Fascismo dilagante (e servizio pubblico).

Consiglio l’ascolto di [QUESTO]. Bastano 2-3 minuti.


Ieri sera, viaggiando in automobile, ho scoperto la trasmissione «Argonauta» di Rai Radio Uno — trasmissione che non esito a definire fascista a tutto tondo. La scaletta della puntata in questione, come appare sul sito ufficiale della trasmissione, è la seguente:

1 – Focus di Antonella Ambrosioni: “Estremo centro alto”: che significa? E’ il manifesto culturale elaborato da “Casa Pound”, un centro sociale non-conforme. Ne parla Adriano Scianca.

Nell’intervista con il «responsabile delle attività  culturali» di CasaPound si parla semplicemente di un centro sociale «non conforme», come da titolo. Vengono esposti i bellissimi progetti sociali (l’intramontabile mutuo sociale, ad esempio) e culturali, senza alcuna nota critica, senza informare l’ascoltatore sul fatto che «non conforme» è sinonimo di «fascista». Anzi, si afferma proprio che CasaPound non è (solo) di estrema destra, ma rappresenta un nuovo centro — «estremo centro alto» appunto. Incredibile. Pazzesco. Vergognoso.

2 – Cosa leggiamo stasera?: La francesista Marina Alberghini consiglia la vita romanzata del filosofo Plotino: “Vita natural durante” di Marcello Veneziani.

Presentazione di un libro inneggiante al creazionismo, presentato dalla francesista come una «verità » alla quale stanno giungendo «gli scenziati» grazie alla fisica quantistica.

3 – Piccolo e’ bello di Alessandra Rauti: La casa editrice romana Viella, tra studi universitari e divulgazione.

Alessandra Rauti è figlia di Pino Rauti, segretario nazionale del nuovo Movimento Sociale. Ovviamente non c’è nulla di male nell’essere figlia di un fascista dichiarato, ma nella logica della trasmissione assume un significato particolare.

4 – Scaffale delle Muse (libri e religioni) di Alessandro Giuli: “La preghiera romana” di Gian Battista Pighi, la riscoperta di un classico dimenticato.

Rimandi alla romanità  — gli antichi romani vengono definiti «i nostri progenitori».

5 – Fame usurpate di Marco Cimmino. Anche i politici galantuomini, come il presidente Sandro Pertini, possono cadere in fallo.

«Ritrattini politicamente scorretti»: Critica a Sandro Pertini in quanto presidente «partigiano».

6 – L’enigma di Alfonso Piscitelli: Ma che c’entra un uomo politico come Giulio Andreotti con i misteri dei cerchi nel grano?

Piccolo discorso sulla simbologia (che con i cerchi nel grano c’entrino i fascisti su marte?) e sui due «divi»: Giulio e Silvio.

7 – In cauda venenum: Un grande filosofo greco Eraclito, fornisce la citazione al saggista Marco Rossi.

Segue la sigla, una canzone del gruppo di area fascista «Progetto Genoma».

Dopo aver ascoltato «Argonauta» ho fatto una piccola ricerca in rete, trovando le registrazioni in formato Real Player. Quella di ieri può essere ascoltata qui. In quella precedente, ben peggiore (!) ed udibile qui, tra l’altro si parla delle «cose buone» fatte dal fascismo: per esempio le guerre fasciste, che in parte erano anticolonialiste (!!!); e della resistenza dei siciliani alle le forze alleate nel 1943. Scandaloso. Nell’Italia berlusconiana, dunque, siamo arrivati al punto che non solo l’antifascismo non è più un valore condiviso, ma perfino il servizio pubblico, impunemente e con i soldi delle contribuenti fa apologia del fascismo, mentre gli antifascisti combattono ormai una battaglia contro i mulini a vento.

Faschismen Medien Service Public | Zitać | Silvio Berlusconi | Rai | Italy Sicilia | CPI PDL&Co. | Italiano

Verfilzte Justiz.

Im Morgenmagazin des Rai Sender Bozen vom 16.04.2009 hat die grüne Kandidatin zum Europaparlament, Renate Holzeisen, zum Rundumschlag gegen eine wie sie sagt gezähmte Justiz in Südtirol ausgeholt.

Wie jeder Demokrat hoffe ich, dass die Darstellungen von Fr. Holzeisen zumindest übertrieben sind, obwohl auch bei mir seit langem der Eindruck besteht, dass gewisse Verquickungen existieren. Sollte die Situation jedoch so gravierend sein, wie die couragierte Rechtsanwältin sie beschreibt, dann muss dieser Sachverhalt so schnell wie möglich untersucht und restlos aufgeklärt werden.

Weil ich dies fordere, aber gleichzeitig davor warne, strafrechtlich relevante Angelegenheiten zu einem reinen Wahlkampfthema zu degradieren, werde ich von Markus Lobis zum »perfekten Chefideologen« des Systems gestempelt. Verkehrte Welt. Doch ich bleibe dabei: Frau Holzeisen muss Anzeige erstatten und Ross und Reiter nennen, damit das Vertrauen der Südtiroler ins Justizsystem nicht pauschal beschädigt wird und politische Verantwortlichkeiten ans Tageslicht kommen.

Die gesamte Angelegenheit hat jedoch auch einen fahlen Beigeschmack, weil Frau Holzeisen schlampig argumentiert und Fakten mit weit hergeholten Unterstellungen vermischt. Dass gewisse Herren vor Gericht zumeist von Gerhard Brandstätter vertreten werden, ist weder illegal, noch legt es per se die Vermutung nahe, dass der Anwalt den Richtern die Urteile diktiert.
Genausowenig ist erstaunlich, dass der unterlegenen Partei die Prozesskosten angelastet werden; dies als ein Mittel zu bezeichnen, um Zivilcourage zu bestrafen, ist schlicht unhaltbar.

Bin ich naiv, wenn ich mir von den Grünen ein höheres Niveau erwarte, als von den Freiheitlichen — und eben keine undifferenzierten Rundumschläge?

Als Lösung für die Verfilzungen schlagen uns die Grünen freilich wieder einmal Altbekanntes vor: Den Austausch mit anderen Regionen, »nationale« Wettbewerbe, kurzum die heilvolle Wirkung der italienischen auf die Südtiroler Justiz. Dabei ist Italien in dieser Hinsicht ein internationaler Sanierungsfall — und nebenbei die Zweisprachigkeit vor Südtiroler Gerichten schon heute ein Desaster.

Zum Vergleich: In der Schweiz ist die Justiz kantonal, ein Austausch schon deshalb schwer, weil sich die Gesetze von Kanton zu Kanton stark unterscheiden. Und dennoch liegt die Eidgenossenschaft mit ihrer Justiz weit vorne in der internationalen Rangliste. Dies zeigt, dass es andere Rezepte für dieses Land gäbe, als eine »heilversprechende« Majorisierung der einheimischen Justiz — und von den Grünen erwarte ich mir nichts weniger als die Formulierung solcher Rezepte.

Siehe auch:

Föderal+Regional Medien Politik Recht Service Public Transparenz | | Markus Lobis Renate Holzeisen | Rai | | Vërc | Deutsch

Affirmative action… aber ‘au contraire’.

Immer häufiger stößt man auch bei der Landesverwaltung auf einsprachig italienische Informationen, Unterlagen — und Personal. Anstatt die Asymmetrie der staatlichen Administration auszugleichen, wird so noch zusätzlich unterstrichen, welches die lingua franca ist, um in Südtirol zu leben und zu arbeiten. Einige Beispiele aus dem Webauftritt der Landesverwaltung:

Homepage des Landes.

Homepage der Abteilung Hochbau.

Homepage des Landes.

Homepage des Labors für Wasseranalysen.

Zulassung.

Homepage des Fahrzeugamts.

Siehe auch:

Discriminaziun Minderheitenschutz Mobilität Plurilinguismo Politik Service Public Sprachpfusch Vorzeigeautonomie | | | | | |

Bankrotterklärung.

Wie die Neue Südtiroler Tageszeitung am vergangenen Freitag berichtete, will der Staat auf Kosten der Sicherheit sparen. Drei Milliarden Euro (3.000.000.000!) sollen in diesem sensiblen Bereich gekürzt werden, und das bei einer Polizei, die schon jetzt schlecht ausgerüstet und schlecht ausgebildet ist und deren Aufklärungsbilanz im internationalen Vergleich nicht gerade brilliert. Die Polizeigewerkschaften laufen natürlich Sturm gegen diese Maßnahmen.

Ich nehme an, man wird die Strafen für Bagatelle noch einmal verdoppeln und die Finger-, Knie- und Fußabdrücke aller bösen bösen Ausländerinnen erfassen müssen, um die noch einmal verringerte Polizeipräsenz zu kompensieren.

Im TAZ-Interview warnt Gewerkschaftsvorsitzender Michele Testa, dass in Südtirol außer der Sicherheit auch die — ohnehin schon labile — Mehrsprachigkeit des Dienstes ernsthaft gefährdet sei. Statt einer schrittweisen Verbesserung blicken wir bei der Polizei also auch in Sachen Sprachkompetenz und Bürgerinnennähe einer weiteren Verschlechterung entgegen.

Dabei war laut Tageszeitung vom 27.06.2008 erstmals ein Vorhaltungsprotokoll der Polizei vor dem Friedensrichter gelandet, weil die deutsche Übersetzung nichts mehr als eine unverständliche, dadaistische Aneinanderreihung von Wörtern war. Ein Präzedenzfall für »Alibiübersetzungen«, der verspricht, eine gängige Praktik zu unterbinden — und zweisprachige Beamtinnen unentbehrlich zu machen.

Ist das Land demnächst gezwungen, neben Straßen, Lehrerinnen, Bahn und Post auch die Polizei zu übernehmen, um akzeptable Mindeststandards zu gewährleisten? Und: Wie lange brauchen wir dann noch, uns den Bankrott eines Systems einzugestehen, das den Menschen funktionierende mehrsprachige Dienstleistungen nur in jenem Maße garantiert, wie wir sie dem Einflussbereich des Staates entziehen?

Gewerkschaften Medien Minderheitenschutz Plurilinguismo Politik Polizei Service Public Sicherheit Wirtschaft+Finanzen | | | TAZ | | |

Unineid.

Freie Universität Bozen.Vor etlichen Wochen hat die Tageszeitung (TAZ) eine Debatte über zu hohe Politikerinnengehälter losgetreten, die über die Landesgrenzen hinaus hohe Wellen geschlagen hat. Vom Erfolg dieser Aktion beflügelt, wurde aus dem Einzelfall eine Gewohnheit: In regelmäßigen Abständen wiederholt sich die immergleiche Recherche an neuen Objekten.

Den Umgang mit Steuergeldern ausleuchten ist wichtig, doch das ganze liest sich immer mehr wie eine reine Neiddebatte — und wird auch gesellschaftlich als solche ausgetragen.

Neulich war auch die Freie Universität Bozen (FU) an der Reihe, der vorgehalten wird, zu hohe Vergütungen zu zahlen. Angeblich verdienen Gastprofessoren hierzulande zehnmal so viel wie in Innsbruck.

Und auch diesmal sind — wie bei den Politikerinnengehältern — die Oppositionsparteien willig auf den Karren aufgesprungen. Auffallend ist, dass mit wenigen Ausnahmen vor allem Zahlen gewälzt, zentrale Fragen jedoch ausgeblendet wurden: Was ist uns Bildung wert? Was bringt die Uni — samt Top-Professuren — uns und unserem Land? Wie wollen wir die besten Leute in dieses abgelegene Land locken, wenn dies nicht mit entsprechenden Gehältern verbunden ist?

Denn eins ist sicher: So hoch die Gehälter vergleichsweise auch sein mögen, sie lesen sich bescheiden. Für ein Zehntel der genannten rd. 200,- € Stundenlohn (rd. 4.000,- € netto bei 30 Std./Semester!) würde ich den Stress und die Unannehmlichkeiten kaum auf mich nehmen, aus Deutschland, Frankreich oder Großbritannien anzureisen.

Ich denke, die ganze Diskussion ist falsch aufgezogen; denn es gibt sie wirklich, die Probleme der Uni. Die Grünen haben in einer Aussendung mehrere aufgezählt. Sie jedoch vordergründig auf die Gehälter zu reduzieren, ist meiner Ansicht nach rückschrittlich und kontraproduktiv. So riskieren wir den Abstieg der FU auf das Niveau einer durchschnittlichen Provinzuni — die niemand braucht.

Die Erfolge dieser kleinen, jungen Bildungs- und Forschungsstätte zu würdigen, die im qualitativen Vergleich mit anderen Unis regelmäßig brilliert, fällt jedoch anscheinend schwerer.

Links: |

Bildung Medien Politik Service Public Wirtschaft+Finanzen Wissenschaft | | | TAZ | Südtirol/o | Freie Universität Bozen Vërc | Deutsch

Schweizer Justiz und Korruption.

Zum Thema Vetternwirtschaft im überschaubaren Umfeld hatte ich – unter anderem – das schweizerische Justizdepartement angeschrieben, um Informationen aus erster Hand darüber zu bekommen, wie die Eidgenossen mit diesem Problem umgehen. In der Schweiz verfügt jeder Kanton über eine weitgehend unabhängige Legislative, Exekutive und Judikative.

Heute ist dazu eine sehr informative Antwort hereingeflattert, die ich hier publik machen möchte:

Sehr geehrter Herr Constantini

In der Schweiz hat jeder Kanton ein eigenes Justizsystem, wobei der Bund allerdings Mindestvorgaben gibt. Das Strafprozessrecht ist zudem dieses Jahr vereinheitlicht worden, das Zivilprozessrecht wird bald folgen. Auch ist es nicht so, dass jeder Kanton grundlegend andere Regeln hätte. Grundsätzlich haben alle ein System mit 1.- und 2.-instanzlichen Gerichten. Danach können die Bundesgerichte angerufen werden. Diese Möglichkeit setzt auch der von Ihnen angesprochenen Vetternwirtschaft Grenzen. Es ist immer möglich, einen Rechtsstreit aus dem Kanton herauszutragen und an die Gerichte des Bundes zu gelangen. In den Anfängen der Eidgenossenschaft war das Bundesgericht insbesondere die Hüterin der Grundrechte, die in der Bundesverfassung garantiert sind. Diese gingen weiter, als in vielen Kantonen vorgesehen war. Das Bundesgericht war moderner als viele kantonalen Gerichte. Auch heute ist es noch so, dass das Bundesgericht für die einheitliche Rechtsanwendung auf dem Gebiete der Schweiz sorgt.

Dass in der Schweiz die Vetternwirtschaft nicht so verbreitet ist, hängt vielleicht gerade damit zusammen, dass man sich kennt – diese Nähe bedeutet auch Überwachung. Der effekt “neidischer Nachbar” hat da sicher eine gewisse Wirkung. Das sieht man z.B. bei den Steuerbehörden, wo der neidische Nachbar schon einmal meldet, wenn jemand ein teures Auto fährt, das nicht zur Steuererklärung passt (diese ist in vielen Kantonen einsichtbar)… Gleiches gilt auf der politischen Ebene: Wenn ein Exekutivmitglied Aufträge an seine Vettern vergeben würde, griffe das die Opposition sehr schnell auf.

Zudem scheint mir, dass wir in der Schweiz immer noch ein gewisses Ethos für den Staat, die “Res Publica” haben. Der Staat wird nicht wie in manchen anderen Staaten als Feind gesehen, sondern als die Angelegenheit aller. Dies wird sicher durch die direkte Demokratie gefördert. Wir können direkt abstimmen über die wichtigsten Entscheidungen (auf Gemeindeebene heisst das auch, dass wir abstimmen darüber, ob eine Strasse gebaut oder ein Schulhaus mit einer Holzschnitzelheizung ausgestattet werden soll). Wir wählen also nicht nur die Regierung und das Parlament, “die dann sowieso machen, was sie wollen”, sondern entscheiden direkt in der Sache.

Die Kantone erheben ihre eigenen Steuern. Sie sind zudem namentlich zuständig in den Bereichen Ausbildung, Gesundheit, Kultur, Sicherheit (Polizei), Naturschutz, Infrastruktur (Strassen, Wasser), Raumplanung und Sozialhilfe.

Weitere Informationen finden Sie auf www.admin.ch oder in folgendem Standartwerk des Schweizer Verfassungsrechts: Ulrich Häfelin / Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Auflage, Zürich 2005 (mit einem Supplement zum Bundesgerichtsgesetz).

Freundliche Grüsse

Robert Baumann
Dr. iur., Rechtsanwalt
wissenschaftlicher Mitarbeiter

Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD
Bundesamt für Justiz BJ
Direktionsbereich Öffentliches Recht
Fachbereich Rechtsetzungsprojekte und -methodik

Bundesrain 20, 3003 Bern
Tel. +41 31 322 41 61
Fax +41 31 322 84 01
robert.baumann@bj.admin.ch
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