{"id":988,"date":"2007-11-15T14:48:47","date_gmt":"2007-11-15T13:48:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=988"},"modified":"2020-04-30T09:15:13","modified_gmt":"2020-04-30T07:15:13","slug":"los-von-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=988","title":{"rendered":"Los von Italien."},"content":{"rendered":"<p><em>Langsam&#8230; Langsam&#8230; Si potrebbe anche intitolare questo editoriale di Norbert Dall&#8217;\u00d2 apparso oggi sull&#8217;<\/em>ff.<em> Lo pubblichiamo per gentile concessione dell&#8217;autore:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><strong>Los von diesem h\u00e4sslichen Italien<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verr\u00fcckte Steuern, idiotische Gesetze und eine von der Realit\u00e4t abgehobene Politikerkaste. Wenn das so weitergeht, darf man sich nicht wundern, wenn &#8230;<\/strong>(<strong>von Norbert Dall&#8217;\u00d2)<br \/>\n<\/strong><br \/>\nJede Woche ein Eildekret. Was geschieht in einem normalen Staat, wenn ein Mord passiert? Richtig. Die Polizei sucht den Schuldigen, dieser wird dingfest gemacht, verurteilt, eingesperrt. Nicht so in Italien. Hier erl\u00e4sst der Innenminister am Tag nach dem Mord ein Eildekret, das die Ausweisung von straff\u00e4llgen Ausl\u00e4ndern vorsieht. \u201cEmergenza stranieri\u201d nennt sich das. Und weil man schon dabei ist, auf der Welle des Volkes Zorn draufloszugaloppieren, werden noch gleich einige Zigeunerlager plattgemacht. Diesmal sind es die Rum\u00e4nen, auf die eingepr\u00fcgelt wird. Gestern waren es die Albaner. Und morgen?<\/p>\n<p>Sonntagmittag auf irgendeiner Rastst\u00e4tte in Mittelitalien: Zwei Fangruppen treffen aufeinander und pr\u00fcgeln sich. Ein Streifenwagen der Polizei kommt zuf\u00e4llig vorbei. Ein Beamter steigt aus, zieht die Pistole und schie\u00dft. Er trifft einen jungen Mann, der achtzig Meter entfernt in seinem Auto sitzt. Der Mann \u00fcberlebt nicht. Was macht der Innenminister? Richtig. Er ruft die \u201cemergenza calcio\u201d aus, erl\u00e4sst ein Eildekret, das es Fans verbietet, ihre Mannschaft bei Ausw\u00e4rtsspielen zu begleiten. Au\u00dferdem werden s\u00e4mtliche Spiele am kommenden Sonntag abgesagt.<\/p>\n<p>Die \u201cemergenza calcio\u201d gibt es nicht erst seit Sonntag. Der gute Innenminister sollte eigentlich wissen, dass die Fu\u00dfballstadien seit Jahren schon fest in der Hand von Verbrecherbanden sind, die sich dort verabreden, um Rambazamba zu machen. Das gab es fr\u00fcher auch in anderen L\u00e4ndern. Aber dort wusste der Staat zu reagieren \u2013 und jetzt ist Fu\u00dfball in England und Deutschland wieder das, was er sein sollte: ein Erlebnis. Hierzulande debattiert man in f\u00fcrchterlichen TV-Sendungen seit Jahren \u00fcber die \u201cemergenza calcio\u201d. Ohne dass eine einzige Entscheidung getroffen worden w\u00e4re. Ohne dass sich in den bunker\u00e4hnlichen Stadien eine einzige Schraube jener st\u00e4hlernden K\u00e4fige gelockert h\u00e4tte, in denen die \u201cFans\u201d zu wildgewordenen Affen werden.<\/p>\n<p>Es ist wie mit dem Verbot, nach 2 Uhr Alkohol auszuschenken. Die Verzweiflungstat einer Politikerkaste, die der \u00d6ffentlichkeit beweisen will, \u201chart durchgreifen\u201d zu wollen. Die Probleme werden dadurch nur schlimmer. Je idiotischer die Gesetze, desto heftiger die Reaktion darauf. Noch nie wurde in der Jugendszene so viel gesoffen wie derzeit.<\/p>\n<p>Italien und seine Notst\u00e4nde: M\u00fcll, Wasser, Schule, Universit\u00e4t, Kriminali\u00e4t, Mafia, Ausl\u00e4nder &#8230; und jetzt also Fu\u00dfball. Gibt es in diesem Staat etwas, was noch funktioniert? Das Land versinkt im Chaos. Die Regierung ist zu sehr mit dem eigenen \u00dcberleben besch\u00e4ftigt, um eine Politik machen zu k\u00f6nnen, die diesen Namen verdient. Also wird geschr\u00f6pft. Und mit dem Kn\u00fcppel gewedelt. Man spielt Ordnungsstaat, ohne einer zu sein.<\/p>\n<p>Der Schuss, der auf jener Raststt\u00e4te einen Mann get\u00f6tet hat, k\u00f6nnte sich jederzeit auch bei uns l\u00f6sen. Ich habe nie verstanden, warum es in S\u00fcdtirol derma\u00dfen viel Polizei gibt, die uns \u00fcberall, auf den Stra\u00dfen, aber auch in den Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen, auflauert. Und absolut kein Verst\u00e4ndnis habe ich , wenn sie nicht nur die Kelle, sondern auch die MP z\u00fccken. Was soll diese Demonstration von Macht?<\/p>\n<p><strong>Sezessionsgefl\u00fcster<\/strong>. Es liegt nicht an der guten Eva Klotz, wenn an den Stammtischen Spr\u00fcche fallen wie: \u201cWas sollen wir noch bei diesem Staat?\u201d Es liegt an diesem Staat selbst, der sich anscheinend m\u00e4chtig M\u00fche gibt, immer unsympathischer zu werden.<br \/>\nF\u00fcnfzig Jahre nach dem \u201cLos von Trient\u201d \u00fcber ein \u201cLos von Rom\u201d nachzudenken, ist nichts Anr\u00fcchiges. Es lenkt aber vom einzig realistischen und gangbaren Weg ab, den S\u00fcdtirol gehen kann und gehen muss: der Vollautonomie.<br \/>\nWie nicht sein kann, dass ein Regierungskommiss\u00e4r ein Gastlokal schlie\u00dft oder ein Minister entscheidet, wie der Skibetrieb am Kronplatz abzuwickeln ist, darf nicht sein, dass irgendwelche Beh\u00f6rden in Rom einen Spa\u00df daran haben, uns mit Polizei- Finanz- und Carabinierieinheiten einzudecken. Ich bin mir sicher: Wir k\u00f6nnen uns nicht nur verwalten. Wir k\u00f6nnen auch auf uns aufpassen.<\/p><\/blockquote>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam&#8230; Langsam&#8230; Si potrebbe anche intitolare questo editoriale di Norbert Dall&#8217;\u00d2 apparso oggi sull&#8217;ff. Lo pubblichiamo per gentile concessione dell&#8217;autore: Los von diesem h\u00e4sslichen Italien Verr\u00fcckte Steuern, idiotische Gesetze und eine von der Realit\u00e4t abgehobene Politikerkaste. 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