{"id":9419,"date":"2011-10-18T08:52:10","date_gmt":"2011-10-18T06:52:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=9419"},"modified":"2025-09-28T17:46:26","modified_gmt":"2025-09-28T15:46:26","slug":"swz-spornt-minniti-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=9419","title":{"rendered":"SWZ stachelt Minniti an."},"content":{"rendered":"<p>Ausschnitt aus dem Interview von Christian Pfeifer mit Mauro Minniti (<abbr title=\"Popolo della Libert\u00e0\">PdL<\/abbr>), erschienen in der diesw\u00f6chigen Ausgabe der <em>S\u00fcdtiroler Wirtschaftszeitung:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><strong><abbr title=\"S\u00fcdtiroler Wirtschaftszeitung\">SWZ<\/abbr>: Herr Minniti, was empfinden Sie, wenn Sie derzeit die Wegweiser- und Toponomastikdiskussion verfolgen? Wir fragen Sie nicht als Landtagspr\u00e4sident, sondern als Vertreter der italienischen Sprachgruppe.<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><strong>Mauro Minniti:<\/strong> Ich bin \u00fcberzeugt, dass die Fitto-Durnwalder-Kommission gut und ernsthaft gearbeitet hat, mit Verantwortungsbewusstsein und Besonnenheit. Beides \u2013 Verantwortungsbewusstsein und Besonnenheit \u2013 ist von grundlegender Wichtigkeit, wenn ein so bedeutsames Thema wie die Toponomastik behandelt wird. Wir werden sehen, welches Ergebnis herauskommt, aber der Ausgangspunkt ist schon einmal ganz gut. Dar\u00fcber hinaus handelt es sich bei der Toponomastik um eine verfassungsrechtliche Materie, egal ob es um die Fitto-Durnwalder-Verhandlungen oder um die anstehende Diskussion im Landtag geht. Somit muss letztendlich der Staatspr\u00e4sident seine Zustimmung geben. Ich vertraue auf den Staatspr\u00e4sidenten, der eine seri\u00f6se Person ist und sicher beurteilen kann, ob die gefundenen L\u00f6sungen angemessen sind. Das stellt f\u00fcr mich \u2013 im positiven Sinne \u2013 eine wichtige Garantie dar.<\/p>\n<p><strong>Der S\u00fcdtiroler <abbr title=\"Club Alpino Italiano\">CAI<\/abbr>-Pr\u00e4sident Giuseppe Broggi kritisiert in einem offenen Brief an den Staatspr\u00e4sidenten die \u201cPrivatverhandlungen\u201d zwischen Landeshauptmann Luis Durnwalder und Minister Raffaele Fitto und beklagt, dass ein deutscher Politiker entscheiden wolle, welche italienischen Namen die italienischen B\u00fcrger k\u00fcnftig noch verwenden d\u00fcrfen. Ganz unrecht hat Broggi nicht, oder?<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Wenn zwei Personen verhandeln, dann entscheidet nie eine Person alleine. Sicher wird Durnwalder die Interessen \u201cseiner\u201d Volksgruppe vertreten, das liegt in der Natur der Politik. Ihm steht aber eine kompetente Person wie Minister Fitto gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Sie sind also der Meinung, dass die kritisierten \u201cPrivatverhandlungen\u201d zwischen Fitto und Durnwalder der richtige Weg sind, auch vor dem Hintergrund einer jahrzehntelangen Nichtl\u00f6sung der Angelegenheit?<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Ich finde den Weg in Ordnung. Ich finde auch, dass die Kommission trotz aller Kritik, die sie geerntet hat, mit Sachkenntnis zu Werke gegangen ist. Es wurden Prinzipien festgelegt und auf deren Grundlage wurde gearbeitet. Ich pers\u00f6nlich k\u00f6nnte mir gut vorstellen, dass diese Prinzipien auch f\u00fcr das Landesgesetz angewandt werden, mit dem sich der Landtag demn\u00e4chst befassen wird. Wieso sollten die Kriterien f\u00fcr ein Abkommen in Sachen Wanderwege gut gehen und f\u00fcr ein Landesgesetz nicht?<\/p>\n<p><strong>W\u00e4re es \u2013 wenn einmal alle politischen und geschichtlichen Argumente beiseite gestellt w\u00fcrden \u2013 nicht das Vern\u00fcnftigste, alle italienischen Bezeichnungen beizubehalten und einfach die deutschen Bezeichnungen amtlich anzuerkennen?<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Nat\u00fcrlich, ich w\u00e4re damit sofort einverstanden. Das Autonomiestatut sieht ja die Zweisprachigkeit vor. Aber weil es in der Politik offensichtlich auch andere Interessen gibt, muss akzeptiert werden, dass der andere Weg eingeschlagen wurde &#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8230; auf die Gefahr hin, dass italienische Bezeichnungen verschwinden, die von italienischen Mitb\u00fcrgern verwendet werden, selbst wenn es nur eine Handvoll B\u00fcrger ist. Irgendwie scheinen Sie das in Kauf zu nehmen, ganz im Gegensatz zu einigen Ihrer italienischsprachigen Kollegen.<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Gerade aus diesem Grund braucht es ein H\u00f6chstma\u00df an Feingef\u00fchl, wenn eine solche Materie in Angriff genommen wird. Die Toponomastik spiegelt die Geschichte, die Wurzeln eines Volkes wider, egal ob Mehr- oder Minderheit.<\/p>\n<p><strong>Geschichte hin, Wurzeln her: Steht die S\u00fcdtiroler Bev\u00f6lkerung bald 90 Jahre nach Einf\u00fchrung des \u201cProntuario\u201d den tolomeischen Fantasiebezeichnungen vielleicht sogar gleichg\u00fcltiger gegen\u00fcber, als dies die Politik wahrhaben will?<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Ich sage schon seit Langem, dass sich die B\u00fcrger von der Politik w\u00fcnschen w\u00fcrden, wenn sich diese mehr auf das soziale Unbehagen als auf das politische Unbehagen konzentrieren w\u00fcrde. Einer Familie, die Schwierigkeiten hat, mit dem Einkommen ein Auskommen zu finden, ist die Toponomastikfrage so etwas von egal.<\/p>\n<p><strong>Also \u00fcbersch\u00e4tzt die <abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr> die Bedeutung der Tolomei-Namen und l\u00e4sst sich in der Frage von den deutschen Rechtsparteien treiben?<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong>Achtung, nachdem S\u00fcdtirol die Toponomastikfrage jahrzehntelang vor sich her geschoben hat, vielleicht einfach, weil die Zeit f\u00fcr eine L\u00f6sung nicht reif war, besteht jetzt die konkrete Chance, das Kapitel endlich abzuschlie\u00dfen \u2013 dank eines mutigen Ministers wie Raffaele Fitto. Ich sehe darin auch eine gute Chance, gewissen politischen Unruhestiftern, die \u2013 brutal ausgedr\u00fcckt \u2013 ihre Daseinsberechtigung auf der Toponomastikfrage aufbauen, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Diese Unruhestifter gibt es sowohl auf italienischer als auch auf deutscher Seite.<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n<p>Angesichts der \u2014 meiner Ansicht nach emp\u00f6renden \u2014 Fragestellungen gewinnt man den Eindruck, dass Herr Minniti der SWZ nicht radikal genug ist.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"TAZ stiftet Rechtsextremisten an.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=12884\"><span style=\"color: #ff8c00\"><code>01<\/code><\/span><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausschnitt aus dem Interview von Christian Pfeifer mit Mauro Minniti (PdL), erschienen in der diesw\u00f6chigen Ausgabe der S\u00fcdtiroler Wirtschaftszeitung: SWZ: Herr Minniti, was empfinden Sie, wenn Sie derzeit die Wegweiser- und Toponomastikdiskussion verfolgen? 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