{"id":8700,"date":"2011-08-19T10:54:50","date_gmt":"2011-08-19T08:54:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8700"},"modified":"2026-02-03T12:06:15","modified_gmt":"2026-02-03T11:06:15","slug":"plunderung-des-landeshaushalts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=8700","title":{"rendered":"Pl\u00fcnderung des Landeshaushalts."},"content":{"rendered":"<p>Noch vor wenigen Tagen hatte der Landeshauptmann \u2014 w\u00e4hrend der traditionellen Sommerpressekonferenz \u2014 das <em>Mail\u00e4nder Abkommen<\/em> in h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobt, weil es S\u00fcdtirols Finanzen absichere. Jetzt musste der zust\u00e4ndige Landesrat Roberto Bizzo Medien gegen\u00fcber einr\u00e4umen, dass dies wohl doch nicht mehr der Fall sein wird. Angesichts der Schuldenkrise hat der Staat ein Sparpaket geschn\u00fcrt, das S\u00fcdtirol \u00fcberdurchschnittlich stark in die Pflicht nimmt und aus den bisherigen Gewissheiten Kleinholz macht. So soll allein unser Land im Laufe der kommenden drei Jahre die enorme Summe von einer Milliarde Euro zum staatlichen Sparziel beitragen. Voraussichtlich ist dies nur der Anfang, denn es wird davon ausgegangen, dass zur Abtragung der italienischen Staatsschuld (am BIP gemessen die dritth\u00f6chste der Welt) ein weit l\u00e4ngerer Zeitraum erforderlich sein wird.<\/p>\n<p>Obschon die Bilanzen der autonomen Regionen und Provinzen nur rund 22% der Gesamtheit aller Regionalbilanzen darstellen, wird den Autonomien ein anteilsm\u00e4\u00dfig mehr als doppelt so hoher Beitrag abverlangt, als den anderen: Sie m\u00fcssen n\u00e4mlich 50% aller Einsparungen schultern. Das f\u00fchrt dazu, dass S\u00fcdtirol allein \u2014 mit unter 1% der Staatsbev\u00f6lkerung \u2014 rund 6% der gesamten regionalen K\u00fcrzungen tragen muss. Unber\u00fccksichtigt bleibt, dass die Autonomien nicht nur h\u00f6here Haushalte haben, um mehr Geld verteilen zu k\u00f6nnen, sondern weil sie damit Zust\u00e4ndigkeiten finanzieren m\u00fcssen, die andernorts der Staat wahrnimmt.<\/p>\n<p>Damit nicht genug: Trotz <em>Mail\u00e4nder Abkommen,<\/em> welches als erster Schritt in Richtung Finanzautonomie gefeiert worden war, k\u00f6nnen wir uns wohl auch von der Regel verabschieden, dass 90% der Steuereinnahmen im Lande bleiben. Stiegen die staatlichen Steuern, bedeutete dies bisher immer automatisch auch einen Geldsegen f\u00fcr den proportional daran beteiligten Landeshaushalt. Setzt sich die Zentralregierung durch, flie\u00dfen ab nun jedoch alle Mehreinnahmen direkt in den Staatss\u00e4ckel \u2014 und zwar zus\u00e4tzlich zur genannten Milliarde.<\/p>\n<p>Dass wir ein weiteres Prinzip aus dem <em>Mail\u00e4nder Abkommen<\/em> aufrecht erhalten k\u00f6nnen, n\u00e4mlich, dass K\u00fcrzungen (etwa die eine Milliarde) nicht direkt, sondern indirekt durch \u00bbkostenlose\u00ab \u00dcbernahme neuer Zust\u00e4ndigkeiten (Polizei, Post, Gericht&#8230;) konkretisiert werden, glaubt im derzeitigen Kontext kaum noch jemand.<\/p>\n<p>Schafft es das Land nicht, sich gegen diesen \u00bbSparsegen\u00ab aus Rom gerichtlich zur Wehr zu setzen, drohen nachhaltige Konsequenzen: Denn die Zentralregierung missbraucht Haushaltszw\u00e4nge, um einen Kahlschlag der Autonomie herbeizuf\u00fchren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch vor wenigen Tagen hatte der Landeshauptmann \u2014 w\u00e4hrend der traditionellen Sommerpressekonferenz \u2014 das Mail\u00e4nder Abkommen in h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobt, weil es S\u00fcdtirols Finanzen absichere. 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