrend der letzten Tage so viel Unklarheit geherrscht hatte. Offensichtlich waren die Ergebnisse falsch oder zumindest sehr missverst\u00e4ndlich kommuniziert worden, wenn in den S\u00fcdtiroler Medien jeweils unterschiedliche Daten ver\u00f6ffentlicht werden konnten \u2014 von denen die meisten nicht korrekt waren.<\/p>\n<p>Im gro\u00dfen und ganzen best\u00e4tigt sich, was ich <a title=\"Kommentar: Gespaltene Gesellschaft.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8169#comment-84614\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">[hier]<\/a> in einem Kommentar geschrieben hatte: Das Sozialforschungsinstitut <em>Apollis<\/em> hat im Auftrag der <em>Arbeitsgruppe<\/em> 454 Interviews mit Zielpersonen der deutschen und ladinischen Sprachgruppe realisiert. Die Stichprobe ist laut <em>Apollis<\/em><\/p>\n<blockquote><p>repr\u00e4sentativ und stimmt bez\u00fcglich Alter, Geschlecht und Bezirk des Wohnorts mit der Verteilung in der Gesamtbev\u00f6lkerung \u00fcberein.<br \/>\nDie Zahl der Befragten garantiert, dass die Ergebnisse der Stichprobenerhebung eine maximale zufallsbedingte Ungenauigkeit von \u00b14,6 Prozentpunkten aufweisen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die genaue Fragestellung lautete folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<blockquote><p>Das Thema Selbstbestimmung spielt in S\u00fcd-Tirol nach wie vor eine gro\u00dfe Rolle. Als Alternativen zur bestehenden Situation werden die Gr\u00fcndung eines eigenen Staates bzw. die Wiedervereinigung Tirols vorgeschlagen. K\u00fcrzlich stand sogar der Anschluss an die Schweiz zur Diskussion.<br \/>\nWenn es in S\u00fcd-Tirol zur Durchf\u00fchrung des Selbstbestimmungsrechtes kommen w\u00fcrde und Sie die Wahl h\u00e4tten, wof\u00fcr w\u00fcrden Sie sich entscheiden: Zugeh\u00f6rigkeit zu Italien oder Unabh\u00e4ngigkeit, also eigener Staat bzw. Wiedervereinigung?<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Mehrheit von 56% der deutsch- und ladinischsprachigen S\u00fcdtirolerinnen entschied sich f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit, w\u00e4hrend 44% einen Verbleib bei Italien w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Es stimmt also <em>nicht,<\/em> dass \u00fcber die H\u00e4lfte der S\u00fcdtirolerinnen <em>aller<\/em> Sprachgruppen f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit w\u00e4ren, wie von einigen Medien vermittelt. Wenn wir diese und <a title=\"Gli italiani e l'indipendenza.\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1310\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">die letzte <em>Apollis<\/em>-Umfrage<\/a> (bei der ausschlie\u00dflich Angeh\u00f6rige der italienischen Sprachgruppe befragt wurden) zusammennehmen, kommen wir aber auf rund 47% der Gesamtbev\u00f6lkerung, die sich f\u00fcr eine Losl\u00f6sung von Italien aussprechen w\u00fcrden. Dies ist ein sehr hoher Anteil, wenn wir ber\u00fccksichtigen, dass nicht ein konkretes Projekt in Aussicht gestellt wurde, und dass sich die Mehrheitspartei <abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr> und die Gesamtheit der \u00bbitalienischen\u00ab Parteien derzeit gegen die Unabh\u00e4ngigkeit aussprechen. <a title=\"Mythos Volksbefragung?\" href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=1541\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">[Vergleiche]<\/a>.<\/p>\n<p>Sieht man sich die Daten im Detail an, so entdeckt man, dass die Zustimmung zur Unabh\u00e4ngigkeit zwar mit steigendem Bildungsgrad sinkt, aber immerhin noch 42% der S\u00fcdtirolerinnen deutscher und ladinischer Muttersprache, die einen Hochschulabschluss haben, daf\u00fcr stimmen w\u00fcrden. Ebenfalls h\u00f6her ist der Wunsch nach Unabh\u00e4ngigkeit in den Landgemeinden (59%), w\u00e4hrend er in den Stadtgemeinden auf 42% sinkt.<\/p>\n<p>Nach Bezirken aufgeschl\u00fcsselt haben die Unabh\u00e4ngigkeitsbef\u00fcrworterinnen im Vinschgau (67%) den h\u00f6chsten Anteil. Im Eisacktal (66%), Wipptal (64%), Burggrafenamt (57%), Pustertal (57%) und \u00dcberetsch-Unterland (51%) ist es noch eine Mehrheit, w\u00e4hrend in den Bezirken Salten-Schlern (46%) und Bozen (35%) weniger als die H\u00e4lfte der Befragten deutscher und ladinischer Muttersprache f\u00fcr eine Abspaltung w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Unter jenen S\u00fcdtirolerinnen deutscher und ladinischer Muttersprache schlie\u00dflich, die sich in erster Linie als S\u00fcdtirolerinnen f\u00fchlen, hat die Losl\u00f6sung von Italien mit 65% eine deutliche Mehrheit, w\u00e4hrend 100% jener, die sich in erster Linie als Italienerinnen f\u00fchlen, einen Verbleib bei Italien w\u00fcnschen. Unter jenen, die sich keiner dieser Gruppen (S\u00fcdtirolerin\/Italienerin) zuordnen wollten, sind 69% f\u00fcr die Beibehaltung des jetzigen Zustandes.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Roland Lang von der Arbeitsgruppe f\u00fcr die Selbstbestimmung hat mir auf Anfrage freundlicherweise die genauen Daten der Selbstbestimmungsumfrage zur Verf\u00fcgung gestellt, \u00fcber die w\u00e4hrend der letzten Tage so viel Unklarheit geherrscht hatte. 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