{"id":99339,"date":"2026-05-22T19:15:48","date_gmt":"2026-05-22T17:15:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=99339"},"modified":"2026-05-22T19:22:22","modified_gmt":"2026-05-22T17:22:22","slug":"achtungserfolg-fur-andalusistische-linke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brennerbasisdemokratie.eu\/?p=99339","title":{"rendered":"Achtungserfolg f\u00fcr andalusistische Linke."},"content":{"rendered":"<p>Bei den Wahlen zum Andalusischen Parlament vom vergangenen Sonntag konnte die rechte Volkspartei (<abbr title=\"Partido Popular\">PP<\/abbr>-A) zwar ihre Position als st\u00e4rkste Partei verteidigen, sie verlor jedoch die absolute Mehrheit. Im Jahr 2018 hatte die PP eine 35 Jahre w\u00e4hrende Dominanz der sozialistischen <abbr title=\"Partido Socialista Obrero Espa\u00f1ol\">PSOE<\/abbr> gebrochen und 2022 erstmals eine Mehrheit errungen, die es ihr gestattete, allein zu regieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die PSOE bei der aktuellen Wahl weitere zwei Abgeordnete einb\u00fc\u00dfte und die rechtsradikale <em>Vox<\/em> einen Sitz dazugewann, sorgte vor allem die andalusisch-souver\u00e4nistische Linke von <em>Adelante Andaluc\u00eda<\/em> f\u00fcr Furore: Sie konnte ihre Mandate von zwei auf acht vervierfachen und \u00fcberholte damit die alternative Linkskoalition <em>Por Andaluc\u00eda,<\/em>&nbsp;die ihre bisherigen f\u00fcnf Sitze verteidigte.<\/p>\n<p>Auch in der kommenden Legislaturperiode wird <em>Adelante Andaluc\u00eda<\/em> im 109 Sitze umfassenden Parlament wohl keine Schl\u00fcsselrolle einnehmen. Die politischen Spielr\u00e4ume dieser Kraft, die f\u00fcr einen deutlich st\u00e4rkeren andalusischen Selbstbestimmungskurs eintritt, werden jedoch gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Das Ergebnis f\u00fcgt sich in eine breitere Entwicklung auf spanischem Staatsgebiet ein: W\u00e4hrend klassische gesamtstaatliche Linksparteien wie <em>Podemos, Sumar, Izquierda Unida<\/em> oder die <em>Comuns<\/em> mit ihren jeweiligen regionalen Marken vielerorts an Zustimmung verlieren oder zumindest stagnieren, k\u00f6nnen territorial verankerte linke Kr\u00e4fte mit autonomistischem oder separatistischem Profil teils deutlich zulegen \u2014 nicht nur in Gebieten, in denen seit jeher starke Unabh\u00e4ngigkeitsbewegungen existieren, wie in Euskadi (Baskenland), Galicien oder Katalonien.<\/p>\n<p>Gerade im Fall Andalusiens ist dies bemerkenswert, weil die Region lange eher mit einem sozialdemokratisch gepr\u00e4gten spanischen Regionalismus als mit ausgepr\u00e4gtem Souver\u00e4nismus in Verbindung gebracht wurde. Dass nun eine explizit andalusistisch positionierte, antikapitalistische Linke deutlich zulegen kann, deutet auf eine m\u00f6gliche Verschiebung im progressiven Lager hin, auch wenn im Parlament weiterhin eine rechte Mehrheit vorherrscht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei den Wahlen zum Andalusischen Parlament vom vergangenen Sonntag konnte die rechte Volkspartei (PP-A) zwar ihre Position als st\u00e4rkste Partei verteidigen, sie verlor jedoch die absolute Mehrheit. Im Jahr 2018 hatte die PP eine 35 Jahre w\u00e4hrende Dominanz der sozialistischen PSOE gebrochen und 2022 erstmals eine Mehrheit errungen, die es ihr gestattete, allein zu regieren. 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