{"id":90115,"date":"2025-01-17T22:02:15","date_gmt":"2025-01-17T21:02:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=90115"},"modified":"2025-01-18T08:35:09","modified_gmt":"2025-01-18T07:35:09","slug":"schwer-nachvollziehbare-vorwurfe-wegen-sanierung-der-luegbrucke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=90115","title":{"rendered":"Absurde Vorw\u00fcrfe wegen Sanierung der Luegbr\u00fccke."},"content":{"rendered":"<p>Die Sanierung der <em>Luegbr\u00fccke<\/em> am Brenner vernebelt offenbar in S\u00fcdtirol so manchen den Verstand. K\u00fcrzlich <a title=\"Rai S\u00fcdtirol: Hotelier erhebt schwere Vorw\u00fcrfe\u2026\" href=\"https:\/\/www.rainews.it\/tgr\/tagesschau\/articoli\/2025\/01\/hotelier-erhebt-vorwurfe-touristen-sollen-nicht-mehr-nach-sudtirol-kommen-ba553ccb-0989-420b-a0a9-dc2aaacd35b1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erhob ein Hotelier sogar den Vorwurf<\/a>, \u00d6sterreich wolle Touristinnen absichtlich von S\u00fcdtirol fernhalten. Zudem nannte er ausgerechnet die <em>Morandibr\u00fccke<\/em> (heute: <em>San-Giorgio-Br\u00fccke) <\/em>in Genua als nachzuahmendes Beispiel, da deren Neubau nur ein Jahr gedauert habe, w\u00e4hrend die Arbeiten an der <em>Luegbr\u00fccke<\/em> zweieinhalb bis drei Jahre in Anspruch nehmen werden.<sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"1\" data-mfn-post-scope=\"00000000000007d40000000000000000_90115\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000007d40000000000000000_90115-1\">1<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000007d40000000000000000_90115-1\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"1\">gemeint ist die Phase, in der der Verkehr zeitweise nur einspurig flie\u00dfen wird<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Faktencheck: Zwischen Einsturz der alten und Er\u00f6ffnung der neuen Br\u00fccke in Genua vergingen fast auf den Tag genau zwei Jahre. Die reine Bauzeit betrug rund anderthalb Jahre.<\/em><\/p>\n<p>Nun, es ist nicht zu hoffen, dass mit dem ziemlich missgl\u00fcckten Vergleich der Wunsch verbunden war, man m\u00f6ge doch einfach abwarten, bis die Luegbr\u00fccke einst\u00fcrzt. Um die Arbeiten zu beschleunigen, w\u00e4re aber \u2014 wenn schon kein unkontrollierter wie in Genua \u2014 zumindest ein kontrollierter Einsturz n\u00f6tig. Ein Totalabbruch mit anschlie\u00dfendem Neubau ist n\u00e4mlich auch deshalb wesentlich schneller umsetzbar, weil w\u00e4hrend der Arbeiten kein Verkehr flie\u00dft, der schon an sich den Bau behindert, zudem aber auch noch die Logistik verkompliziert und viel stringentere Sicherheitsma\u00dfnahmen erforderlich macht. Eigentlich ein <em>No-Brainer\u2026<\/em><\/p>\n<p>Manchen Touristikerinnen \u2014 aber sicher nicht den Fr\u00e4chtern \u2014 w\u00e4re es ja vielleicht tats\u00e4chlich lieber, wenn der Verkehr \u00fcber den Brenner vollst\u00e4ndig zum Erliegen k\u00e4me, daf\u00fcr aber \u00bbnur\u00ab f\u00fcr ein Jahr (wobei es jedoch in Genua, wie gesagt, zwei Jahre waren). Die Zeit lie\u00dfe sich dann ja f\u00fcr die eine oder andere qualitative Erweiterung nutzen.<\/p>\n<p>Die <em>Luegbr\u00fccke,<\/em> die \u00fcbrigens als l\u00e4ngste Br\u00fccke der A13 fast doppelt so lang wie die <em>San-Giorgio-Br\u00fccke<\/em> ist und auf besonders instabilem Gel\u00e4nde steht, soll zudem gar nicht w\u00e4hrend dem gesamten Zeitraum von voraussichtlich zweieinhalb bis drei Jahren einspurig<sup class=\"modern-footnotes-footnote modern-footnotes-footnote--hover-on-desktop \" data-mfn=\"2\" data-mfn-post-scope=\"00000000000007d40000000000000000_90115\"><a href=\"javascript:void(0)\"  role=\"button\" aria-pressed=\"false\" aria-describedby=\"mfn-content-00000000000007d40000000000000000_90115-2\">2<\/a><\/sup><span id=\"mfn-content-00000000000007d40000000000000000_90115-2\" role=\"tooltip\" class=\"modern-footnotes-footnote__note\" tabindex=\"0\" data-mfn=\"2\">also eine Spur pro Fahrtrichtung<\/span> befahrbar sein. Allein 2025 sind 180 Tage mit zweispuriger Verkehrsf\u00fchrung angek\u00fcndigt \u2014 das ist im Durchschnitt fast jeder zweite Tag.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Wenn die Strecke f\u00fcr die H\u00e4lfte der Zeit zwei- und f\u00fcr die andere H\u00e4lfte der Zeit einspurig befahrbar ist, kann sie insgesamt \u2014 wiewohl verlangsamt \u2014 rund 75 Prozent des Verkehrs f\u00fchren. In Genua stand der Verkehr f\u00fcr knapp zwei Jahre still.<\/em><\/p>\n<p>Welches Interesse \u00d6sterreich haben sollte, S\u00fcdtirol vom Verkehr abzuschneiden, ist mir sowieso unverst\u00e4ndlich. Zwar nicht in demselben Ausma\u00df wie G\u00e4ste aus dem Norden f\u00fcr S\u00fcdtirol, aber trotzdem stellen auch die Italienerinnen eine wichtige G\u00e4stegruppe in Nordtirol dar \u2014 und die haben dann genau dieselben Zufahrtm\u00f6glichkeiten wie die Touristinnen, die nach S\u00fcdtirol wollen. Mit einer unn\u00f6tigen Verkehrsbehinderung w\u00fcrde man sich also auch ins eigene Fleisch schneiden.<\/p>\n<p>Anstatt immer nur zu p\u00f6beln und sich dabei l\u00e4cherlich zu machen, k\u00f6nnten sich Wirtschaftstreibende in S\u00fcdtirol ja auch einmal Fragen, was sie selbst \u2014 und zwar konkret \u2014 zur Verkehrminderung und somit neben der Entlastung der Autobahn auch zum Klima- und Gesundheitsschutz beitragen k\u00f6nnen. Seit Jahrzehnten steigen sowohl die G\u00e4stezahlen als auch der Lkw-Transitverkehr. Die Folgen eines \u00fcberhitzten Gesch\u00e4ftsmodells, das l\u00e4ngst ein ertr\u00e4gliches Ausma\u00df \u00fcberschritten hat, per Aufhebung der Transitbeschr\u00e4nkungen noch mehr als bisher auf die Allgemeinheit abzuw\u00e4lzen, halte ich jedenfalls f\u00fcr keinen akzeptablen Vorschlag.<\/p>\n<p>Derzeit habe ich aber ohnehin den Eindruck, dass die Wehleidigkeit der Wirtschaftslobbys \u00f6fter zu Schlagzeilen gef\u00fchrt hat als Berichte \u00fcber tats\u00e4chliches Verkehrschaos am Brenner.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Neubau der Luegbr\u00fccke: Chance f\u00fcr Schubumkehr.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=83555\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Jetzt soll es die \u203avariable Maut\u2039 sein.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=89287\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Brennertransit: Geht es intelligenter?\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=83795\"><code>03<\/code><\/a><\/p>\n<ul class=\"modern-footnotes-list modern-footnotes-list--show-only-for-print\"><li><span>1<\/span><div>gemeint ist die Phase, in der der Verkehr zeitweise nur einspurig flie\u00dfen wird<\/div><\/li><li><span>2<\/span><div>also eine Spur pro Fahrtrichtung<\/div><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sanierung der Luegbr\u00fccke am Brenner vernebelt offenbar in S\u00fcdtirol so manchen den Verstand. 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