{"id":93765,"date":"2025-08-06T19:11:57","date_gmt":"2025-08-06T17:11:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=93765"},"modified":"2025-11-25T17:19:40","modified_gmt":"2025-11-25T16:19:40","slug":"ratoromaninnen-gegen-die-assimilierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=93765","title":{"rendered":"R\u00e4toromaninnen gegen die Assimilierung."},"content":{"rendered":"<p>Gestern ist in der <em>Neuen Z\u00fcrcher Zeitung<\/em> (NZZ) <a title=\"NZZ: Ein Sprachatlas und ein Chefredaktor\u2026\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/ein-sprachatlas-und-ein-chefredaktor-der-artikel-von-rumantsch-grischun-ins-surmiranische-uebersetzen-laesst-wie-sich-die-raetoromanen-gegen-die-germanisierung-wehren-ld.1895652\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein Artikel<\/a> \u00fcber den Kampf der R\u00e4toromaninnen in der Schweiz gegen die Germanisierung erschienen. Darauf hat mich ein Freund hingewiesen.<\/p>\n<blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/ein-sprachatlas-und-ein-chefredaktor-der-artikel-von-rumantsch-grischun-ins-surmiranische-uebersetzen-laesst-wie-sich-die-raetoromanen-gegen-die-germanisierung-wehren-ld.1895652\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-93766 size-full\" src=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/nzz_raetoromanen-gegen-germanisierung.png\" alt=\"Ausschnitt NZZ online. Titel: Ein Sprachatlas und ein Chefredaktor, der Artikel von Rumantsch Grischun auf Surmiran \u00fcbersetzen l\u00e4sst \u2013 wie sich die R\u00e4toromanen gegen die Germanisierung wehren. Die R\u00e4toromanen trotzen dem Gewichtsverlust mit vielen Projekten.\" width=\"950\" height=\"441\" srcset=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/nzz_raetoromanen-gegen-germanisierung.png 950w, https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/nzz_raetoromanen-gegen-germanisierung-768x357.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 950px) 100vw, 950px\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><em><small>Ausschnitt (NZZ)<\/small><\/em><\/p>\n<p>Das R\u00e4toromanische sei 1938 Schweizer Landessprache geworden, 1996 Amtssprache des Bundes im Verkehr mit den R\u00e4toromaninnen \u2014 und zwar beides Mal durch Volksabstimmung. In Graub\u00fcnden sei R\u00e4toromanisch zudem neben Deutsch und Italienisch eine von drei gleichberechtigten Amtssprachen. Doch trotz der starken institutionellen Absicherung bleibe der Bestand der Sprachgemeinschaft unsicher.<\/p>\n<p>Industrialisierung und Tourismus seit Ende des 19. Jahrhunderts h\u00e4tten einen starken deutschsprachigen Einfluss mit sich gebracht.<\/p>\n<p>Doch die Standardsprache Rumantsch Grischun habe sich seit dem Ende des 20. Jahrhunderts \u00bbin der Verwaltung, in der Werbung, in offiziellen Bekanntmachungen und Durchsagen sowie in den Online-Kan\u00e4len der Medien und der Zentralverwaltungen\u00ab durchgesetzt.<\/p>\n<p>Es gebe interessante neue Projekte, die sich mit der r\u00e4toromanischen Sprachgruppe besch\u00e4ftigten. Unter anderem wird erw\u00e4hnt, dass der Z\u00fcrcher Professor Rico Val\u00e4r die Zusammenarbeit der romanischen Minderheiten in Graub\u00fcnden, S\u00fcdtirol und Friaul untersuchen will.<\/p>\n<p>Bedeutend finde ich pers\u00f6nlich insbesondere den letzten Absatz des Artikels. Dort hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>Doch das demografische Umfeld ist deprimierend: Deutschsprachige, die ins r\u00e4toromanische Sprachgebiet einwandern, m\u00fcssen nicht R\u00e4toromanisch lernen, wenn sie nicht wollen. Denn die R\u00e4toromanen sprechen alle auch Deutsch. So tragen sie selber ein wenig zu ihrer Marginalisierung bei.<\/p>\n<p><em>\u2013 Roger Blum (NZZ)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Dasselbe gilt f\u00fcr die meisten Sprachminderheiten dieser Welt, auch jene in S\u00fcdtirol. Hierzulande gibt es ein Gef\u00e4lle Italienisch &gt; Deutsch &gt; Ladinisch in dem Sinne, dass Italienischsprachige, die nach S\u00fcdtirol ziehen, grunds\u00e4tzlich nicht Deutsch lernen m\u00fcssen, wenn sie nicht wollen. Das wird ihnen sogar <a title=\"Proporz und Sprache wieder unter Beschuss.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=93703\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zunehmend erleichtert<\/a>, je mehr sich dieser Trend fortsetzt, anstatt dass Gegenma\u00dfnahmen ergriffen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Italienisch- und Deutschsprachige, die in die Ladinia ziehen, m\u00fcssen ebenfalls kein Ladinisch lernen. Der entsprechende Druck ist \u00e4u\u00dferst gering.<\/p>\n<p>Der Hinweis, die R\u00e4toromaninnen tr\u00fcgen selber ein wenig zu ihrer Marginalisierung bei, weil sie alle auch Deutsch sprechen, ist zwar formal richtig. Gleichzeitig ist es aber auch eine Art <em>Victim-Blaming:<\/em> Minderheiten haben oft gar keine andere Wahl, als \u2014 aufgrund von <a title=\"Moreno Cabrera a proposito di bilinguismo forzato.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=28331\">struktureller Gewalt<\/a> \u2014 auch quasi ausnahmslos die Mehrheitssprache zu beherrschen. Solange das so ist und umgekehrt nur in sehr eingeschr\u00e4nktem Ma\u00df gilt, ist diese Art von \u00bbBeitrag zur Selbstmarginalisierung\u00ab unfreiwillig.<\/p>\n<p>Andererseits darf man den asymmetrischen Wunsch, die Mehrheitssprache zu erlernen, durchaus kritisch hinterfragen und versuchen, <a title=\"Sprachbeharrung.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=64608\">auf diese Einseitigkeit bewusst einzuwirken.<\/a><\/p>\n<p>Wie das R\u00e4toromanische in der Schweiz <a title=\"Minderheiten schrumpfen, italienische Sprachgruppe w\u00e4chst \u00fcberall.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=89449\">schrumpfen auch das Deutsche und das Dolomitenladinische in S\u00fcdtirol.<\/a><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Lescha da linguas.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=691\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"B\u00fcndner Kantonspolizei achtet auf Mehrsprachigkeit.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=34016\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"R\u00e4toromanische Einb\u00fcrgerung.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=72379\"><code>03<\/code><\/a> <a title=\"\u00bbSchweizer Richter sind mehrsprachig.\u00ab\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=13073\"><code>04<\/code><\/a> <span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-weight: normal;\">||<\/span> <a title=\"Deutsch als Verst\u00e4ndigungssprache schwindet.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=87395\"><code>05<\/code><\/a> <a title=\"Mehrheits- und Minderheitensprache im Kontakt.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=72582\"><code>06<\/code><\/a> <a title=\"FdI will R\u00fcckgang der Minderheiten kapitalisieren.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=89640\"><code>07<\/code><\/a> <a title=\"A Bolzano nessuna necessit\u00e0 di parlare in tedesco.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=77347\"><code>08<\/code><\/a> <a title=\"Hohe Zuwanderung aus Italien nach S\u00fcdtirol.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=44555\"><code>09<\/code><\/a> <span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; font-weight: normal;\">||<\/span> <a title=\"Asymmetrische F\u00f6rderung von R\u00e4toromanisch und Italienisch.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=95711\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a> <a title=\"\u203aGemischtsprachigkeit\u2039 gef\u00e4hrdet ladinische Sprache.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=96403\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>02<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern ist in der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung (NZZ) ein Artikel \u00fcber den Kampf der R\u00e4toromaninnen in der Schweiz gegen die Germanisierung erschienen. 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