{"id":94561,"date":"2025-09-16T12:23:03","date_gmt":"2025-09-16T10:23:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=94561"},"modified":"2025-09-18T22:55:26","modified_gmt":"2025-09-18T20:55:26","slug":"altersschwache-svp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=94561","title":{"rendered":"Altersschwache SVP?"},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 15px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><strong>Die <em>S\u00fcdtiroler Volkspartei<\/em> (SVP) feierte ausgiebig ihren 80. Geburtstag. Kritische Fragen wurden erfolgreich verdr\u00e4ngt.<\/strong><\/p>\n<p>Wie beispielsweise der seit Jahren anhaltende <a href=\"https:\/\/recht.provinz.bz.it\/de\/wahlen\">W\u00e4hlerschwund<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.rainews.it\/tgr\/tagesschau\/articoli\/2025\/05\/wahlbeteiligung-sinkt-grosse-unterschiede-in-gemeinden-420ff11c-af4e-4386-a21f-a35a1d5263f6.html\">sinkende Wahlbeteiligung<\/a>. Bei den Landtagswahlen vor zwei Jahren (2023) kreuzten nur mehr 34,5 Prozent der W\u00e4hlenden das Edelwei\u00df an. Vor zehn Jahren, 2013, waren es noch 45,7 Prozent, 2003 56,5 Prozent.<\/p>\n<p>An den Landtagswahlen 2023 beteiligten sich mehr als 70 Prozent der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Ein hinkender Vergleich: bei den Gemeindewahlen in diesem Jahr rutschte die Wahlbeteiligung auf 60 Prozent ab. Eine stetig fallende Teilnahme.<\/p>\n<p>All das scheint der <a href=\"https:\/\/www.rainews.it\/tgr\/tagesschau\/articoli\/2025\/09\/80-jahre-svp-308d9f82-b432-4525-82e3-4303adea5f12.html\">Feierlaune keinen Abbruch<\/a> getan zu haben. 80 Jahre SVP stehen f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.stol.it\/artikel\/politik\/80-jahre-svp-geschichte-verantwortung-und-zukunft-im-fokus\">Geschichte, Verantwortung und Zukunft.<\/a> Die Botschaft der SVP an die \u00d6ffentlichkeit: <a href=\"https:\/\/www.tageszeitung.it\/2025\/05\/07\/stolz-auf-unsere-geschichte\/\">\u00bbWir sind stolz auf unsere Geschichte.\u00ab<\/a><\/p>\n<p>Keine Frage, die <em>Volkspartei<\/em> war erfolgreich mit ihrer Politik. Autonomie, Minderheitenschutz, wenn inzwischen auch l\u00f6chrig wie ein Schweizer K\u00e4se, Wohlstand und im Spitzenfeld der italienischen und auch der EU-Regionen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/www.buongiornosuedtirol.it\/2025\/05\/06\/von-der-sammelpartei-zur-steigbugelhalterin-der-rechten\/\">patriotische Parteien<\/a> und Gruppierungen der SVP Verrat an S\u00fcdtirol vorwerfen, finden Kritiker wie G\u00fcnther Pallaver oder Hans Heiss \u00fcberraschenderweise immer wieder lobende Worte. Heiss sieht in der SVP trotz all ihrer <a href=\"https:\/\/salto.bz\/de\/freunde-im-edelweiss-podcast\">Irrungen und Wirrungen<\/a> noch immer einen Garanten f\u00fcr Stabilit\u00e4t und Auskommen.<\/p>\n<p>Alte Menschen verdr\u00e4ngen gerne kritische Fragen, besonders wenn es um die Gesundheit geht. So handelt auch die 80-j\u00e4hrige SVP. Sie sonnt sich im Glanz ihrer Vergangenheit, ihrer Geschichte, ihrer Erfolge, verdr\u00e4ngt aber erfolgreich \u2014 vielleicht passiert dies parteiintern, abseits der \u00d6ffentlichkeit \u2014 das W\u00e4hler:innenschrumpfen.<\/p>\n<h6>Selbstbetrug auf hohem Niveau?<\/h6>\n<p><em>Athesia<\/em>-Journalist Arnold Sorg erinnerte in seinem Interview <a href=\"https:\/\/www.stol.it\/artikel\/politik\/80-jahre-svp-macht-autonomie-und-kritik\">\u00bb80 Jahre SVP: Macht, Autonomie und Kritik\u00ab<\/a> Obmann Dieter Steger an seine Aussage, wenn es keinen Aufw\u00e4rtstrend gebe, werde die SVP 2028 nicht mehr die Landesregierung stellen. Im dem <em>Stol<\/em>-Gespr\u00e4ch mimt Steger den Optimisten, er sei zuversichtlich, weil die Landesregierung einen guten Job mache, er hege die Hoffnung, dass es wieder aufw\u00e4rts geht.<\/p>\n<p>Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ist das nicht eine Form der Selbstt\u00e4uschung? Gab es wegen des Schrumpfens der W\u00e4hlerinnenschaft eine selbstkritische parteiinterne Auseinandersetzung zum W\u00e4hlerverlust? Die SVP tut noch immer so, als w\u00e4re sie alternativlos, um Arnold Sorg zu zitieren. Selbstbetrug auf hohem Niveau.<\/p>\n<p>Zurecht sieht Steger in seiner Sammelpartei ein Zukunftsmodell. Eine Partei, die sich gesellschaftlich breit aufstellt, um eine Polarisierung zu verhindern, die viele einbindet. Obmann Silvius Magnago gelang das zweifelsohne. Er sorgte daf\u00fcr, dass auch die Arbeitnehmenden \u2014 der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung \u2014 einen Platz in der Sammelpartei erhalten. Das ist aber inzwischen Geschichte.<\/p>\n<p>Bei 34,5 Prozent SVP-W\u00e4hlenden kann wohl kaum von einer breiten Aufstellung gesprochen werden. Viele strebten weg von der Sammelpartei, hin zum <em>Team K,<\/em> aber auch zur <em>S\u00fcd-Tiroler Freiheit<\/em> und der inzwischen dezimierten JWA-Liste. Die einst starken SVP-Arbeitnehmer sind nur mehr ein Schatten ihrer selbst, in der Partei dominieren die Eliten, die Oligarchen der Wirtschaftsverb\u00e4nde. <em>Volkspartei,<\/em> ein Etikettenschwindel.<\/p>\n<p>Das sieht Obmann Steger im Gespr\u00e4ch mit <em>Stol<\/em> halb so schlimm. Es gebe interne Diskussionen, mal gehe es in diese und dann wieder in die andere Richtung, versucht Steger die dominierende Wirtschaftslastigkeit seiner Partei kleinzureden. In seiner Partei w\u00fcrden Kompromisse angestrebt, um die verschiedenen Seelen zusammenzuf\u00fchren, bekr\u00e4ftigt Steger seine angeblich auf Gemeinwohl getrimmte Partei.<\/p>\n<h6>Aus dem SVP-Blickfeld<\/h6>\n<p>Der Eiertanz um die Geh\u00e4lter der Lehrerinnen und um die Kollektivvertr\u00e4ge f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Bediensteten sprechen eindeutig eine andere Sprache. Wertsch\u00e4tzung geht anders.<\/p>\n<p>Wie Steger eine R\u00fcckgewinnung von \u00bbverloren\u00ab gegangenen W\u00e4hlerinnen bewerkstelligen will, bleibt auch offen. Im <em>Stol<\/em>-Interview mit Arnold Sorg sagt Steger, es \u00bballen recht machen, geht nicht\u00ab. Deshalb empfiehlt er seiner Partei und der Landesregierung, einmal Beschlossenes durchzuziehen. Auch wenn Teile der Bev\u00f6lkerung dagegen sind. Eine solche klare Haltung ist im sch\u00e4rfer werdenden Verteilungskampf notwendig.<\/p>\n<p>Wer wird dabei den K\u00fcrzeren ziehen? Laut dem <a href=\"https:\/\/www.rainews.it\/tgr\/tagesschau\/articoli\/2025\/08\/afi-lohne-mussen-auch-in-der-privatwirtschaft-steigen-fa78f380-b81e-4dc3-97f6-0eaf56a4d84c.html\">Arbeitsf\u00f6rderungsinstitut AFI<\/a> \u00bbdeckten\u00ab die L\u00f6hne zwischen 2018 und 2023 in der Privatwirtschaft die Steigerung der Lebenshaltungskosten nur zu 60 Prozent ab. Das AFI errechnete, dass die L\u00f6hne in besagtem Zeitraum um 12 Prozent gestiegen sind, die Lebenshaltungskosten aber um \u00fcber 20 Prozent. Dies kommentierte AFI-Direktor Stefan Perini <a href=\"https:\/\/www.ff-bz.com\/politik-wirtschaft\/panorama\/2025-06\/karge-loehne-hohe-kosten.html\">in der Wochenzeitung <em>ff<\/em><\/a> folgenderma\u00dfen: \u00bbMit italienischen L\u00f6hnen und Schweizer Preisen l\u00e4sst es sich nicht gut leben.\u00ab Die Arbeitnehmenden sind die Verlierer im Verteilungskampf.<\/p>\n<p>Und \u00bbnur noch etwa zwanzig Prozent der S\u00fcdtiroler geben an, dass sie mit den Wohnkosten problemlos zurechtkommen\u00ab, beschreibt <a href=\"https:\/\/www.unsertirol24.com\/2025\/09\/13\/tourismus-frisst-heimat-suedtirol-im-ausverkauf\/\"><em>UnserTirol24<\/em><\/a> eine weitere Form des Verteilungskampfes.<\/p>\n<p>D\u00fcrftige L\u00f6hne, saftige Mieten, Gr\u00fcnde f\u00fcr 1.000 junge S\u00fcdtiroler:innen, j\u00e4hrlich abzuwandern. S\u00fcdtirol z\u00e4hlt zur Region mit der <a href=\"https:\/\/www.rainews.it\/tgr\/tagesschau\/articoli\/2025\/04\/sudtirol-nummer-1-bei-der-auswanderung-in-italien--21e90e9c-c1da-482b-9e65-7387b03a1a70.html\">h\u00f6chsten Auswanderungsrate<\/a> staatsweit. Dabei handelt es sich meist um <a href=\"https:\/\/www.rainews.it\/tgr\/tagesschau\/articoli\/2023\/05\/1000-junge-sudtiroler-wandern-jedes-jahr-ab-122eb302-bbc3-42f8-90dc-942c452e22cd.html\">Akademiker und Fachkr\u00e4fte.<\/a><\/p>\n<h6>Die SVP auf Abwegen<\/h6>\n<p>Da m\u00fcssten die Alarmglocken schrillen und die Sirenen heulen. Tun sie aber nicht. Stattdessen schwadroniert Steger vom \u00bbGlauben an das gro\u00dfe Ganze\u00ab. Deshalb tat sich die SVP nicht schwer, mit den Nachfahren des neofaschistischen <abbr title=\"Movimento Sociale Italiano\">MSI<\/abbr>, den <em>Fratelli d&#8217;Italia<\/em> (FdI), eine Landesregierung zu bilden. Weil angeblich die st\u00e4rkste Kraft der italienischen W\u00e4hlenden S\u00fcdtirols.<\/p>\n<p>Ein Seitenblick: Steger pl\u00e4dierte vor Jahren schon f\u00fcr eine Zusammenarbeit der SVP in Bozen mit der italienischen Rechten. Mit dieser wagte sich Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) an eine Autonomiereform, die der Trentiner Universit\u00e4tsprofessor Roberto Toniatti <a href=\"https:\/\/salto.bz\/it\/article\/01092025\/la-fine-dellautonomia-dinamica\">auf <em>Salto<\/em><\/a> als das \u00bbEnde der dynamischen Autonomie\u00ab abkanzelte. Toniatti prophezeit eine <a href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=94330\">\u00bbstatische Autonomie\u00ab.<\/a> Wenn das zutrifft, hat die SVP mit ihrer rechtsrechten Koalition v\u00f6llig ohne Not eine rote Linie \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Steger verteidigte auf <em>Stol<\/em> diese Zusammenarbeit und erinnerte an die Gr\u00fcndungsv\u00e4ter seiner Partei. Auch sie strebten den Ausgleich damals an, zwischen Anti-Nazis und Ex-Nazis, zugunsten S\u00fcdtirols. \u00c4hnlich kann man die Koalition mit den <em>Fratelli<\/em> sehen. Oder wie es der ehemalige gr\u00fcne Kammerabgeordnete Florian Kronbichler (<a href=\"http:\/\/floriankronbichler.eu\/2023\/12\/3273\/lieber-herr-kompatscher\/\">er sah es mal anders<\/a>) formulierte: Kompatscher gewann die italienische Rechte f\u00fcr die Autonomie. Echt?<\/p>\n<p>Im Februar 2025 gab Steger die Losung <a href=\"https:\/\/r34ct.stol.it\/artikel\/politik\/steger-weniger-ideologie-mehr-suedtirol\">\u00bbweniger Ideologie, mehr S\u00fcdtirol\u00ab<\/a> aus. Zusatz: Gemeinsam stark f\u00fcr S\u00fcdtirol. Um Simon zu zitieren, deshalb knickt die Landesregierung bei der Kurzzeitvermietung, <em>Airbnb,<\/em> ein und zieht das eigene Gesetz wegen der Anfechtung der italienischen Regierung zur\u00fcck, <a href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=94518\">\u00bbdas Land zieht den Schwanz ein\u00ab<\/a>. Mehr S\u00fcdtirol, weniger Ideologie?<\/p>\n<p>Ohne SVP-Widerspruch erkl\u00e4rte Alessandro Urz\u00ec (FdI), Kammerabgeordneter der <em>Fratelli<\/em> im Wahlkreis Vicenza und Pr\u00e4sident der Sechserkommission, die <a href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=94491\">\u00bbabsolute Souver\u00e4nit\u00e4t des nationalen Parlaments\u00ab<\/a> \u00fcber die S\u00fcdtiroler Autonomie. Das hei\u00dft, Rom kann jederzeit die Autonomie ab\u00e4ndern. Usw, usf.<\/p>\n<p>Mit dem \u00bbGlauben an das gro\u00dfe Ganze\u00ab will SVP-Obmann Steger seine Partei wieder auf die \u00dcberholschiene bringen, hin zum Aufw\u00e4rtstrend. Nach den F\u00e4llen Florian Zerzer, Virna Bussadori, Kochh\u00fctte von Landesrat Peter Brunner (SVP) und noch vielem mehr darf daran gezweifelt werden. M\u00f6glicherweise trifft Stegers Prophezeiung zu, dass 2028 eine Landesregierung ohne SVP gebildet wird. Weil die 80-j\u00e4hrige Dame ins politische Altersheim verschickt wird.<\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><small>I cuntribuc de chi che scrij ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i\/la aut\u00ebures ne sust\u00ebn nia for i fins de BBD. \u00b7 <\/small><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small> \u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die S\u00fcdtiroler Volkspartei (SVP) feierte ausgiebig ihren 80. 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