{"id":9526,"date":"2011-11-12T14:42:05","date_gmt":"2011-11-12T13:42:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=9526"},"modified":"2023-06-30T08:42:35","modified_gmt":"2023-06-30T06:42:35","slug":"9526","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=9526","title":{"rendered":"Integration: HC versus LA."},"content":{"rendered":"<p>Am gestrigen Martinitag verweilten in S\u00fcdtirol zwei Politiker, deren Aussagen und Einstellungen zum Thema Integration nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnten: Heinz-Christian Strache von den \u00f6sterreichischen Freiheitlichen und Lale Akq\u00fcm, Integrationsbeauftragte der deutschen Sozialdemokraten (<abbr title=\"Sozialdemokratische Partei Deutschlands\">SPD<\/abbr>).<br \/>\nDer Chef der \u00f6sterreichischen Freiheitlichen verfolgt mit seiner Partei im Wesentlichen das Prinzip, dass MigrantInnen, die bei uns arbeiten, G\u00e4ste sind, und nach getaner Arbeit wieder in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckkehren sollten.<br \/>\nEin doch einigerma\u00dfen menschenverachtender Ansatz. Nachdem die Zitrone ausgequetscht ist wird sie weggeworfen.<br \/>\nEin Ansatz der \u00fcber Jahrzehnte in Deutschland verfolgt wurde. Man verstand sich partout nicht als Einwanderungsland, obwohl man faktisch eines war, und verweigerte sich demnach auch den notwendigen Ma\u00dfnahmen, um Integration wirklich erfolgreich zu gestalten. MigrantInnen \u2014 oder Gastarbeiter, wie man sie damals nannte \u2014 wurden in den 60er, 70er und 80er Jahren weitgehend sich alleine \u00fcberlassen. Gl\u00fccklicherweise gibt es in Deutschland diesbez\u00fcglich seit Jahren ein Umdenken, man denke z.B. an die bunter werdende deutsche Fu\u00dfballnationalmannschaft.<\/p>\n<p>Einen v\u00f6llig anderen Ansatz verfolgt die Integrationsbeauftragte der SPD, Lale Akq\u00fcm. Das Wichtigste f\u00fcr eine gelungene Integration ist es laut ihr EinwanderInnen klar zu machen, dass sie die Sprache lernen m\u00fcssen und das Wertesystem kennen und akzeptieren m\u00fcssen.<br \/>\nDie Einheimischen m\u00fcssen EinwanderInnen zu verstehen geben, dass sie Menschen sind, die das Recht haben hier zu sein und nicht auf Dauer G\u00e4ste.<br \/>\nWenn diese Rollen klar sind m\u00fcsste Integration laut Akq\u00fcm gelingen.<\/p>\n<p>Integration ist laut Akq\u00fcm dann fehlgeschlagen, wenn in der vierten Generation immer noch von Menschen mit Migrationshintergrund gesprochen wird, ihnen praktisch immer noch das Gef\u00fchl gegeben wird, in der Gesellschaft nicht angekommen zu sein.<br \/>\nVom S\u00fcdtiroler Landtag wurde vor etlichen Wochen ein Integrationsgesetz verabschiedet, obwohl S\u00fcdtirol in wesentlichen Bereichen \u00fcber keinerlei Zust\u00e4ndigkeiten verf\u00fcgt. Die Rahmenbedingungen, wie Integration abl\u00e4uft und wann MigrantInnen die (italienische) Staatsb\u00fcrgerschaft erlangen wird n\u00e4mlich vom italienischen Zentralstaat festgelegt.<br \/>\nBesonders der Erwerb der Landes-Sprache(n), der f\u00fcr Lale Akq\u00fcm essentiell ist, gestaltet sich in S\u00fcdtirol aufgrund falsch justierter Rahmenbedingungen schwierig. F\u00fcr eine Aufenthaltsgenehmigung f\u00fcr S\u00fcdtirol sind neuerdings Sprachkenntnisse notwendig, nur Italienische, so die diskriminierende Bestimmung des Nationalstaates. Die Gleichstellung der Sprachen Deutsch und Italienisch wird damit wieder einmal ad absurdum gef\u00fchrt. Ein weiterer Baustein um Italienisch in S\u00fcdtirol langfristig als lingua franca zu etablieren.<br \/>\nDas Land S\u00fcdtirol wird in Zukunft zwar verst\u00e4rkt Sprachkurse f\u00fcr MigrantInnen anbieten, ob damit alleine die vom Staat zementierte Schieflage ausgeglichen werden kann ist fragw\u00fcrdig, da das Land im Gegensatz zum Staat keine Sprache von vornherein diskriminiert, w\u00e4hrend in Anbetracht der vom Staat diktierten nationalstaatlichen Schieflage eine positive Diskriminierung zugunsten der deutschen und vor allem ladinischen Sprache durchaus berechtigt w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ob den neuen S\u00fcdtirolerInnen in unserem Land ausreichend das Gef\u00fchl gegeben wird, dass sie bei uns willkommen sind, ist ebenfalls fraglich, ein weiterer Schl\u00fcssel laut Lale Akq\u00fcm. Der f\u00fcr ArbeitnehmerInnen immer noch sehr gute Arbeitsmarkt und das reiche S\u00fcdtiroler Vereinswesen b\u00f6ten prinzipiell gute Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Integration. Soziale H\u00e4rten aufgrund von Arbeitslosigkeit sind bei uns gl\u00fccklicherweise nicht die Regel, allerdings m\u00fcssten Arbeitgeber verst\u00e4rkt in die Pflicht genommen werden. In Schweden m\u00fcssen Arbeitgeber beispielsweise MigrantInnen bis zu 300 Stunden j\u00e4hrlich an Schwedischkursen finanzieren.<br \/>\nUnsere Vereine sollten ebenfalls verst\u00e4rkt dazu verpflichtet werden auf MigrantInnen zuzugehen.<\/p>\n<p>In Zukunft braucht es jedenfalls \u00f6fters Beispiele wie den pakistanischen B\u00e4cker aus Stegen, der f\u00fcr das beste S\u00fcdtiroler Sch\u00fcttelbrot ausgezeichnet wurde.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am gestrigen Martinitag verweilten in S\u00fcdtirol zwei Politiker, deren Aussagen und Einstellungen zum Thema Integration nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnten: Heinz-Christian Strache von den \u00f6sterreichischen Freiheitlichen und Lale Akq\u00fcm, Integrationsbeauftragte der deutschen Sozialdemokraten (SPD). Der Chef der \u00f6sterreichischen Freiheitlichen verfolgt mit seiner Partei im Wesentlichen das Prinzip, dass MigrantInnen, die bei uns arbeiten, G\u00e4ste sind, und [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9526","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","entity-freiheitliche","entity-spd","location-deutschland","location-osterreich","location-sudtirolo","language-deutsch","person-heinz-christian-strache","topic-kohasion","topic-migraziun","topic-racism"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9526"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9526\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":79127,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9526\/revisions\/79127"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}