{"id":95446,"date":"2025-10-17T18:23:15","date_gmt":"2025-10-17T16:23:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=95446"},"modified":"2025-10-19T21:26:09","modified_gmt":"2025-10-19T19:26:09","slug":"bauern-und-abendland-gerettet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=95446","title":{"rendered":"Bauern und Abendland gerettet."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 15px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><strong>W\u00f6lfe d\u00fcrfen abgeschossen werden und nur eine Wurscht aus Fleisch ist eine Wurscht<\/strong><\/p>\n<p>Fast alle Probleme gel\u00f6st. W\u00f6lfe d\u00fcrfen endlich \u00bbentnommen\u00ab, also er\/geschossen werden. Wahrscheinlich auch B\u00e4ren, wenn sie frech werden. Denn f\u00fcr sie ist kein Platz auf den Almen. Und schon ist die Berglandwirtschaft aus dem Gr\u00f6bsten. Das war zumindest <a href=\"https:\/\/www.sbb.it\/de\/sbb-news\/detail\/mahnfeuer-gegen-den-wolf-in-53-gemeinden#:~:text=In%20S%C3%BCdtirol%20beteiligen%20sich%2053%20Ortsgruppen%20des%20S%C3%BCdtiroler,und%20sind%20ein%20deutlicher%20Appell%20an%20die%20Politik.\">die Botschaft der monatelangen landesweiten Kampagne.<\/a><\/p>\n<p>Das Sahneh\u00e4ubchen, selbstredend aus richtiger Milch, lieferte das Europaparlament. W\u00e4hrend die USA in Kombi mit dem \u00bbSchurkenstaat\u00ab <a href=\"https:\/\/www.puls24.at\/news\/politik\/menschenrechtsverletzungen-in-katar-eine-uebersicht\/279758\">Katar<\/a> \u2014 dort gab es nicht nur die umstrittene Fu\u00dfball-WM, sondern dort gibt es auch <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/izpb\/katar\/514610\/arbeitsmigration-und-menschenrechte\/\">Sklavenarbeit<\/a> \u2014 einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas aushandelten, entschied das Europaparlament, aus was Wurst, Schnitzel und Milch \u2014 Simon <a href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=95137\">frotzelte<\/a> zurecht \u2014 zu bestehen haben.<\/p>\n<p>Die verschiedenen Fraktionen rechts der Mitte entschieden, Bezeichnungen wie \u00bbTofu-Wurst\u00ab und \u00bbVeggie-Burger\u00ab zu verbieten. Auch sozialdemokratische und liberale Abgeordnete unterst\u00fctzten das Verbot. Ein Schnitzel darf k\u00fcnftig nicht mehr \u00bbveggie\u00ab sein. Und damit ist auch das fleischkonsumierende Abendland gerettet.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndet wurde dieser ideologisch aufgeladene fleischige Kulturkampf mit der abenteuerlichen These, Landwirte zu sch\u00fctzen. Denn pflanzliche Lebensmittelhersteller versuchten den guten Ruf tierischer Lebensmittel f\u00fcr die Vermarktung von Konkurrenzprodukten zu nutzen. Einfach nur Pfui.<\/p>\n<h6>Den Begriff \u00bbFleisch\u00ab sch\u00fctzen?<\/h6>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.v-d-f.de\/news\">Verband der deutschen Fleischwirtschaft<\/a> forderte gar, die Bezeichnung Fleisch zu sch\u00fctzen. So als ob Verbraucher:innen nicht w\u00fcssten, dass \u00bbVeganes Seitan-Schnitzel\u00ab kein Fleisch-Schnitzel ist. Dann zieht n\u00e4chstens die Wasserwirtschaft nach und verlangt den \u00bbMarken\u00ab-Schutz f\u00fcr Wasser, die Holzindustrie f\u00fcr Holz, usw.&nbsp;<\/p>\n<p>Die rechte Mitte und die radikale Rechte agieren wie Vormundschaften der Verbraucher:innen. Konservative und Rechtsradikale schreiben verbindlich fest, wie der Begriff Fleisch zu verwenden ist. Der <abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr>-Europaparlamentarier Herbert Dorfmann trat diesem <a href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=95380\">Schwachsinn<\/a> beherzt entgegen. Politik sollte daf\u00fcr sorgen, zitiert die <em>Tageszeitung<\/em> Dorfmann, dass Konsumentinnen und Konsumenten ordentlich informiert werden.<\/p>\n<p>Noch vor drei Jahren wetterte Dorfmann gegen die Hafermilch, die er <a href=\"https:\/\/salto.bz\/de\/article\/30112022\/dorfmann-wolf-twitter-hafermilch-tirol\">als \u00bbabartig\u00ab<\/a> abqualifizierte. Abartig deshalb, seine These, \u00bbwenn die Tirolwerbung Werbung f\u00fcr ein Produkt macht, das mit Tirol nichts zu tun hat\u00ab, also zu Lasten eines Tiroler Produktes geht.<\/p>\n<p>Laut einer EU-Verordnung d\u00fcrfen Begriffe wie \u00bbMilch\u00ab, \u00bbSahne\u00ab, \u00bbButter\u00ab oder \u00bbK\u00e4se\u00ab nur f\u00fcr Produkte verwendet werden, die aus tierischer Milch stammen. Eine Verordnung nicht gegen die Hafermilch, sondern um Betr\u00fcger auszubremsen, die Kalk und Mehl mit Wasser gemischt als Kuhmilch verkaufen wollten. Hafermilch ist Getreidemilch aus Saathafer.<\/p>\n<p>\u00dcber diese Milch entbrannte auch ein handfester Streit. <a href=\"https:\/\/www.abendblatt.de\/ratgeber-wissen\/article406612631\/ist-hafermilch-gesund-oder-ungesund-ernaehrung-expertin-klaert-auf.html\">Hafermilch ist ungesund<\/a>, warnten <em>Social-Media<\/em>-\u00bbMediziner:innen\u00ab, <a href=\"https:\/\/www.oekotest.de\/essen-trinken\/Ist-Hafermilch-gesund_600958_1.html\">\u00d6ko-Test<\/a> befindet, Hafermilch sei ein guter Milchersatz f\u00fcr manche Allergiker. Wie auch immer, auch Hafermilch darf laut zitierter EU-Verordnung nicht als Milch bezeichnet werden.<\/p>\n<h6>Langer Kampf um Lebensmittel-Kennzeichnung<\/h6>\n<p>Stichwort \u00bbordentlich informieren\u00ab, wie von Dorfmann angeregt. Letztendlich geht es doch darum, was auf dem Etikett draufsteht. Es geht um die <a href=\"https:\/\/www.verbraucherzentrale.de\/wissen\/lebensmittel\/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe\/lebensmittelkennzeichnung-was-muss-drauf-stehen-5430\">Lebensmittelkennzeichnung.<\/a> Verbrauchersch\u00fctzer f\u00fchrten einen langen Kampf um die Lebensmittelkennzeichnung, die seit <a href=\"https:\/\/www.verbrauchergesundheit.gv.at\/Lebensmittel\/rechtsvorschriften\/oesterreich\/lebensmittelkennzeichnung.html\">2014 in der EU<\/a> gilt. Seit 2020 m\u00fcssen vorverpackte Lebensmittel eine <a href=\"https:\/\/www.konsumentenfragen.at\/konsumentenfragen\/GesundheitUmweltundTierschutz\/Lebensmittel\/Lebensmittelkennzeichnung.html\">Herkunftskennzeichnung<\/a> aufweisen.<\/p>\n<p>Nicht von ungef\u00e4hr h\u00e4tte der <a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3377043\/\">EU-Rechnungshof<\/a> vor einem Jahr die Lebensmittelkennzeichnung als oft irref\u00fchrend kritisiert. So fehlen f\u00fcr die Aufschriften \u00bbvegan\u00ab und \u00bbvegetarisch\u00ab EU-weit verbindliche Definitionen, stellte der Rechnungshof fest. Lebensmitteletiketten schaffen nicht Klarheit, sondern Verwirrung, fanden die Pr\u00fcfer des Rechnungshofes. \u00bbEs gibt hunderte verschiedene Kennzeichnungssysteme, Logos und Werbeversprechen, die die K\u00e4ufer entschl\u00fcsseln m\u00fcssen\u00ab, zitiert die <em><a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/politik\/aussenpolitik\/19111909\/lebensmittel-kennzeichnung-bleibt-oft-irrefuehrend\">Kleine Zeitung<\/a><\/em> einen Mitarbeiter des Rechnungshofs.<\/p>\n<p>Und auch bei den Vorschriften wurden M\u00e4ngel ausgemacht: Produkte mit hohem Fett-, Zucker- oder Salzgehalt d\u00fcrfen als \u00bbgesund\u00ab oder \u00bbnahrhaft\u00ab bezeichnet werden, beispielsweise zuckerhaltige Energieriegel als \u00bbHigh-Protein-Produkte\u00ab. Angaben zum N\u00e4hrwert auf der Vorderseite von Verpackungen wie \u00bbNutri-Score\u00ab oder \u00bbNutrInform\u00ab w\u00fcrden nicht in allen EU-L\u00e4ndern genutzt, da sich keines der Systeme wirklich durchgesetzt habe, hei\u00dft es <a href=\"https:\/\/konsument.at\/lebensmittelkennzeichnung-kritik-eu-rechnungshof\">in dem Bericht.<\/a><\/p>\n<p>In Deutschland war es 2019 die <abbr title=\"Christlich Demokratische Union\">CDU<\/abbr>-Landwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner, die die pr\u00e4zise Lebensmittelkennzeichnung \u2014 die Angabe der N\u00e4hrwerte der Produkte \u2014 einbremste. Die <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kritik-an-Lebensmittelkennzeichnung\/!5603284\/\">Verbraucherorganisation <em>Foodwatch<\/em><\/a> warf ihr deshalb vor, mit der Lebensmittellobby zu kuscheln.<\/p>\n<p>Es ist deshalb mehr als absurd, dass das Europaparlament pflanzliche Fleischbezeichnungen verbietet. Statt konkreten Verbraucher:innenschutz zu garantieren, schwenkten die europ\u00e4ischen Volksvertreter:innen auf eine ideologisch verseuchte Verbotspolitik ein.<\/p>\n<h6>Unantastbare Konzerne<\/h6>\n<p>K\u00fcrzlich richtete das ZDF seine Objektive <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/video\/reportagen\/greenwashed-102\/greenwashed-nutella-das-gruene-maerchen-von-ferrero-100\">auf die <em>Nutella<\/em>-Produktion von <em>Ferrero.<\/em><\/a> Ergebnis der Recherche, <em>Ferrero<\/em> betreibt ungeniert <em>Greenwashing.<\/em> Die Rohstoffe f\u00fcr <em>Nutella,<\/em> Haseln\u00fcsse, Kakao und Palm\u00f6l werden r\u00fccksichtslos produziert, abseits von Umweltauflagen und Arbeitsschutz.<\/p>\n<p>Das liberal-konservative Magazin <em><a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/ernaehrung\/greenwashing-bei-ferrero-zdf-deckt-auf-wie-nutella-wirklich-produziert-wird_bc86bddc-ed9c-42e8-99c1-09687c9cb0be.html\">Focus<\/a><\/em> kommentierte die ZDF-Rechercheergebnisse zutreffend: \u00bbWenn es darum geht, die m\u00e4chtige Fleischindustrie gegen\u00fcber Start-ups aus der Veggie-Szene zu unterst\u00fctzen, steht Br\u00fcssel ganz vorn an der Theke. Anders sieht es aus, wenn es um wohlfeile Versprechen geht, die Industriekonzerne auf ihre Ware drucken. So wie Ferrero bei Nutella Plant-Based.\u00ab<\/p>\n<p><em>Focus<\/em> wirft <em>Ferrero<\/em> vor, ihre unter horrenden Bedingungen hergestellte <em>Nutella<\/em> mit schick klingenden verbraucherfreundlichen Formulierungen auf den Markt zu bringen. <em>Focus<\/em> fragt sich, ob das nicht die sehr viel gr\u00f6\u00dfere Verbrauchert\u00e4uschung ist, als ein Tofu-Grillst\u00e4ngel als Veggie-W\u00fcrstchen zu verkaufen? Doch in Br\u00fcssel wetzt man die Messer lieber weiter am Sojaschnitzel, als sich an den wirklich gro\u00dfen Brocken die Z\u00e4hne auszubei\u00dfen.<\/p>\n<h6>Agrarindustrie bestimmt EU-Agrarpolitik<\/h6>\n<p>Die Agrarpolitik in Br\u00fcssel wird nicht f\u00fcr kleine und mittelst\u00e4ndische b\u00e4uerliche Betriebe gestaltet, sondern f\u00fcr die Agrarindustrie. Daf\u00fcr sorgen tausende Lobbyisten und die Landwirtschaftsvertreter aus den Mitgliedsl\u00e4ndern. Deshalb sind die Nutznie\u00dfer des Agrarbudgets, satte <a href=\"https:\/\/www.agrarheute.com\/politik\/eu-haushaltsrevolution-schneidet-massiv-hilfen-fuer-landwirte-635588\">300 Milliarden Euro<\/a> f\u00fcr den Zeitraum 2028-2034, die landwirtschaftlichen Bigs.<\/p>\n<p>Laut der Plattform <em><a href=\"https:\/\/fragdenstaat.at\/\">FragdenStaat<\/a><\/em> \u2014 ein Projekt zur F\u00f6rderung der Informationsfreiheit \u2014 scheiden kleinere Betriebe aus der EU-Agrarf\u00f6rderung aus, <a href=\"https:\/\/fragdenstaat.de\/artikel\/exklusiv\/2022\/12\/agrarsubventionen-die-grossen-profitieren-die-kleinen-sterben\/\">die Gro\u00dfen profitieren, die Kleinen sterben.<\/a> Denn der Grundsatz der F\u00f6rderung lautet mehr Fl\u00e4che, mehr Geld. Ein Gro\u00dfteil der Subventionen, dokumentiert die Seite <em><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/infografik\/31520\/laender-mit-hoechsten-eu-agrarsubventionen\/\">Statista<\/a>,<\/em> \u00bblandet bei Gro\u00dfbetrieben, die selbige nicht zwingend n\u00f6tig h\u00e4tten\u00ab.<\/p>\n<p>Das sind die Probleme, nicht die W\u00f6lfe und die B\u00e4ren und auch nicht die \u00bbTofu-Wurst\u00ab und der \u00bbVeggie-Burger\u00ab.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong><\/p>\n<ul style=\"margin-top: 0.5em;\">\n<li><a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3407545\/\">EU-Parlament: Es geht um die \u201eVeggie\u201c-Wurst &#8211; news.ORF.at<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.wbs.legal\/lebensmittelrecht\/droht-das-aus-fuer-veggie-wurst-eu-parlament-will-pflanzliche-fleisch-bezeichnungen-verbieten-84160\/\">EU-Parlament will pflanzliche Fleisch-Bezeichnungen verbieten<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><small>I cuntribuc de chi che scrij ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i\/la aut\u00ebures ne sust\u00ebn nia for i fins de BBD. \u00b7 <\/small><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small> \u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00f6lfe d\u00fcrfen abgeschossen werden und nur eine Wurscht aus Fleisch ist eine Wurscht Fast alle Probleme gel\u00f6st. 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