{"id":97226,"date":"2026-01-06T19:50:21","date_gmt":"2026-01-06T18:50:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=97226"},"modified":"2026-01-07T22:01:39","modified_gmt":"2026-01-07T21:01:39","slug":"scuola-sudtirolese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=97226","title":{"rendered":"Scuola sudtirolese."},"content":{"rendered":"<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 15px; border: none; margin-top: 0em; background-color: darkred;\"\/><\/div><p><strong>Das Bildungssystem in Alto Adige neu denken<\/strong><\/p>\n<p>Es scheint die Zeit gekommen zu sein, sich vom bisherigen Modell zu verabschieden. Vom Modell der deutschen und italienischen muttersprachlichen Schule, festgeschrieben in Artikel 19 des Autonomiestatuts. Laut dem neuen <a title=\"Sprachbarometer 2025.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/sprachbarometer_2025.pdf\">ASTAT-Sprachbarometer<\/a> w\u00fcnscht sich eine Mehrheit der deutschsprachigen B\u00fcrger:innen eine zweisprachige Schule. Ein Trend, der schon seit Jahren anh\u00e4lt. <a href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=30232\">Schon 2014<\/a> pl\u00e4dierten Eltern&nbsp;mehrheitlich f\u00fcr das Ende der muttersprachlichen Schule.<\/p>\n<p>Mit dem Greifen der Autonomiebestimmungen, besonders von Proporz und Zweisprachigkeit (im Gesundheitswesen seit einigen Jahren schon ausgesetzt), wurde sp\u00fcrbar, was anders werden wird. In der \u00f6ffentlichen Verwaltung, besonders beim Staat. Lange eine Dom\u00e4ne von fast ausschlie\u00dflich italienischsprachigen Bediensteten.<\/p>\n<p>Die Konsequenzen der Autonomie wurden sichtbar, f\u00fcr viele italienischsprachige B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger auch \u00bbnegativ\u00ab erfahrbar. Beispielsweise die Zweisprachigkeit als Pflicht. Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre forderten italienische Eltern den Umbau der italienischen in eine zweisprachige Schule. Die italienischen Parteien, rechts wie links, und Alexander Langer mit einem interethnischen Ansatz warben f\u00fcr eine zweisprachige Schule. Modell Aosta.<\/p>\n<p>Der <abbr title=\"Fratelli d\u2019Italia\">FdI<\/abbr>-Kammerabgeordnete Alessandro Urz\u00ec pl\u00e4dierte 2024 <a href=\"https:\/\/www.rainews.it\/tgr\/tagesschau\/articoli\/2024\/10\/urzi-italienische-schule-muss-zweisprachig-werden--8d952d0e-6c65-4d27-b9aa-371c5382ccc6.html\">f\u00fcr die Umr\u00fcstung der italienischen Schule in ein zweisprachiges Bildungssystem.<\/a> Urz\u00ec ist Pr\u00e4sident der Sechserkommission, also eine gewichtige Wortmeldung. Und sein Nachfolger, Marco Galateo (FdI), <abbr title=\"Landeshauptmann\/-frau\">LH<\/abbr>-Vize und Zust\u00e4ndige f\u00fcr die italienische Schule, k\u00fcndigte eine <a href=\"https:\/\/www.unsertirol24.com\/2024\/10\/26\/galateos-mission-die-schaffung-der-zweisprachigen-schule\/\">entsprechende Machbarkeitsstudie<\/a>&nbsp;an.<\/p>\n<p>Die <em>Gr\u00fcnen,<\/em> ganz ihrer Tradition verpflichtet, warteten mit einem Vorschlag nach <a href=\"https:\/\/www.tageszeitung.it\/2025\/03\/16\/eine-grosse-chance-7\/\">mehrsprachigen Klassenz\u00fcgen<\/a> aus. Ohne aber \u2014 eine Art Entwarnung \u2014 am Prinzip der muttersprachlichen Schule r\u00fctteln zu wollen.<\/p>\n<p>Die muttersprachliche Schule ist, wie bereits erw\u00e4hnt, im Artikel 19 des Autonomiestatuts festgeschrieben. Die <abbr title=\"S\u00fcdtiroler Volkspartei\">SVP<\/abbr> zitierte in den vielen Auseinandersetzungen um die Schule immer wieder diesen Artikel, um unliebsame, gef\u00e4hrliche oder notwendig-sinnvolle Sprachexperimente abzublocken. Lange Zeit auch mit einer breiten Zustimmung der deutschsprachigen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Das scheint nun vorbei zu sein. Inzwischen kann sich eine Mehrheit der Deutschsprachigen auch eine zwei- statt einer muttersprachlichen Schule vorstellen. Vorerst auf freiwilliger Basis. Aber warum nicht gleich den gro\u00dfen Sprung wagen? Die Schaffung einer einheitlichen zweisprachigen Schule bei gleichzeitiger Abschaffung des bisherigen Systems? Ein:e Schulamtsleiter:in, ein Schulamt, eine Bildungsdirektion, ein P\u00e4dagogisches Institut.<\/p>\n<p>Die deutsche Schule w\u00fcrde nicht mehr unter einer <a href=\"https:\/\/www.unsertirol24.com\/2025\/12\/13\/bianchi-soll-sich-aus-den-belangen-der-deutschen-schule-heraushalten\/\">Abschottung leiden<\/a>, wie sie Landesrat Christian Bianchi von <em>Forza Italia<\/em> fast schon bemitleidend feststellte. Mit der Integration der deutschen Schule in ein einheitliches zweisprachiges Bildungssystem k\u00f6nnte die einstige muttersprachliche S\u00fcdtiroler Schule profitieren, folgt man dem <a id=\"OWA875cfd2e-2079-88c0-c6f5-bc0568d71aa9\" class=\"OWAAutoLink\" href=\"https:\/\/www.suedtirolnews.it\/unterhaltung\/kultur\/italienische-schule-ab-2026-mehr-mehrsprachigkeit-im-fokus\">zust\u00e4ndigen italienischen Landesrat f\u00fcr Schule, Marco Galateo.<\/a> Denn die italienische Schule vermittelt nicht nur Sprachen, sondern sie erzieht dazu, in mehreren Sprachen zu denken. Mit anderen Worten, die italienische Schule in S\u00fcdtirol tickt und ist modern.<\/p>\n<p>Vergesst den Artikel 19, es ist Zeit, ihn zu archivieren. Er verhindert offensichtlich das Erlernen von mehreren Sprachen. Aber nicht nur, er bremst auch das Denken in mehreren Sprachen. Deshalb braucht S\u00fcdtirol ein einheitliches, zweisprachiges Bildungssystem von der Kita \u00fcber Kinderg\u00e4rten, Grund- und Mittelschule, Berufsschule, Oberschule, die direkt in die perfekt mehrsprachige Universit\u00e4t f\u00fchrt. S\u00fcdtirol ist dann endlich in der Moderne angekommen. Wie die <a href=\"https:\/\/it.wikipedia.org\/wiki\/Lingue_della_Valle_d%27Aosta\">autonome Region Aosta.<\/a><\/p>\n<p>Aufgrund der mehrsprachigen Schule verstehen zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung Franz\u00f6sisch, fast zwei Drittel Frankoprovenzalisch. Im Alltag <a href=\"https:\/\/cosavisitaredoveviaggiare.it\/in-che-lingua-si-parla-in-valle-daosta\/\">dominiert aber die italienische Staatssprache.<\/a><\/p>\n<p>1921 wurden laut Volksz\u00e4hlung fast 90 Prozent der Aostaner:innen als franz\u00f6sischsprachig eingestuft. Zwischen 1980 und 1983 erhoben Lehrer:innen, dass im h\u00e4uslichen Umfeld fast die H\u00e4lfte der Befragten Italienisch verwendeten. Im Unterricht hingegen verwendeten alle Interviewten \u00fcblicherweise Italienisch, da der Unterricht haupts\u00e4chlich auf Italienisch stattfindet, entgegen den zweisprachigen Bestimmungen des Sonderstatuts der Region. Italienisch dominiert, im institutionellen und kulturellen Kontext wird Franz\u00f6sisch verwendet, das Frankoprovenzalische ausschlie\u00dflich in der innerfamili\u00e4ren und lokalen Kommunikation, insbesondere in l\u00e4ndlichen Gebieten.<\/p>\n<p>Man kann davon ausgehen, dass die Aostaner:innen mehrere Sprachen sprechen k\u00f6nnen und auch in mehreren Sprachen denken. Wenn das nicht ein gro\u00dfer Wurf ist.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Helvetica, Arial, sans-serif; text-transform: uppercase;\">C\u00ebla enghe:<\/span><\/strong> <a title=\"Erw\u00fcnschte Aostisierung.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=77387\"><code>01<\/code><\/a> <a title=\"Schule: FdI will Kultur von Sprache trennen.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=81874\"><code>02<\/code><\/a> <a title=\"Warum nicht das ladinische Schulmodell?\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=97196\"><code>03<\/code><\/a> <a title=\"Il bilinguismo perfetto \u00e8 disfunzionale.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=69503\"><code>04<\/code><\/a> <a title=\"Mehrsprachigkeit von Minderheiten und Sprachverlust.\" href=\"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=87781\"><code>05<\/code><\/a><\/p>\n<!-- Snippets by WebberZone Snippetz --><div class=\"ata_snippets\"><hr style=\"height: 10px;border: none;margin-top: 0px;background-color: darkred\" \/>\r\n\r\n<div style=\"background-color: none;padding: 0px;font-size: 14px;font-family: Helvetica,Arial;margin: 10px 0px 0px 0px\"><span style=\"color: darkred\"><small>I cuntribuc de chi che scrij ne spidlea nia for la minonga o la posizion de BBD, nsci coche i\/la aut\u00ebures ne sust\u00ebn nia for i fins de BBD. \u00b7 <\/small><strong><small>Autor:innen- und Gastbeitr\u00e4ge widerspiegeln nicht notwendigerweise die Meinung oder die Position von BBD, so wie die jeweiligen Verfasser:innen nicht notwendigerweise die Ziele von BBD unterst\u00fctzen.<\/small><\/strong><small> \u00b7 I contributi esterni non necessariamente riflettono le opinioni o la posizione di BBD, come a loro volta le autrici\/gli autori non necessariamente condividono gli obiettivi di BBD. \u2014 <a href=\"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?page_id=11356#copyleft\"><strong>\u00a9<\/strong><\/a><\/small><\/span><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bildungssystem in Alto Adige neu denken Es scheint die Zeit gekommen zu sein, sich vom bisherigen Modell zu verabschieden. 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